Klasse, das ist jetzt meine: Tirschenreuth bekommt eigene Tracht
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Klasse, das ist jetzt meine: Tirschenreuth bekommt eigene Tracht
Tirschenreuth. Nicht nur in den südlichen bayerischen Gefilden ist man stolz auf seine Tradition. Nun hat auch der Landkreis Tirschenreuth eine eigene Tracht. Für Damen und Herren gibt es jetzt Janker aus Tirschenreuther Mehler-Tuch, Karpfenleder und Knöpfen aus Bärnau.
Von Udo Fürst
Es war vielleicht nicht sein wichtigster, aber sicher ein ganz besonderer Termin, zu dem Landrat Wolfgang Lippert kürzlich ins Landratsamt geladen hatte. Vorgestellt wurde die erste Tracht des nördlichsten Landkreises im Regierungsbezirk. Und wie es sich für eine regionale Tracht gehört, wurde sie ausschließlich mit Materialien aus der Heimat hergestellt. Der Stoff kommt von der ältesten deutschen Tuchfabrik aus Tirschenreuth, die individuell gestaltbaren Einsätze sind aus Karpfenleder und die Knöpfe wurden eigens in einer Bärnauer Knopffabrik gefertigt.
Zwei Jahre Entwicklung bis zum Prototypen
Zwei Jahre lang tüftelte eine Expertenrunde an dem guten Stück. Erst dann konnte sich die Schneiderin Tina Zeitler ans Werk machen und jeweils zwei unterschiedliche Janker-Prototypen für Damen und Herren fertigen. Die von Landrat Lippert initiierte Trachten-Gruppe bestand aus Pressesprecher Walter Brucker, den Kreisheimatpflegern Robert Schön, Robert Treml und Monika Kunz sowie Ernst Zeitler vom Modehaus Zeitler aus Mitterteich, Paulus Mehler von der gleichnamigen Tuchfabrik aus Tirschenreuth und Hans Dill von der Knopffabrik Dill aus Bärnau.
370 bis 415 Euro für ein Unikat
Als Premierenmodel durfte Wolfgang Lippert selbst fungieren. Auch wenn der Janker nicht hundertprozentig saß – Franz Zeitler: „Die Jacke müsste ein kleines bisschen enger anliegen“ – war man insgesamt außerordentlich zufrieden mit dem Werk von Tina Zeitler, die in Plößberg die Schneiderei Kreuzer betreibt. Davon ließ sich schließlich auch Lippert überzeugen und so wird die Schneiderin noch einmal kurz Hand anlegen an den Prototyp.
Jedes Janker ein Unikat
Der Janker kann ausschließlich als Maßanfertigung geordert werden und wird zwischen 370 und 415 Euro kosten. Ein angemessener Preis, wenn man bedenkt, dass Zeitler pro Jacke zehn Stunden schneidern muss. Entstanden sei laut Lippert ein nicht alltägliches und individuelles Kleidungsstück mit einem hohen Wiedererkennungswert.
So etwas kann auch das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.
Kombiniert mit dezentem goldgelben Karpfenleder, massiven Zinnknöpfen mit dem Landkreiswappen und dem blauwahlfarbenen Mehlertuch habe man eine zeitlose Tracht kreiert. Heimatpfleger Robert Schön brachte seine Begeisterung über den Janker wie folgt auf den Punkt: „Ein klasse Stück. Das ist meine …“
Fotos: Udo Fürst




