Köderboxen reduzieren Gift in Amberg um bis zu 97 Prozent

Köderboxen reduzieren Gift in Amberg um bis zu 97 Prozent
Um die Verbreitung von Ratten zu verhindern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen, führt die Stadt Amberg vernetzte Köderschutzboxen ein. Diese verhindern nicht nur den Eintrag von Rattengift in die Umwelt, sondern melden auch jeden Rattenbesuch automatisch. Somit kann umgehend gehandelt werden, bevor sich die Schadnager verbreiten.
Amberg setzt auf Sensoren: Rattenbesuche werden in Echtzeit gemeldet
Statt der bislang halbjährlich durchgeführten Rattenbekämpfungsaktionen setzt die Stadt Amberg künftig auf moderne und innovative Methoden zur Kontrolle der Schadnager. Konkret handelt es sich dabei um vernetzte Köderschutzboxen, die Rattenbesuche über Sensoren erfassen. Per Funk werden Informationen wie Ort und Zeitpunkt dann automatisch übermittelt, sodass sich vom PC aus nachvollziehen lässt, wo Ratten gesichtet wurden. „Dadurch kann nun umgehend gehandelt werden, bevor es zu einer Verbreitung kommt“, erklärt Lothar Thumbeck, der die Umstellung auf vernetzte Köderschutzboxen vorangetrieben hat.
Da sich Ratten oft über die Kanalisation verbreiten, werden im ersten Schritt 25 der vernetzten Köderschutzboxen im Kanalsystem genutzt. Hinzu kommen fünf weitere Köderschutzboxen, die oberirdisch platziert werden. Damit die Giftköder selbst bei Starkregen oder Rückstau im Kanal nicht in Kontakt mit Wasser kommen, verfügen die Köderschutzboxen über ein entsprechendes Verschlusssystem. Steigt der Wasserspiegel bis zur Köderschutzbox, verschließt sich diese automatisch. Sobald der Pegel wieder gesunken ist, öffnet sich die Verschlussklappe, sodass Ratten wieder an die Köder kommen.
Effektiv und umweltfreundlich: Gifteinsatz sinkt um bis zu 97 Prozent
„Es war uns wichtig, dass das neue System nicht nur effektiv, sondern auch umweltfreundlich ist“, betont Lothar Thumbeck. Mit der neuen Lösung wird sich der Gifteinsatz im Vergleich zur früher üblichen Methode, bei der die Giftköder ungeschützt in den Kanal eingehängt wurden, um bis zu 97 Prozent reduzieren. Wegen seiner Effizienz wurde das System bereits mit dem EcoDesign Award ausgezeichnet, der höchsten staatlichen Auszeichnung für ökologisches Design in Deutschland.
Durch die automatische Erfassung der Ratten in den einzelnen Köderschutzboxen erfolgt die Bekämpfung nunmehr stets anlassbezogen. Damit erfüllt man in Amberg bereits heute die neuen Vorschriften, die im Sommer in Kraft treten werden. Das willkürliche oder auch präventive Auslegen von Giftködern ist dann strikt untersagt.
Digitale Dokumentation und externe Betreuung durch ball-b
Die Betreuung der vernetzten Köderschutzboxen wird vom Nürnberger Unternehmen ball-b übernommen, das auch der Hersteller der Köderschutzboxen ist. „Obwohl es sich um einen externen Dienstleister handelt, können wir über den Webservice jederzeit sehen und nachvollziehen, wo Ratten gesichtet und welche Maßnahmen ergriffen wurden“, erläutert Lothar Thumbeck. „Wir müssen uns also nicht mehr blind darauf verlassen, dass gute Arbeit geleistet wird. Durch die digitale Erfassung erleichtert sich mit dem neuen System zudem die Dokumentation für uns. Das war früher auch viel Arbeit“, so Thumbeck. „Das neue System entlastet uns also auf vielfältige Weise, sodass wir uns anderen Aufgaben widmen können.“
Damit Ratten erst gar nicht angezogen werden, ist allerdings die Hilfe aller gefragt. Essensreste sollten ordentlich entsorgt werden. Denn wo es keine Nahrungsquelle gibt, gibt es auch keine Ratten.




