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Kommunbrauerei plant Investitionen und bewahrt Tradition in Eslarn

Eslarn. Die Kommunbrauerversammlung stellte den neuen Kommunbraumeister Felix Weinfurtner vor und ehrte den 99-jährigen Vorgänger Georg Zierer. Zwischen Tradition und Kosten rücken Investitionen von 450.000 Euro in den Blick.

Eslarn. Die Kommunbrauerversammlung stellte den neuen Kommunbraumeister Felix Weinfurtner vor und ehrte den 99-jährigen Vorgänger Georg Zierer. Zwischen Tradition und Kosten rücken Investitionen von 450.000 Euro in den Blick.
Bürgermeister Thomas Kleber und Kommunbrauer Felix Weinfurtner informierten die Brauer über die Kommunbrauerei. Foto: Karl Ziegler

Kommunbrauerei plant Investitionen und bewahrt Tradition in Eslarn

Bürgermeister Thomas Kleber begrüßte unter den zahlreich anwesenden Brauern den neuen Kommunbraumeister Felix Weinfurtner und dankte dem 99-jährigen Vorgänger Georg Zierer unter Applaus für sein jahrzehntelanges Engagement. Neben dem Erhalt der Zoigltradition standen in der Kommunbrauerversammlung die wirtschaftliche Situation und notwendige Investitionen im Kommunbrauhaus im Mittelpunkt der Versammlung.

Neuer Braumeister mit Leidenschaft fürs Handwerk

Mit Felix Weinfurtner wurde ein Nachfolger gefunden, der die Begeisterung für das traditionelle Brauen teilt. Der 45-Jährige betreibt eine kleine eigene Brauerei. Ein Arbeitskollege hatte ihn auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, die Eslarner Kommunbrauerei zu übernehmen. Seine Ausbildung absolvierte Weinfurtner bei der Eismann-Brauerei in Altenstadt. Besonders schätzt er das ursprüngliche Handwerk mit seinen einzelnen Arbeitsschritten und der Holzfeuerung.

Eine weitgehend automatisierte Brauerei entspricht weniger seinen Vorstellungen. Inzwischen hat er sich gut in die Abläufe des Kommunbrauhauses eingearbeitet. Die Zusammenarbeit mit Georg Zierer war dabei eine wertvolle Unterstützung. Weinfurtner betonte, dass ihm die Menschen, die Gemeinschaft und die über Generationen gewachsene Tradition besonders am Herzen liegen. Kleber begrüßte die gelungene Nachfolge und hob die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Kommunbrauern und Zoiglwirten hervor.

Steigende Kosten belasten den Braubetrieb

Ein zentraler Punkt war die wirtschaftliche Lage des Kommunbrauhauses. Höhere Ausgaben für Strom, Wasser, Reinigung und weitere Betriebskosten führen dazu, dass der Betrieb nicht kostendeckend geführt werden kann. Das Kesselgeld war bereits 2024 auf 300 Euro angehoben worden. Zusätzlich verteuerten sich Malz und Hopfen. Beim Hopfen wirken sich insbesondere geringere Erntemengen und der Ukraine-Krieg aus. Auch Transport- und Energiekosten steigen. Die Beschaffung geeigneter Braugerste wird schwieriger, da die Anforderungen an Sorten und Qualität zunehmen.

Laut Kleber kauft Amerika große Mengen an Hopfen für sein Craft-Bier auf. Trotz der Kosten sollen die Preise für helles und dunkles Zoiglbier vorerst dennoch stabil bleiben. Je Sud werden weiterhin 80 Euro berechnet, unabhängig von der Biersorte. Für dunkles Zoigl besteht nach Angaben des Braumeisters erhöhte Nachfrage, nicht nur durch die beiden Zoiglwirtschaften.

Ein rühriges Team versorgte die Gäste mit flüssiger und kulinarischer Kost. Foto: Karl Ziegler

Technische Probleme und hohe Investitionen

Sorgen bereitet der Zustand der Brauanlage. Der Sudkessel musste bereits mehrfach von Schlossermeister Alfons Grötsch geschweißt werden. Auch am Kühlschiff öffnen sich Schweißnähte, sodass weitere Reparaturen nötig werden könnten. Die vorhandene Brauanlage erfordert viel Handarbeit, aber die Arbeit macht laut Weinfurtner mächtig Spaß. Der zusätzliche Bedarf an erwärmtem Wasser für die Flaschenwaschanlage erhöht den Verbrauch von Holz und Kohle und damit die Betriebskosten.

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Bürgermeister Kleber hat bereits Angebote für einen neuen Sud-, beziehungsweise Maischkessel eingeholt und mögliche Förderungen geprüft. Für größere Erneuerungen wurde ein Finanzierungsbedarf von rund 450.000 Euro genannt. Die Gemeinde steht deshalb mit der Denkmalbehörde und der Städtebauförderung in Kontakt. Möglicherweise ergibt sich im kommenden Jahr eine neue Fördermöglichkeit. Bis dahin muss geklärt werden, welche Maßnahmen förderfähig sind und welchen Eigenanteil die Gemeinde übernehmen müsste.

Kleber zeigte sich zuversichtlich, eine tragfähige Lösung zu finden. Zunächst gilt es, die laufende Brausaison zu bewältigen und dringende Probleme zu lösen. Auch der Besuch einer Fachmesse durch Bürgermeister Kleber und Gemeindegeschäftsleiter Georg Würfl soll neue Erkenntnisse zur Flaschenwaschanlage und weiteren technischen Fragen bringen.

An der Kommunbrauversammlung nahmen zahlreiche Brauer aus Eslarn und der Umgebung teil. Foto: Karl Ziegler

Organisation und Gemeinschaft stärken

Im Jahr 2024 wurden 18 Sude gebraut, 2025 waren es 16. Für das Frühjahr der laufenden Saison waren bereits neun Sude verzeichnet. Damit bleibt das Kommunbrauen ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Eslarn.

Für die kommende Saison wurden Listen vorbereitet, in die sich die Kommunbrauer für die Brautage eintragen können. Auch Helfer für weitere Arbeiten werden benötigt. Besonders das Malz muss nach oben in den Dachboden transportiert werden. Pro Sud werden etwa viereinhalb Ster Holz benötigt.

Zur besseren Abstimmung wird außerdem eine WhatsApp-Gruppe angeregt. Über sie könnten Termine, kurzfristige Änderungen und technische Defekte schneller kommuniziert werden. Die Kommunbrauer wurden gebeten, ihre Handynummern in eine vorbereitete Liste einzutragen. Bei Reparaturen sollen künftig frühzeitig Fachleute hinzugezogen und mögliche Lösungen gemeinsam geprüft werden. Für Januar ist eine weitere Hausbrauerversammlung geplant. Dort sollen die Erfahrungen der laufenden Saison ausgewertet und die Vorbereitungen für das Frühjahr abgestimmt werden.

Anwesend bei der Brauversammlung war auch Ehrenbürger und Kommunbrauer Georg Zierer (hinten re). Foto: Karl Ziegler

Tradition mit Herzblut bewahren

Zum Abschluss wurde deutlich, dass das Eslarner Kommunbrauhaus aus dem 16. Jahrhundert weit mehr als eine Produktionsstätte ist. Es steht für Begegnung, Gemeinschaft und gelebte Heimatgeschichte. Die Tradition lebt von Menschen, die mit Leidenschaft brauen, ihre Zoiglstuben betreiben und die besondere Kultur an kommende Generationen weitergeben. Kleber dankte allen für ihren Einsatz für die Kommunbrauerei in Eslarn trotz steigender Kosten und technischer Herausforderungen.

Auch Weinfurtner betonte, wie wichtig ihm der Fortbestand dieser Braukultur sei. Mit dem neuen Kommunbraumeister, der Erfahrung seines Vorgängers Zierer und dem Engagement der Braugemeinschaft bestehen gute Voraussetzungen, die Eslarner Zoigltradition fortzuführen. Entscheidend werden eine sorgfältige Investitionsplanung, die Kontrolle der Betriebskosten und der Zusammenhalt aller Beteiligten sein. So kann das Kommunbrauen als ein Wahrzeichen der Marktgemeinde auch künftig für echtes Handwerk, Gemeinschaft und eine über Generationen gewachsene Tradition stehen.

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