Kurios oder notwendig? Winterdienst bei Sommerhitze - Wasser auf die Autobahn gesprüht

Kurios oder notwendig? Winterdienst bei Sommerhitze - Wasser auf die Autobahn gesprüht
Temperaturen weit über 30 Grad, strahlender Sonnenschein und aufgeheizte Straßen: Während einer Hitzewelle kann die Oberfläche einer Asphaltfahrbahn Temperaturen von mehr als 60 Grad erreichen. Das im Asphalt enthaltene Bindemittel Bitumen wird dadurch weicher. Unter der Belastung des Verkehrs können sich Verformungen, Verdrückungen oder Spurrillen bilden.
Wasser soll die Fahrbahn abkühlen
Um besonders gefährdete Straßenabschnitte zu schützen, rücken dafür auch Fahrzeuge des Winterdienstes aus. Statt Sole oder Streusalz befindet sich dabei Wasser im Tank. Dieses wird gleichmäßig auf der Fahrbahn verteilt.
Das Wasser entzieht der Straßenoberfläche beim Verdunsten Wärme. Dadurch soll die Temperatur des Asphalts zumindest vorübergehend sinken und verhindert werden, dass die Oberfläche zu weich oder klebrig wird. Vor allem während der heißesten und sonnigsten Stunden kann die Bewässerung dazu beitragen, Schäden hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden.
Dass ausgerechnet der Winterdienst diese Aufgabe übernimmt, hat einen einfachen Grund: Die Fahrzeuge verfügen bereits über große Tanks und eine Technik, mit der Flüssigkeiten kontrolliert und gleichmäßig auf der Straße verteilt werden können. Im Sommer lässt sich die vorhandene Wintertechnik deshalb für den Hitzeschutz einsetzen.
Asphalt wird weich, Beton kann aufbrechen
Hitze wirkt sich je nach Fahrbahnbelag unterschiedlich aus. Asphalt kann weich werden und sich unter schweren Fahrzeugen verformen. Bei älteren Betonfahrbahnen besteht dagegen die Gefahr sogenannter „Blow-ups“. Dabei dehnt sich der Beton durch die Wärme aus. Kann die entstehende Spannung nicht mehr ausgeglichen werden, kann sich die Fahrbahn plötzlich aufwölben oder sogar aufbrechen.
Die Wasserkühlung wird vor allem eingesetzt, um überhitzte Asphaltoberflächen zu entlasten. Bei gefährdeten Betonstrecken sind zusätzliche Kontrollen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und gegebenenfalls Reparaturen erforderlich.




