NEW Perspektiven: Biohof Finstermühle – Landwirtschaft zwischen Tradition und neuen Ideen
NEW Perspektiven: Biohof Finstermühle – Landwirtschaft zwischen Tradition und neuen Ideen
Die Finstermühle liegt nur wenige Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, direkt am Bocklradweg zwischen Lohma und Waidhaus. Seit 1996 wirtschaftet Familie Weig nach den Richtlinien des Demeter-Verbandes. Auf dem Hof leben unter anderem Kühe und Kälber, Hühner, Ziegen und Gänse. Rund 60 Milchkühe gehören zum Betrieb, von Frühjahr bis Herbst geht es für die Tiere auf die Weide.
Steffi Weig ist auf dem Hof aufgewachsen und heute bereits intensiv in die Arbeit und die Entscheidungen eingebunden. Nach ihrem Studium im Bereich Ökolandbau war für sie klar, dass die Landwirtschaft auch ihre berufliche Zukunft prägen soll. Gemeinsam mit ihren Eltern entwickelt sie die Finstermühle weiter. Bewährtes soll bleiben, gleichzeitig will sie Arbeitsabläufe langfristig weiterentwickeln und offen für neue Wege sein.
Plötzlich wachsen Belugalinsen in der Oberpfalz
Ein Beispiel dafür sind die Belugalinsen. Die kleinen schwarzen Hülsenfrüchte verbindet man nicht unbedingt mit der nördlichen Oberpfalz – auf den Feldern der Finstermühle funktionieren sie aber durchaus. Die Familie suchte gezielt nach einem pflanzlichen Produkt, das sich direkt auf dem eigenen Acker erzeugen und anschließend vermarkten lässt.
Inzwischen gehören die Linsen fest zum Angebot. Neben ihnen gibt es im Selbstbedienungs-Hofladen unter anderem Eier, saisonales Gemüse und verschiedene Käsesorten. Für den Hofkäse wird die eigene Milch von der Grenzlandkäserei Tirschenreuth verarbeitet. Der SB-Laden im Innenhof ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet.
Von der Finstermühle ins Fernsehen
Dass ausgerechnet die Belugalinsen einmal vor Fernsehkameras landen würden, war zunächst nicht abzusehen. 2025 vertrat Stefanie Weig die Oberpfalz in der 17. Staffel der BR-Sendung „Landfrauenküche“. Auf der Finstermühle empfing sie die anderen Teilnehmerinnen und stellte nicht nur ihren Hof, sondern auch dessen Produkte vor.
Auf den Tisch kam ein komplett vegetarisches Drei-Gänge-Menü. Den Auftakt machten Belugalinsen-Salat, selbstgebackenes Brot und Hofkäse. Es folgten Kartoffel-Salbei-Gratin mit Ofengemüsesalat und Kräuterseitlingen sowie ein Linsen-Apfel-Crumble zum Abschluss. Die Teilnahme brachte der jungen Landwirtin nicht nur TV-Erfahrung, sondern auch neue Kontakte zu anderen Bäuerinnen. Der Austausch über Themen wie Hofübergabe und die Zukunft landwirtschaftlicher Betriebe blieb auch nach den Dreharbeiten bestehen.
Landwirtschaft neu denken, ohne die Wurzeln zu vergessen
Die Finstermühle zeigt damit ziemlich anschaulich, was moderne Landwirtschaft im Landkreis NEW bedeuten kann: nicht alles neu machen, sondern Bewährtes weiterentwickeln. Tierwohl, Kreislaufwirtschaft und Weidehaltung gehören genauso dazu wie Direktvermarktung, neue Kulturen auf dem Acker und die Frage, wie ein Familienbetrieb auch für die nächste Generation gut funktionieren kann.
Für Steffi Weig liegt ein wichtiger Teil dieser Perspektive direkt vor der Haustür. Natur, die Arbeit mit den Tieren und die Lebensqualität im ländlichen Raum sind für sie entscheidende Gründe, ihre Zukunft in der Region zu sehen.


