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Obstbaumschnittkurs im Haus der Biodiversität in Tännesberg

Tännesberg.Obstbaumschnittkurs in Theorie und Praxis im Haus der Biodiversität in Tännesberg.Bei der Baumpflege gibt es Vieles zu beachten.

Obstbaumschnittkurs im Haus der Biodiversität in Tännesberg

Vor der Praxis stand die Theorie.Foto.Nathalie Ingerl
Auf die Theorie folgte die Praxis auf einer Streuobstwiese bei Tännesberg.Foto.Nathalie Ingerl

Ein spannender Obstbaumschnittkurs fand im Haus der Biodiversität in Tännesberg statt. Philipp Glaab vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald erklärte zunächst in einem einstündigen Theorieteil die wichtigsten Eckpunkte rund um den Obstbaumschnitt. Anschließend ging es für die fast 30 motivierten Teilnehmer:innen gemeinsam raus ins Grüne, wo das Erlernte, unter Anleitung und mit dem richtigen Werkzeug direkt angewendet werden konnte.

Baumpflege bereits in der Antike

Bereits die Römer kultivierten Streuobst und so entwickelten sich Streuobstwiesen im Laufe der Zeit zu einer besonders artenreichen Kulturlandschaft. Bis zu 5.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten können auf nur einer einzigen Streuobstwiese vorkommen. Doch wieso sind gerade Streuobstwiesen so artenreich? Dank vieler unterschiedlicher Strukturen – ein Zusammenspiel aus Schatten und Licht für verschiedene Pflanzen, verschiedene Bestäuber der zahlreichen Kräuter, stabile Äste für die Nester von Vögeln und Totholz für Käfer, Fallobst für kleine Säugetiere und viele weitere Nischen sorgen für einen bunten Lebensraum, in dem sich zahlreiche Spezies wohl fühlen. Zudem kommen auf Streuobstwiesen kaum Dünger oder Pestizide zum Einsatz, was sich zusätzlich positiv auf die Artenvielfalt auswirkt.

Obstbaum bußerzogen werden

Wer in seinem Garten einen solchen Hotspot der Biodiversität möchte, muss bei der Pflege seiner Obstbäume einiges beachten. Im jungen Alter möchte der Obstbaum erzogen werden, heißt Leitäste müssen definiert und über die nächsten Jahre gezielt gefördert werden. Störendes Astwerk hingegen sollte entfernt werden. Doch Vorsicht: je stärker der Rückschnitt desto größer der Austrieb. Nur wer alle Wachstumsregeln kennt und bei seinem Schnitt berücksichtigt, der kann einen Obstbaum zur optimalen Form heranzüchten. Auch der Zeitpunkt für den Schnitt spielt eine wichtige Rolle – nicht jede Sorte sollte zur selben Zeit geschnitten werden. So sollte ein Apfelbaum am besten im Winter geschnitten werden, aber ein Kirschbaum lieber erst im Sommer. Wenn man den Zeitpunkt und die Schnittstellen weiß, kann man sich an die Arbeit machen. Mit der richtigen Baumschere wird optimalerweise ein „Bypass am Obstbaum“ durchgeführt. Das bedeutet, der Schnitt erfolgt so, dass dem Baum dabei nicht geschadet wird und die Wunde wieder verheilt, ohne sich zu infizieren. Mit der richtigen Pflege wird der geliebte Obstbaum bis zu 120 Jahre alt und so erfreuen sich oftmals noch die Folgegenerationen am leckeren Obst.

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