Patrozinium und Pfarrfest stärken Gemeinschaft in Böhmischbruck
Patrozinium und Pfarrfest stärken Gemeinschaft in Böhmischbruck
Mit einem langen, festlichen Kirchenzug begann in Böhmischbruck das Patrozinium zu Ehren der Gottesmutter Maria. Angeführt von „Bayerisch Blech“ unter der Leitung von Hans Reitinger zogen Ministranten, Kommunalpolitiker, Mandatsträger, Vereine und Fahnenabordnungen, Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung sowie Mitglieder der Feuerwehren und des Krieger- und Soldatenvereins durch das festlich mit Fahnen geschmückte Dorf zur Pfarrkirche. Die Freiwillige Feuerwehr Böhmischbruck sorgte für einen sicheren Ablauf des Zuges.
Festlicher Auftakt zum Patrozinium
Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt begrüßte Dekan Alexander Hösl die Gläubigen zum festlichen Gottesdienst und sprach von den „guten Aussichten“, die dieses Fest mit sich bringe. Mariä Himmelfahrt lade dazu ein, das eigene Leben aus der Perspektive des Glaubens und damit auf das eigentliche Lebensziel hin, Gott, zu betrachten. Die duftenden Kräuter, die an diesem Tag in ihrer ganzen Fülle zur Segnung gebracht wurden, könnten dabei zum Zeichen für Hoffnung und Vertrauen werden. In seiner Predigt stellte der Geistliche Maria als eine Frau vor, deren Leben plötzlich „auf dem Kopf“ stand. Mit der Ankündigung, dass sie ein Kind erwartete, war vieles anders geworden. Maria hatte keinen fertigen Plan und keine Antworten auf all ihre Fragen. Dennoch machte sie sich auf den Weg zu Elisabeth.
Gerade darin liege eine wichtige Botschaft auch für unser eigenes Leben: Wir müssen nicht immer für jedes Problem sofort eine Lösung finden und nicht jede Trauer mit Worten wegnehmen. „Anwesenheit gibt Raum“, so der Dekan. Es könne bereits ein großes Geschenk sein, einfach da zu sein und einem anderen Menschen zuzuhören.
Predigt betont Vertrauen und Nähe
Auch an Wallfahrtsorten, so Hösl, suchten Menschen nicht unbedingt fertige Antworten oder konkrete Lösungen. Vielmehr wollten sie spüren, dass sie mit ihren Sorgen und Fragen gehört werden. Maria sei dabei eine Frau der Tat gewesen. Sie habe Freude und Leid erfahren und dennoch gesprochen: „Ich bin deine Magd, mir geschehe nach deinem Wort.“ Sie habe vertraut, obwohl sie nicht wusste, wie sich ihr Leben entwickeln würde. Genau dieses Vertrauen könne auch für uns eine Lebensperspektive sein. Besonders eindrucksvoll bezeichnete der Dekan die Kirche als „Mutterkirche“. Eine Mutter frage nach, tröste und sei da. Sie habe offene Ohren und ein mitfühlendes Herz. Vieles davon könne die heutige Kirche von Maria lernen. Kirche beginne bei jedem Einzelnen und könne dadurch ein neues Gesicht bekommen; nicht geprägt von Macht, Ansehen oder Erfolg, sondern von menschlicher Nähe und Präsenz. „Gott lässt nicht verloren gehen, was aus Liebe gelebt wurde“, gab Hösl den Gläubigen mit auf den Weg.
Meditation über die „Kräuter“ des Zusammenlebens
Eine von Lektorin Corinna Hösl vorgetragene Meditation griff anschließend das Bild der Kräuter auf. Neben den gesegneten Kräuterbuschen gebe es auch andere „Kräuter“, die unser Zusammenleben bereichern: Kräuter der Wahrheit, des Friedens, der Hoffnung, der Liebe, der Geduld, der Freude und des Vertrauens. Diese könne man zwar nicht pflücken, aber verschenken, durch ein freundliches Wort, ein offenes Ohr, eine helfende Hand oder durch den einfachen Satz: „Ich bin da.“ Mit den gesegneten Kräuterbuschen nehmen die Menschen den Duft der Liebe Gottes mit nach Hause und tragen ihn dorthin, wo er im Alltag am meisten gebraucht wird.
Dank an Helferinnen und Helfer
Im Anschluss begrüßte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Michaela Reger die zahlreichen Gäste und sprach allen, die zum Gelingen des Festtages beigetragen hatten, ein herzliches Vergelt’s Gott aus. Ihr besonderer Gruß galt Dekan Alexander Hösl, der selbst nach einem schweren Schicksalsschlag in der Familie die Kraft hatte, heute den Gottesdienst zu zelebrieren, dem zweiten Bürgermeister Josef Meier und Altbürgermeister Andreas Wutzlhofer. Erster Bürgermeister Uli Münchmeier ließ aus seinem Urlaub herzliche Grüße übermitteln. Ebenso begrüßte sie die Stadträtinnen und Stadträte, Ehrengäste, Fahnenabordnungen, Vereinsvertreter sowie die Mitglieder der verschiedenen Gremien. Ein besonderer Dank galt der Kapelle „Bayerisch Blech“, dem Kirchenchor unter der Leitung von Daniela Bock und der eigens aus Bärnau angereisten Organistin Julia Fehr. Mit ihrer Musik und ihren Liedern hatten sie den festlichen Gottesdienst auf besondere Weise bereichert.
Dankesworte richtete Michaela Reger auch an die Mesner Richard Reger und Helmut Zwack, die Ministrantinnen und Ministranten für ihren zuverlässigen Dienst sowie an die Freiwillige Feuerwehr. Ein herzliches Vergelt’s Gott ging zudem an die „Blumenfeen“ Monika Duschinger und Johanna Kurzka, die sich das ganze Jahr über mit viel Herzblut um den Blumen- und Kirchenschmuck kümmern. Besonders hervorgehoben wurden die Damen aus Kleinschwand, die bereits im zweiten Jahr in Folge mit viel Liebe und Geschick aufwändige Kräuterkränze und Kräuterbuschen gebunden hatten. Eine „dufte“ Überraschung erfuhr Dekan Hösl zum Abschluss: Die PGR-Vorsitzende überreichte ihm für die laufende Vohenstraußer Kirchenrenovierung eine Spende, die sich aus dem Verkauf der Kräuterbüsche und -kranzl zusammensetzt.
Pfarrfest bringt das Dorf zusammen
Anschließend lud die Pfarrgemeinderatsvorsitzende alle zum traditionellen Pfarrfest ein. Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und viele junge Menschen aus dem Dorf sorgten gemeinsam für die Bewirtung der Gäste. Bei Kaffee und Kuchen, deftigen Schmankerln und vor allem reichlich kühlen Getränken ließ es sich bei sommerlichen Temperaturen bestens aushalten. Besonders gut angenommen wurde die Kinderspielecke. Anton Götz stellte dafür seinen überdachten Vorhof zur Verfügung, der sich schnell in einen beliebten Spielplatz mit Büchsenwerfen, Fische angeln, Glitzertattoos, Schminkecke, Brett- und Malspiele verwandelte. Am Ende zierten wunderschöne Kreidemalereien das Pflaster.
Für zusätzlichen Sonnenschutz sorgte die Firma Reger Bau, die Pavillons zur Verfügung stellte. So wurde das Pfarrfest zu einem Nachmittag, an dem Gemeinschaft nicht nur gepredigt, sondern tatsächlich spürbar wurde. Jung und Alt saßen zusammen, unterhielten sich, lachten und genossen die gemeinsame Zeit, beinahe wie in einer großen Familie. Gefeiert wurde bis in die Abendstunden. Ein gelungenes Patrozinium, das einmal mehr zeigte, was ein Dorf bewegen kann, wenn viele Menschen zusammenhelfen. Und so war am Ende vor allem eines zu spüren: die Freude darüber, dass es diese besondere Gemeinschaft in Böhmischbruck gibt, und die Vorfreude auf das nächste gemeinsame Fest.
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