PFAS-Belastung in Grafenwöhr: Naturschutz fordert Maßnahmen

PFAS-Belastung in Grafenwöhr: Naturschutz fordert Maßnahmen
Das Angelverbot der US-Armee wegen hoher Konzentration der krebserregenden „Ewigkeitschemikalie“ PFAS war das zentrale Thema einer Vorstandssitzung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe (OG) Kirchenthumbach. Die OG fordert Maßnahmen.
PFAS-Belastung: Diskussion um Angelverbot
In der jüngsten Vorstandssitzung der OG Kirchenthumbach unter Leitung des Vorsitzenden Reinhold Wilterius waren die Presseartikel zum Thema PFAS und Angelverbot auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr bei den Pressevertretern Hauptthema. Darin wird über ein Angelverbot nur für US-Soldaten und amerikanische Zivilbeschäftigte auf dem Übungsplatz berichtet. Grund für das ausgesprochene Verbot ist eine zu hohe Konzentration der krebserregenden Chemikalie PFAS in Fischproben.
Messwerte zeigen deutlichen Anstieg bei PFOS
Wilterius berichtete in der Vorstandssitzung, dass dem OG nunmehr Messwerte vorliegen. In Untersuchungen von Fischproben aus einer Messstelle in Grafenwöhr wurden bereits im Jahr 2024 Konzentrationen von PFOS in Höhe von 28 Mikrogramm pro kg Fischmuskel festgestellt. Das ist ein vollkommen inakzeptabler Anstieg gegenüber früheren Werten um das Fünffache (Quelle: Gewässerkundlicher Dienst Bayern). Die Grenzwerte für PFOS im Fischmuskel werden um ein Vielfaches überschritten.
Gesundheitsgefahren durch PFAS
Bei PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) handelt es sich um die bekannteste und giftigste Untergruppe von PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Diese werden auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet und sind vorwiegend deshalb gefährlich, weil sie in der Natur und im Körper kaum abbaubar sind. Sie reichern sich deshalb im Körper an und können zu Leberschäden, einem geschwächten Immunsystem, veränderten Cholesterinwerten und einem erhöhten Krebs- sowie Herz-Kreislauf-Risiko führen. Verwendet werden die Substanzen unter anderem in Feuerlöschschäumen, Imprägniermitteln, und Baustoffen, aber auch in Kosmetika und zur Oberflächenbehandlung (Quelle: Umweltbundesamt).
OG fordert schnelle Maßnahmen und Aufklärung
Für die OG ist es gänzlich unverständlich, dass auf die brisanten Werte nicht reagiert wurde, obwohl sie bereits seit 2024 amtsbekannt sind und einen drastischen Anstieg zeigen. Warum das Angelverbot jetzt nur für US-Soldaten und US-Beschäftigte gilt, ist ebenfalls ein Rätsel. Genießen Angehörige der US-Armee etwa einen höheren Gesundheitsschutz als deutsche Bürger? Die OG erwartet jetzt von den zuständigen Fachbehörden eine sofortige Reaktion und vor allem eine fundierte Recherche, wo die Austragsquellen der giftigen Stoffe liegen. Keinesfalls akzeptabel sind jetzt für die OG Argumente wie, dass dafür keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Schließlich geht es hier um den Gesundheitsschutz der Bürger!
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