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OTH Amberg-Weiden
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Pilzwanderung der Naturfreunde begeistert Groß und Klein in Weiden

Trauschendorf. Unter Führung von Günther Grabs zogen zwölf Erwachsene und einige Kinder zur Pilzwanderung der Naturfreunde am Wanderheim. In zwei Stunden entdeckten sie 66 Arten, davon 33 essbar und 33 ungenießbar bis giftig.

Trauschendorf. Unter Führung von Günther Grabs zogen zwölf Erwachsene und einige Kinder zur Pilzwanderung der Naturfreunde am Wanderheim. In zwei Stunden entdeckten sie 66 Arten, davon 33 essbar und 33 ungenießbar bis giftig.
Fliegenpilz als Beispiel für haluzigene Arten. Foto: Sebastian Flaschel

Pilzwanderung der Naturfreunde begeistert Groß und Klein in Weiden

Riechen, streicheln, schmecken, aber bitte nicht alles schlucken.

Unter sachkundiger Führung von Günther Grabs machten sich ein Dutzend Erwachsene sowie eine Handvoll Kinder und ein Hund bei strahlendem Sonnenschein auf, um im Wald in der Nähe des Wanderheims in Trauschendorf Pilze zu suchen. Wo genau, bleibt ein Geheimnis, denn kein Schwammerl-Liebhaber wird den genauen Fundort preisgeben.

Das Sammelergebnis wurde durch den Pilzsachverständigen Stefan Hartwig, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, ausgewertet. In zwei Stunden hat die Gruppe Exemplare von 66 Arten gefunden; davon waren 33 Arten essbar, die anderen 33 ungenießbar bis giftig.

Mit vier Sinnen Pilze unterscheiden

Um die guten Pilze von ihren Doppelgängern abgrenzen zu können, riet Hartwig, schon im Wald zu riechen und zu schmecken. Zwar nicht mit allen fünf, aber mit vier Sinnen kann man essbare und giftige Pilze unterscheiden.

Ausgewählte Funde und Besonderheiten

Neben der Laubwald-Rotkappe (Leccinum aurantiacum) und einigen Maronen-Röhrlingen (Imleria badia) mit gelblichen Röhren, die sich auf Druck blau färben, wurde der Hexenröhrling (Neoboletus erythropus) gefunden: roter Stiel, gelbes Fleisch, das dunkelblau wird und für Kenner besser als der verwandte Steinpilz gilt.

Der weiße Polsterpilz (Ptychogaster fuliginoides) ist nicht zum Essen, nur zum Streicheln.

SSV Jahn – 3. Slot
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Für seinen besonderen Geschmack – aber nur für Liebhaber – wird der Anis-Trichterling (Collybia odora) mit seinem intensiven Anisgeschmack geschätzt; grundsätzlich ist er jedoch genießbar.

Heilwirkung, Schärfe und Giftigkeit

Der violette Rötelritterling (Collybia nuda) hat lila Fleisch, riecht nach Multivitaminsaft und gilt als Heilpilz; richtig verarbeitet wirkt er blutdrucksenkend.

Der zitronenblättrige Täubling (Russula sardonia), auch Tränentäubling und Säufernase genannt, mit seinem purpurvioletten Hut und lebhaft zitronengelben Lamellen, wird beim Kauen scharf; deshalb sollte man ihn besser ausspucken.

Von den 286 verschiedenen Arten von Täublingen seien der kleine Rosa-Täubling (Russula minutula), der beim Kauen schärfer als scharfer Chili wird, sowie der braunrote Leder-Täubling (Russula integra) erwähnt. Letzterer ist anfangs hell, wird immer grauer, blutet beim Abschneiden und gilt als wertvoller Speisepilz.

Dieter Weidhas bei der Geruchsprobe. Foto: Sebastian Flaschel

Weitere Arten im Überblick

Von den 800 bis 1.000 Arten der Schleierlinge lag der dunkelviolette Schleierling (Cortinarius violaceus) auf dem Tisch.

Die Hallimasche oder Honigpilze (Armillaria) waren sehr zahlreich vertreten. Sie gelten als Forstschädlinge, weil sie lebende Gehölze befallen und diese zum Absterben bringen – bis hin zu Waldsterbeerscheinungen.

Der Tintling oder Tintenpilz kann im Alter auch als Tintenersatz eingesetzt werden. Er heißt auch Schopf-Tintling (Coprinus comatus), Spargelpilz oder Porzellantintling.

Auch psychedelische und halluzinogene Pilze konnten bestimmt werden.

Der Vorsitzende der Naturfreunde, Herbert Schmid, bezeichnete bei seiner Verabschiedung den Pilzkundelehrgang als Beitrag zu einem besseren Verständnis der regionalen Flora.

Kurznotizen zu einzelnen Arten und Inhaltsstoffen

Grüner Anis-Trichterling (Collybia odora): Nur der weiße mit Anisgeschmack ist genießbar.

Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare): Wenn grau, essbar; wenn grün, giftig.

Violetter oder amethystblauer Lacktrichterling (Laccaria amethystina): Durch und durch lila, essbar; sehr kräftig violett bis lila.

Kleiner Täubling, schärfer als scharfer Chili: Kleiner Rosa-Täubling (Russula minutula).

Roter Täubling (Russula aurora) mit gelbem Stiel; wird beim Kauen scharf.

Olivbrauner Milchling (Lactarius turpis), auch Mordschwamm genannt.

Bufotenin im Pantherpilz: psychedelisch wirksames Halluzinogen.

Nebularin in der Nebelkappe beziehungsweise im Nebelgrauen Trichterling (Clitocybe nebularis): Herbstpilz, riecht nach Schimmelkäse.

Muscarin: Rosa Rettich-Helmling (Mycena rosea) ist stark giftig und riecht nach Kartoffeln oder Rettich.

Tisch mit einer Auswahl von gefundenen Pilzarten, dabei auch der weiße, vollkommen fleischlose Schädel eines jungen Rehs, der bei den Kindern für großes Aufsehen sorgte. Foto: Sebastian Flaschel
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