Schichtwechsel bringt Siemens und Jura-Werkstätten in Amberg zusammen

Schichtwechsel bringt Siemens und Jura-Werkstätten in Amberg zusammen
Individuell angepasste Arbeitsmittel, Unterstützte Kommunikation und eine Umgebung, die den jeweiligen Bedürfnissen genau angepasst ist: Ein Arbeitsplatz in den Jura-Werkstätten Amberg-Sulzbach sieht anders aus als in einem Industriebetrieb. Doch wenn es um die Arbeit selbst geht, gibt es überraschend viele Gemeinsamkeiten: Denn auch hier zählen Genauigkeit, Tempo und Know-how. Davon überzeugten sich vor Kurzem die Siemens-Mitarbeiterinnen Ingrid Felser und Beate Weiss. Sie beteiligten sich im Rahmen des Jahres der Vielfalt von Siemens an der bundesweiten Aktion „Schichtwechsel“, bei der Mitarbeitende aus Werkstätten und Unternehmen ihre Arbeitsplätze tauschen und Einblicke in die Arbeitswelt der jeweils anderen erhalten.
Aktion Schichtwechsel in Amberg-Sulzbach
„Im Mittelpunkt stehen das gegenseitige Kennenlernen, Gespräche auf Augenhöhe und das Interesse daran, wie die Arbeit auf der jeweils anderen Seite organisiert ist“, erklärte Bernhard Albrecht, der Geschäftsführer der Jura-Werkstätten. In der Montagegruppe der Werkstatt in Amberg werden unter anderem Elektroschalter für Siemens montiert, geprüft und für den Versand vorbereitet. Die Abläufe sind klar strukturiert: Teile zusammensetzen, kontrollieren, für den nächsten Arbeitsschritt vorbereiten. Jeder Handgriff muss sitzen. Die Mitarbeitenden arbeiten schnell, sorgfältig und routiniert.
Was dabei anders ist, zeigt sich vor allem in der Gestaltung der Arbeitsplätze. Symbole, klare Schritt-für-Schritt-Abläufe und angepasste Arbeitsmittel helfen dabei, Arbeitsschritte verständlich zu machen und möglichst selbstständiges Arbeiten zu ermöglichen. „Ich finde spannend zu sehen, wie ein Arbeitsplatz gestaltet werden kann, damit jeder seine Aufgaben möglichst selbstständig übernehmen kann. Oft sind es ganz einfache Dinge, die dabei helfen“, erzählte Siemens-Mitarbeiterin Beate Weiss fasziniert.
Barrierearme Arbeitsplätze fördern Selbstständigkeit
Zum Einblick in den Arbeitsalltag gehörte mehr als die Produktion. Die Siemens-Gäste lernten die Gruppe kennen und nahmen an einer Schulung zu Regeln und zum Miteinander teil. Dabei ging es um die Frage, was gute Zusammenarbeit ausmacht: gegenseitige Wertschätzung, Freundlichkeit und Respekt – und die Bereitschaft, einander zuzuhören und aufeinander Rücksicht zu nehmen.
Beim Gegenbesuch im Siemens-Gerätewerk erhielten die Werkstatt-Mitarbeiterinnen Elke Buchholz und Sieglinde Mutzbauer Einblicke in verschiedene Produktionsbereiche und durften selbst eine Tätigkeit ausprobieren. „Es hat großen Spaß gemacht, einmal zu sehen, wie es bei Siemens läuft. Die Hand-Fuß-Auslösung ist ungewohnt, aber wir haben es ausprobiert und geschafft“, erzählte Werkstatt-Mitarbeiterin Sieglinde Mutzbauer.
Teilhabe durch passende Rahmenbedingungen
Am Ende nehmen beide Seiten mehr mit als nur einen Einblick in einen anderen Arbeitsalltag. Die Begegnungen zeigten, wie unterschiedlich Arbeit sein kann, und dass es manchmal nur die passenden Rahmenbedingungen braucht, damit Menschen ihre Fähigkeiten einbringen und ihr Potenzial entfalten können. Teilhabe beginnt dort, wo nicht der Mensch sich an den Arbeitsplatz anpassen muss, sondern der Arbeitsplatz zum Menschen passt.
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