Sommerfest feiert Start der Empowerment-Kurse in Weiden

Sommerfest feiert Start der Empowerment-Kurse in Weiden
Mit einem orientalischen Sommerfest wurde der erfolgreiche Start zweier Empowerment-Projekte gefeiert. Im Familienheim des Vereins Kinderspielplatz Naabwiesen e.V. gab es feinste arabische und persische Köstlichkeiten mit Musik. Gewünscht wurden neben Hits aus dem Irak, Iran, Jemen, Syrien, Sudan, Afghanistan und der kurdischen Kultur auch einheimisches Liedgut. Und so wurde auch zur bayerischen Band „LaBrassBanda“ gemeinsam ausgelassen getanzt – mit und ohne Hijab, dem muslimischen Kopftuch.
Integration und ehrenamtliches Empowerment: eine perfekte Mischung
Alphakurse mit Kinderbetreuung konnten in Weiden trotz vieler Anlaufversuche wegen Fachkräftemangel und bürokratischer Hürden nicht angeboten werden. Vielen Migrantinnen, die als Mädchen nicht zur Schule gehen durften oder konnten, weil sie arbeiten mussten, blieb dieser Weg als geflüchtete Mütter in Deutschland viele Jahre verwehrt. Das Engagement von deutschen Helfern war und ist ungemein hilfreich, hatte aber nicht annähernd den Bedarf gedeckt.
Nun haben sich zwei afghanische Schwestern an das Integrationslotsenbüro gewandt, und so wurde ein Tandem mit dem zeitgleich entstandenen Nähprojekt der Jemenitin Linda Ali geplant. Beide Kurse haben das Ziel, durch Lernelemente nicht nur die deutsche Sprache zu beherrschen, sondern auch Integration durch Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Vormittags werden im Nähkurs Schneiderei-Begriffe wie Nadel, Faden, Spule und so weiter erlernt, nachmittags spielen betreute Kinder auf dem direkt angrenzenden Spielplatz, während drinnen mit großer Ausdauer Buchstaben geübt werden.
„Als wir mit dem Nähkurs angefangen haben, hatten wir nur eine Nähmaschine. Trotzdem haben wir den Kurs erfolgreich aufgebaut. Das zeigt, dass man mit Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung viel erreichen kann. Ein besonderer Dank gilt Frau Wildenrother. Ohne ihre Unterstützung wäre unser Nähkurs nicht möglich gewesen. Sie hat bei der Raumsuche, der Finanzierung und vielen weiteren Fragen geholfen. Danke auch an den ausgebildeten Schneider Herrn Shami für seine Geduld, sein Fachwissen und sein großes Engagement.“
Das Fest wurde von den Leiterinnen selbst organisiert, die Integrationslotsin der Diakonie OPf. Mitte-Nord begrüßte als Ehrengast Frau Nicole Bäumler, MdL SPD, und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit ihr im Vorfeld. Ein verdientes Lob ging an die Leiterinnen für ihre mutige Eigeninitiative und zeigte, dass viele von ihnen das Kulturdolmetscher-Zertifikat des evangelischen Bildungswerks zu Recht besitzen: Als Brückenbauerinnen in der interkulturellen Vermittlung praktizieren sie erfolgreich gelungene Integration.
Suche nach Gewerberaum in Weiden
Der Schneider sucht einen kleinen Gewerberaum in Weiden, um ein Geschäft zu eröffnen. Über Hinweise aus der Leserschaft würde er sich sehr freuen.
Kurse und Anmeldung
- Nähkurs für Geflüchtete – KEB Neustadt-Weiden
- Alphabetisierungskurs mit Kinderbetreuung – KEB Neustadt-Weiden
- Finanzierung der Kurse über lagfa bayern e.V. und KEB und mit freundlicher Unterstützung des Vereins Kinderspielplatz Naabwiesen e.V., Vorstand Herr Fuchs
- Bereitstellung der Nähmaschinen durch Elisabeth Heider, Vorständin von Café Mitte e.V.
Stimmen der Leiterinnen
Von Linda Ali: Liebe Teilnehmerinnen und liebe Gäste, herzlich willkommen zu unserem Sommerfest! Ich freue mich sehr, dass wir heute gemeinsam hier sind. Hier entstehen nicht nur schöne Nähprojekte, sondern auch neue Freundschaften, gegenseitige Unterstützung und viele schöne gemeinsame Momente. Als Projektleiterin macht es mich stolz zu sehen, mit wie viel Freude, Kreativität und Engagement Sie dabei sind. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Ich möchte noch etwas sagen. Obwohl wir nur wenige Möglichkeiten hatten, haben wir nicht aufgegeben. Als wir mit dem Nähkurs angefangen haben, hatten wir nur eine Nähmaschine. Trotzdem haben wir den Kurs erfolgreich aufgebaut.
Jede Teilnehmerin, die zu Hause eine Nähmaschine hatte, hat sie zum Kurs mitgebracht. Ich habe auch meine eigene Nähmaschine mitgebracht. Herr Shami, der Schneider, hat ebenfalls jedes Mal seine Nähmaschine mitgebracht, damit alle nähen lernen und ihre Projekte umsetzen konnten.
Das zeigt, dass man mit Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung viel erreichen kann. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt Frau Wildenrother. Ohne ihre Unterstützung wäre unser Nähkurs nicht möglich gewesen. Sie hat mich bei der Raumsuche, der Finanzierung und vielen weiteren Fragen engagiert unterstützt. Liebe Frau Wildenrother, vielen Dank für Ihr Vertrauen, Ihre Hilfe und Ihr großes Engagement. Bitte geben wir ihr einen herzlichen Applaus! Ein besonderer Dank gilt auch unserem Schneider, Herr Shami. Vielen Dank für Ihre Geduld, Ihr Fachwissen und Ihr großes Engagement. Er hat uns mit viel Herz das Nähen beigebracht und uns immer ermutigt. Dafür danken wir ihm von Herzen. Bitte geben wir auch ihm einen großen Applaus!
Nun wünsche ich Ihnen allen einen wunderschönen Nachmittag, gute Gespräche, leckeres Essen und viel Freude. Vielen Dank, dass Sie heute hier sind. Ich wünsche uns allen ein fröhliches und unvergessliches Sommerfest!
Frau Aziz Yar zu ihrem Neustart in Weiden:
„Ich arbeitete in Afghanistan in der Planungsabteilung des Ministeriums für Frauenangelegenheiten. Leider mussten wir unser Land verlassen, weil mein Mann als Übersetzer für die Deutschen in Mazar-e-Sharif tätig war. Wir wurden hier zu Flüchtlingen, lernten die Sprache, absolvierten Weiterbildungen und nun leite ich ehrenamtlich zusammen mit Frau Linda einen Nähkurs. Es freut mich sehr, dass ich etwas Sinnvolles für andere Menschen tun kann. Und ich kann mich für Frauen einsetzen.“ (Anmerkung: Die Taliban ersetzten 2021 das Frauenministerium durch das „Ministerium der Tugenden und Laster“)
Ich heiße Anahita Azizyar. Ich habe drei Kinder und lebe mit meinem Mann in der Stadt Weiden. Ich arbeitete in Afghanistan in der Planungsabteilung des Ministeriums für Frauenangelegenheiten. Dort leitete ich ein Projekt zu den Themen Autofahren, Computer, Englisch und IT. Es hat mich sehr gefreut, dass ich zur Stärkung der Kompetenzen und der Selbstbestimmung von Frauen beitragen konnte. Leider mussten wir unser Land verlassen, um die Ausbildung meiner Kinder zu sichern und meinen Mann, der als Übersetzer für die Deutschen in Mazar-e-Sharif tätig war, zu schützen. Wir wurden hier zu Flüchtlingen, lernten die Sprache, absolvierten Weiterbildungen und nun arbeite ich in der Schülerbetreuung einer Sekundarschule und leite ehrenamtlich zusammen mit Frau Linda einen Nähkurs. Es freut mich sehr, dass ich etwas Sinnvolles für andere Menschen tun kann. Und ich kann mich für Frauen einsetzen. Danke
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