Spider Murphy Gang begeistert Tännesberg beim 19. Oberpfalz-Festival
Spider Murphy Gang begeistert Tännesberg beim 19. Oberpfalz-Festival
Ihre legendären Hits wurden von dem generationsübergreifenden Publikum überschwänglich abgefeiert. Textsicher und mit großer Inbrunst wurde mitgesungen, was das Zeug hielt. Tanzen auf dem gesamten Open-Air-Gelände war ein weit verbreitetes „Muss“.
Interview mit Günther Sigl: Rückblick auf das Oberpfalz-Festival Tännesberg 2026
OberpfalzECHO: Lieber Günther, Ihr wart schon zum vierten Mal beim Oberpfalz-Festival in Tännesberg zu Gast. Was macht die Atmosphäre für euch dort so besonders, und wie schafft ihr es, nach fast fünf Jahrzehnten auf der Bühne immer noch mit derselben Energie wie am ersten Tag zu spielen?
Günther Sigl: „Wir kommen immer wieder gerne nach Tännesberg, da wir dort immer auf ein ganz besonders begeisterungsfähiges Publikum treffen. Für uns ist es eine Ehre, vom Veranstalter so oft eingeladen worden zu sein. Es ist natürlich auch eine Bestätigung für uns, dass es bisher immer gut gepasst hat. Wer weiß, vielleicht gibt es in den nächsten Jahren das fünftes Konzert von uns. Wir würden uns sehr darüber freuen. Die Leidenschaft für unsere Musik ist ungebrochen. Der bayerische Rock ’n’ Roll reißt die Leute mit, und das motiviert uns natürlich sehr.“
Euer Album „Dolce Vita“ und Hits wie „Skandal um Rosi“ haben legendäre Musikgeschichte geschrieben. Heute stehen bei euren Konzerten oft drei Generationen gleichzeitig im Publikum. Wie fühlt es sich an, zu sehen, dass Teenager von heute eure bayerischen Rock ’n’ Roll-Klassiker genauso textsicher mitsingen wie die Fans der ersten Stunde?
Günther Sigl: „Es ist herrlich, das zu beobachten. In den letzten Jahren haben wir auch oft in kleinen Gemeinden im Festzelt oder zu Jubiläen gespielt. Da kommen wirklich Mama und Papa, Oma und Opa, zusammen mit den Kindern und Enkelkindern und feiern gemeinsam unsere Lieder. Die Songs haben Substanz, und auch der bayerische Slang tut sein Übriges dazu. Natürlich sind wir schon ein bisschen stolz darauf, dass sich unser Fanlager nicht nur auf eine Altersgruppe beschränkt und viele unserer Songtexte nach wie vor jedem geläufig sind.“
Eure Fans in Tännesberg waren einmal mehr begeistert. Im nächsten Jahr gibt es das 50-jährige Bandjubiläum zu feiern. Wenn ihr auf diese unglaubliche Reise zurückblickt, gibt es einen Song, den ihr persönlich auch nach tausenden Malen immer noch am liebsten live performt, und welche konkreten Pläne habt ihr für das große Jubiläum im nächsten Jahr?
Günther Sigl: „Wenn wir in München und Umgebung auftreten und es herrscht eine laue Sommernacht, spielen wir am liebsten „Sommer in der Stadt“, weil da einfach Erinnerungen hochkommen, die uns mit dieser Stadt verbinden. Ein weiterer Song, der mir persönlich am Herzen liegt, ist „Rock ’n’ Roll Schuah“, da er zur Anfangszeit meine Freiheit und jetzt mein Durchhaltevermögen symbolisiert. Im Jubiläumsjahr spielen wir zum Beispiel auch in Köln oder Bremen, vernachlässigen aber natürlich nicht unsere Fans in der Oberpfalz, da wir am 22. April 2027 in der Donau-Arena in Regensburg auftreten werden. Außerdem werden wir Songs, die nicht so oft zu Gehör gebracht wurden, wieder neu aufleben lassen.“
Euer Megahit „Skandal im Sperrbezirk“ wird bis heute leidenschaftlich diskutiert und landete wegen angeblich sexistischer Inhalte sogar auf Verbotslisten. Was ist dein Statement dazu?
Günther Sigl: „Ich muss ehrlich sagen, geschadet hat uns diese Diskussion um diesen damals so gewollt gesellschaftskritischen Song noch nie. Egal, ob jetzt ein Gleichstellungsbeauftragter von der Erlanger Bergkirchweih 2026 das Thema neu aufflammen lässt oder damals viele Musiksender und Fernsehkanäle das Lied auf die Index-Liste gesetzt haben. Der Song ist mittlerweile 45 Jahre alt und war damals ein Zeichen für die Doppelmoral in München, als vor Olympia ein Sperrbezirk errichtet wurde, um München als ‚saubere‘ Stadt zu präsentieren. Wir haben „Skandal im Sperrbezirk“ sogar schon im ZDF-Fernsehgarten gespielt. Zu diesem Zeitpunkt war er wohl noch salonfähig (lacht).“
Günther, du gehst stramm auf den 80. Geburtstag zu und stehst immer noch fit auf der Bühne. Was ist dein konkretes Geheimrezept für diese ungeheure Kondition und Energie?
Günther Sigl: „Ich bin nicht der typische Rock ’n’ Roller mit Alkohol- und Drogenexzessen. Ich habe Zigaretten und auch übermäßigen Alkoholkonsum in meiner Jugend zwar mal ausprobiert, aber abgewonnen habe ich von beiden nichts. Ich bin kein Moralapostel und jeder kann machen, was er will.“
„Mein Lied „Zwoa Zigarettn“ spiegelt wider, wie ich damals mit der Raucherei zurechtkam. Ganz auf Alkohol verzichte ich aber auch nicht. Bei einem Glaserl Wein zum guten Essen sage ich auch nicht nein. Power-Walking und Gymnastik mache ich heute noch regelmäßig. Mein Vater wurde 96, ich hoffe, dass sich seine Gene auch auf mich übertragen werden.“
Ausblick: Jubiläums-Oberpfalz-Festival 2027 in Tännesberg
Nur zwei Wochen nach dem zurückliegenden erfolgreichen Event laufen die Planungen für das 20. Jubiläums-Oberpfalz-Festival in Tännesberg bereits auf Hochtouren. Am 17. Juli 2027 geben Hannes Ringlstetter und Band, AUT of Orda, Folkshilfe und „Ge Heast“ ihr Stelldichein am erprobten Tännesberger Festival-Gelände. Der Kartenvorverkauf für die große 20-Jahr-Feier startet bereits in wenigen Tagen.
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