Berufliche Integration gelungen: Ukrainer findet mit Unterstützung des Jobcenters den Weg in Beschäftigung
Berufliche Integration gelungen: Ukrainer findet mit Unterstützung des Jobcenters den Weg in Beschäftigung

Zum Tag des Flüchtlings am 2. Oktober rückt in Weiden eine gelungene Integration in den Fokus: Der Ukrainer Ruslan Miemiedieminov hat mit Unterstützung des Jobcenters Weiden-Neustadt den Einstieg in Arbeit geschafft. Seit dem 1. Juni 2026 arbeitet er in Teilzeit bei OBI in Weiden und setzt damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg in ein eigenständiges Leben.
Von der Qualifizierung zum Praktikum
In seiner Heimat brachte Miemiedieminov Berufserfahrung im Verkauf mit. Den direkten Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt erschwerte vor allem die Sprache. Gemeinsam mit dem Jobcenter Weiden-Neustadt entwickelte er deshalb einen individuellen Integrationsplan.
Über eine Qualifizierungsmaßnahme im Bereich Verkauf mit berufsbezogenem Deutsch beim ISE Sprach- und Berufsbildungszentrum GmbH baute er fachliche und sprachliche Kenntnisse aus. Ein anschließendes Praktikum bei OBI in Weiden eröffnete ihm die Chance, sich im Arbeitsalltag zu beweisen. „Mein Ziel war es, nach dem Kurs direkt ins Berufsleben einzusteigen“, so Ruslan Miemiedieminov.
OBI setzt auf Zusammenarbeit mit dem Jobcenter
Das Praktikum entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsgeschichte. Die Verantwortlichen bei OBI zeigten sich von seiner Motivation und Einsatzbereitschaft überzeugt. „Die Zusammenarbeit mit Herrn Miemiedieminov entstand durch unsere langjährigen und vertrauensvollen Kontakte zum Jobcenter Weiden-Neustadt. Das Praktikum bot die ideale Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und die Anforderungen der Tätigkeit realistisch einzuschätzen“, erklärt Stefan Schäffler, Marktleiter bei OBI in Weiden.
Das Unternehmen erkannte schnell, dass Miemiedieminov die gesuchten Eigenschaften mitbringt. „Herr Miemiedieminov hat uns durch seine Zuverlässigkeit, seine Lernbereitschaft und seine positive Einstellung überzeugt. Die enge und unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Jobcenter war dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Solche Praktika schaffen für beide Seiten eine wertvolle Grundlage für eine langfristige Beschäftigung.“ Perspektivisch besteht die Möglichkeit einer Vollzeitbeschäftigung oder einer weiterführenden Ausbildung.
Jobcenter sieht ein positives Signal
Auch der Geschäftsführer des Jobcenters Weiden-Neustadt, Stefan Erndt, ordnet den Vermittlungserfolg ein: „Wir freuen uns sehr, dass die Integration von Herrn Miemiedieminov gelungen ist. Sein Beispiel zeigt, was möglich ist, wenn Motivation, Qualifizierung und die Unterstützung aller Beteiligten zusammenkommen. In den vergangenen Jahren konnten wir zahlreiche geflüchtete Menschen erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren. Insbesondere bei ukrainischen Geflüchteten ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kontinuierlich gestiegen. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit unseren regionalen Arbeitgebern konsequent weitergehen.“
Den Blick auf die Region unterfüttern aktuelle Zahlen der Agentur für Arbeit Weiden. Im August 2026 registrierte der Agenturbezirk Weiden insgesamt 5.543 Arbeitslose (Stadt Weiden, Landkreis Neustadt/WN, Landkreis Tirschenreuth). Davon entfielen 432 auf ukrainische Staatsangehörige, die im Zuge der Fluchtmigration nach Deutschland gekommen sind.
Entwicklung der Beschäftigung ukrainischer Geflüchteter
Während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insgesamt in den vergangenen Monaten eher rückläufig war, zeigt sich bei ukrainischen Staatsangehörigen eine positive Entwicklung. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ukrainerinnen und Ukrainer im Agenturbezirk Weiden stieg von 488 Personen im Dezember 2023 auf 805 Personen im Dezember 2025, was einem Zuwachs von rund 65 Prozent innerhalb von zwei Jahren entspricht.
Der Fall von Miemiedieminov steht damit stellvertretend für Menschen, die nach ihrer Flucht in Deutschland eine neue Perspektive suchen. Regionale Betriebe, gezielte Förderung und berufliche Qualifizierung eröffnen dafür praxistaugliche Wege, die weitere Unterstützung bei Sprache, Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration auch künftig erfordern.
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