Synagoge ist Besuchermagnet Nummer eins im über 1000-jährigen Markt Floß

Synagoge ist Besuchermagnet Nummer eins im über 1000-jährigen Markt Floß
In der Förderung des Fremdenverkehrs und des Tourismus sowie der Freizeitgestaltung sieht der Markt Floß seit Jahrzehnten ein besonderes Aufgabenfeld. Ortsverschönerungen in vielen Bereichen und Plätzen der Gemeinde haben vor allem in den letzten Jahren Vorrang erhalten. Dabei hat sich das persönliche Engagement hervorragend bewährt. Das drückt sich durch die Neugestaltung von öffentlichen Anlagen und Plätzen besonders aus. Ein Musterbeispiel ist die Neugestaltung des früheren Paradeplatzes und Herzstücks, der Marktplatzanlage. Aber auch in den Eingangsbereichen des Ortes hat sich das Bild gegenüber früherer Zeit wesentlich verändert.
Die Neustädter Straße mit dem fahnengeschmückten und mit dem Marktwappen versehenen Kreisverkehr, das Kleinod, die Hermann-Gollwitzer-Gedächtniskapelle, der Anlagenbereich an der ehemaligen Gaststätte „Bräuhäusl“ und am Postgebäude haben eine sichtliche Verschönerung erfahren. Auch in der Flossenbürger Straße bei den Anwesen des früheren Friseurgeschäfts Otto Lang und der Bäckerei Erhard Wagner hat der freie Platz eine sinnvolle und ansprechende Bepflanzung erfahren. In der Vohenstraußer Straße wurden Bäume als Willkommen gepflanzt und sorgen für eine schöne Bereicherung. Dass der Bocklradweg von Neustadt nach Eslarn (frühere Bahnlinie des Eslarner Bockls) zu einer besonderen und nicht mehr wegzudenkenden Attraktion wurde, darüber freuen sich die Flosser, zumal der Bocklradweg eine der großen Attraktionen in der Region ist.
Natur und Freizeit im Flosser Land
Für Gartenfreunde und -liebhaber zeigt sich der mustergültig angelegte und gepflegte Kreislehrgarten mit Pavillon, doch auch die Freizeitanlage „Mühlpaint“ ist ein gesellschaftliches Zentrum geworden, wo selbst das Bürgerfest abgehalten wird. Wer Ruhe auf den Flosser Wegen finden will, der kann sich am „Findling“ erfreuen und findet mit dem mit mächtigen Felsquadern ausgestatteten Doost das älteste Naturschutzgebiet der Oberpfalz. Selbst die mit einem mächtigen Lindenbaum ausgestattete Anlage mit Gedenkstein am „Münchshof“ präsentiert sich für eine weitere Rundsicht ins Flosser Land. Eine Besonderheit ist die Wanderung zum Hausberg der Flosser, dem Haselstein.
Als zwei geschichtsträchtige Kulturgüter und Denkmäler sind letztlich der Marktbrunnen (Röhrkasten) mit Fratzengesicht und Marktadler, dem Wahrzeichen des Marktes, und das Kleinod, die über 300-jährige St.-Nikolaus-Kirche, zu nennen. Geprägt wird das Ortsbild durch die beiden christlichen Kirchen St. Johannes Baptista (bis 1912 Simultankirche) und St. Johannes der Täufer, die 1912 eingeweiht wurde.
Städtebauliche Ensembles am Markt und Judenberg
Das städtebauliche Bild des Marktes mit den beiden Ensembles Markt und Judenberg prägt den Ortskern nach dem Großbrand im Jahre 1813. Die Obere und Untere Bachgasse des Floßbaches zeichnen ein Bild, das oft als Klein-Venedig bezeichnet wird.
Historische Synagoge und jüdisches Erbe
Eine Sonderstellung bei den Baudenkmälern nimmt die im Jahre 1817 eingeweihte Synagoge der früheren jüdischen Gemeinde Floß mit der schon im 17. Jahrhundert entstandenen Friedhofsanlage an der Flossenbürger Straße ein. Wenn auch keine Juden mehr in Floß wohnen und es schon damit keine jüdische Gemeinde mehr gibt, so lebt der jüdische Kultus. In früherer Zeit, nach ihrer ersten Sanierung im Jahre 1980, begann der damalige Bürgermeister Fred Lehner mit Führungen und Vorträgen sowohl in der Synagoge als auch in der Friedhofsanlage. Der Zuspruch war ungemein groß.
Das hat sich im Laufe der Zeit geändert. Trotzdem wird das jüdische Gotteshaus für Besichtigungen an bestimmten Tagen freigegeben. Heute noch sind Synagoge und Judenfriedhof die großen Besuchsmagneten.
Besuchergruppen und Führungen
Reisegruppen gesellschaftlicher, sportlicher und kultureller Vereine, von regionalen und überregionalen Schulen sowie von kirchlichen Verbänden sind vorrangig vertreten, doch auch private Gruppen und Kreise lassen es sich nicht nehmen, das seltene Gotteshaus in der Region zu besuchen. Noch immer besteht Interesse, diese Besuche, Führungen und Vorträge mit einem der letzten Zeitzeugen, Bürgermeister a. D. Fred Lehner, zu erleben. Dass es heute noch möglich ist, haben die letzten Führungen in der Synagoge von privaten und gesellschaftlichen Gruppen bewiesen. Es ist es wert, innerhalb des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald den geschichtsträchtigen 1.078-jährigen Markt Floß zu entdecken.
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