Tourismus in der Nordoberpfalz: Landkreis Tirschenreuth auf Erfolgskurs
Tourismus in der Nordoberpfalz: Landkreis Tirschenreuth auf Erfolgskurs
Tirschenreuth. Mit über 100 Millionen Übernachtungen und mehr als 40 Millionen Ankünften im Jahr 2019 vermeldet der bayerische Tourismussektor ein weiteres Rekordjahr. Und dazu haben auch die Gastgeber im Landkreis Tirschenreuth im Oberpfälzer Wald ihren Beitrag geleistet.
Die veröffentlichten Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik weisen für 2019 ein Plus von 2,6 Prozent bei den Übernachtungen und sogar 5,6 Prozent bei den Ankünften aus. Damit liegt der Landkreis noch über den bayerischen Durchschnittswerten (Ankünfte: +2,3%, Übernachtungen: +2,2%).
Der gesamte Oberpfälzer Wald (Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN und Schwandorf) kann die starken Wachstumszahlen der letzten Jahre halten: bei den Ankünften verzeichnet er ein Plus von 0,6 Prozent, bei den Übernachtungen bleibt die Zahl mit -0,5 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.
Privatvermieter nicht eingerechnet
Für die Beurteilung der Zahlen ist es wichtig zu wissen, dass die Statistik nur Betriebe mit zehn oder mehr Betten enthält. Im Landkreis Tirschenreuth und im gesamten Oberpfälzer Wald haben jedoch die sogenannten „Privatvermieter“ mit maximal neun Betten traditionell einen hohen Anteil – doch diese werden vom Landesamt ausschließlich in prädikatisierten Gemeinden erhoben.
Damit gibt es für diesen Sektor nur in Bad Neualbenreuth sowie in den staatlich anerkannten Erholungsorten Friedenfels, Fuchsmühl und Plößberg genauere Zahlen. Diese sprechen jedoch eine klare Sprache, was die Bedeutung von Kleinvermietern im Oberpfälzer Wald angeht: zwischen 7 und 29 Prozent der Übernachtungen sind dort nämlich diesem Bereich zuzuordnen.
Businesskunden und Freizeittouristen
Für die nicht-prädikatisierten Gemeinden ist von einer ähnlichen Verteilung auszugehen. Ein weiteres kleines Manko der Tourismusstatistik ist die Tatsache, dass nicht zwischen Feriengästen und Geschäftsreisenden unterschieden wird. „Natürlich wäre es sehr hilfreich für uns zu wissen, welcher Anteil unserer Gäste dienstlich bei uns unterwegs ist und wie viele Menschen hier ihren Urlaub verbringen. Aber das wird eben zahlenmäßig leider nicht erfasst“, bedauert Stephanie Wenisch vom Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald des Landkreises Tirschenreuth. Andererseits – Businesskunden seien auch Gäste und genauso ein Wirtschaftsfaktor wie Freizeittouristen.
„Wenn man sich in die Zahlen etwas einarbeitet, stellt man außerdem fest, dass andere Regionen mit ähnlich erstklassigen Wirtschaftszahlen wie der Landkreis Tirschenreuth dennoch stagnierende oder sogar rückläufige Übernachtungszahlen haben – ein klarer Hinweis, dass es nicht allein die Geschäftsreisenden sein können, die unseren Gastgebern Jahr um Jahr Erfolgszahlen bescheren.“
Das Erfolgsgeheimnis?
Doch was ist es dann, das Erfolgsgeheimnis der Oberpfälzer Unterkünfte? Wahrscheinlich gerade die Kleinstrukturiertheit, die viele der Übernachtungen nicht in der Statistik auftauchen lässt. Denn die Betriebe im Oberpfälzer Wald bieten eine überaus familiäre Urlaubsatmosphäre: dank überschaubarer Bettenzahlen und größtenteils inhabergeführten Familienbetrieben kennt man hier seinen Gastgeber persönlich und genießt Ferien jenseits von Hotelburgen und Overtourism.
Damit die Unterkünfte im Landkreis Tirschenreuth auch weiterhin erfolgreich arbeiten können, hat das Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald zahlreiche Unterstützungsangebote für die Betriebe. Dazu gehören Fortbildungen von Onlinemarketing bis Beschwerdemanagement und rechtlichen Fragen genauso wie die Sterne-Klassifizierung oder individuelle Beratungstermine. Aktuell können sich außerdem noch „Radlerfreundliche Betriebe“ melden.
Wer bestimmte Kriterien erfüllt, wird im Rahmen des neuen Projekts Oberpfälzer Radl-Welt als besonders geeigneter Gastgeber für Radfahrer herausgehoben – nur eine von vielen Maßnahmen, damit der Tourismus im Oberpfälzer Wald weiter Fahrt aufnimmt.
Fotos: Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat




