Visionär mit Umsetzungswillen
Visionär mit Umsetzungswillen
Waldthurn verabschiedet einen Ausnahmebürgermeister
Auch Regierungspräsident der Oberpfalz Walter Jonas, Regierungspräsident von Oberfranken, Florian Luderschmid, sowie zahlreiche Persönlichkeiten von Behörden, Bürgermeisterkollegen der Region, Marktverwaltung sowie der Bauhof erwiesen dem langjährigen Rathauschef die Ehre. Auch Marktrat, Pfarrer, Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat und Abordnungen der Waldthurner Vereine und Bildungseinrichtungen waren gekommen.
Altbürgermeister reist mit Oldtimer an – Empfang von Fürstin und Salutschüsse
Stilvoll wurde der „Gursn Sepp“, wie ihn die Einheimischen nennen, im Oldtimer Ford Modell A von Dieter Malzer vom Gursnhof in Woppenrieth zum Schloss nach Waldthurn chauffiert – ein symbolträchtiger Abschied nach 24 Jahren an der Spitze der Marktgemeinde. Dort wurde Beimler von der Fürstin Lobkowitz und der „Historisch Hochfürstlich Lobkowitzischen Grenadiergarde der Gefürsteten Grafschaft Sternstein“ empfangen. Die angetretenen Grenadiere schossen einen Ehrensalut für ihr passives Mitglied Josef Beimler.
„Scheine Gmoi“
Der 72-Jährige ist auch Träger der Staatsmedaille in Silber der Bayerischen Regierung. Er ist einer der Leuchttürme in der Region, an der Sonnenseite des Fahrenberg. „Haben wird nicht eine scheine Gmoi“, ist ein Spruch, den er über die Jahre geprägt hat und den Bürgerinnen und Bürgern im Ohr klingt.
Bürgermeister Georg Bocka: „Du hast das Amt gelebt“
Beimlers Nachfolger Bürgermeister Georg Bocka würdigte seinen Vorgänger mit bewegenden Worten: „Lieber Sepp, du hast das Amt nicht ausgefüllt – du hast es gelebt.“ Mit Pflichtbewusstsein, Bodenständigkeit und einem klaren Blick für das Machbare habe Beimler die Gemeinde geprägt und weiterentwickelt. Besonders hob Bocka auch die Unterstützung durch dessen Familie hervor: „Ohne diesen Rückhalt wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Multimedial präsentierte Bocka eine umfangreiche Übersicht der Maßnahmen, die Beimler während seiner Amtszeit initiiert und erfolgreich umgesetzt hat.
Ein „Brückenbauer“ mit Visionen – B für Bürgermeister: Josef Beimler
Regierungspräsident Walter Jonas erinnerte sich sehr launig an die Zusammenarbeit: „Du bist einer, bei dem man sich schlecht getraut hat, Nein zu sagen. Du warst ein Motor der Grenzöffnung und ein echter Brückenbauer nach Böhmen.“ Auch weitere Redner unterstrichen Beimlers außergewöhnlichen Gestaltungswillen. So sagte MdB Albert Rupprecht: „Ich hätte die vor 24 Jahren mir gegenüber geäußerten Visionen nie gedacht, dass du sie tatsächlich so konsequent für Waldthurn umsetzten kannst. Das ist eine großartige Leistung“. Landrat Andreas Meier fand ein besonders prägnantes Bild. „Im Duden sollte unter dem Buchstaben B für Bürgermeister das Foto von Josef Beimler stehen.“ Beimlers Engagement ging weit über das Übliche hinaus. Für das Amt für Ländliche Entwicklung betonte Roland Spiller: „Du hast dich nie geschont – eigentlich gehört dir in Waldthurn ein Denkmal gesetzt.“
Auch aus der Landespolitik kam Anerkennung. MdL Stephan Oetzinger hob hervor: „24 Jahre mit Leib und Seele Bürgermeister – von dir konnte und kann man viel lernen.“
Freundschaft über Grenzen hinweg.
Ein besonderer Schwerpunkt von Beimlers Wirken war die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Tschechien. Miroslav Rauch, Bürgermeister der Partnerstadt Hostau blickte kurz auf die historische Vergangenheit beider Kommunen zurück und betonte: „Es ist eine echte Freundschaft zwischen unseren Orten, Menschen und mit dir lieber Josef entstanden.“ Fürstin Elisabeth von Lobkowitz wandte sich an die Waldthurner, hier sei eine sehr lebendige Zivilgesellschaft. „Ihr seid alle eine Inspiration!“.
Politik muss Spaß machen
Beimler selbst sagte Vergelt`s Gott und dankte für die große Ehre, die ihm bei diesem Festakt, bei dem die Trachtenkapelle Waldthurn für den musikalischen Rahmen sorgte, zuteil wurde. „Politik muss Spaß machen, das war in Waldthurn der Fall. Ich hatte im Leben Glück, dass ich euch alle getroffen habe. Es war mir eine Freude und Ehre euer Bürgermeister gewesen zu sein“. Mit der Bayernhymne endete ein unvergesslicher Festakt.



























