Weiberfasching beim Kuch – Wenn selbst das Spinnennetz wackelt

Weiberfasching beim Kuch – Wenn selbst das Spinnennetz wackelt
In Eslarn genügt ein einziges Wort – Weiberfasching beim Kuch – und schon hört man das Parkett knarzen und die Lachsalven durch den Saal hallen. Am sagenumwobenen „Nasch’n Pfinsta“, dem Donnerstag vor Aschermittwoch, bebte der Kuchsaal wieder wie zu den guten alten Zeiten. Mit dem ersten Weiberfasching unter der Regie von Gastwirt Jürgen Schmidt wurde klar: Das Leben am Kuchsaal in der Gaststätte „Zur Krone von Bayern“ ist zurück – und wie!
Weiberfasching am Islouer Kuchsaal: Tradition und Verkleidung
Am „Islouer Kuchsaal“ hieß es traditionell: Frauen übernehmen das närrische Zepter! Und die Herren der Schöpfung? Die waren herzlich willkommen – allerdings mit einem Augenzwinkern. Viele griffen vorsichtshalber selbst zum Damenkostüm: Kochschürzen wurden zur „Haute Couture“ erklärt, Miniröcke zur Mutprobe des Abends. So mancher gestandene Mann entdeckte plötzlich seine Vorliebe für Netzstrümpfe – rein aus Traditionspflege, versteht sich. Wer unerkannt bleiben wollte, mischte sich einfach mit Maske ins Getümmel. Und bei der ausgelassenen Stimmung fiel es ohnehin schwer, irgendwie aufzufallen.
DJs heizen mit 80er-Hits ein
Das Rezept zum Gelingen war ein Gastwirt mit einem flotten Team und zwei DJs. Am „Fosend-Irta“ sorgten die DJs Jürgen und Wolfgang abwechselnd mit Hits aus den 80er-Jahren für ein musikalisches Déjà-vu. Für ausgelassene „Sabada“-Stimmung standen vor allem die Klassiker der Saragossa Band auf dem Programm. Die Münchner Partyband, 1977 gegründet, ist seit Jahrzehnten für eingängige Ohrwürmer bekannt. Titel wie „Big Bamboo“, „Zabadak“ und „Agadou“ verwandelten den Weiberfasching in eine Disconacht. „Wie früher“, schwärmten viele Gäste. Hände in der Luft, Refrains aus voller Kehle – spätestens bei den bekannten Faschingsmelodien sang selbst der letzte „Minirockträger“ textsicher mit.
Spinnennetze, Stimmung und ein Blick in die Geschichte
Ein echter Hingucker waren drei Gäste im grünen Spinnenkostüm mit kunstvoll gestaltetem Netz. Doch an diesem Abend war klar: Wenn wir schon im Netz gefangen sind, dann bitte im Faschingsnetz – mit Musik, guter Laune und einem Getränk in der Hand. Die Wurzeln der Weiberfasnacht reichen bis ins Mittelalter zurück. Damals, als Frauen vom närrischen Treiben ausgeschlossen waren, nahmen sie die Sache kurzerhand selbst in die Hand – eine Tradition, die bis heute lebendig ist. Das berühmte Krawattenabschneiden kam zwar erst im 20. Jahrhundert hinzu, doch die Botschaft blieb: Einmal im Jahr regieren die Frauen. Und so hieß es auch diesmal wieder in Eslarn: Frauen an die Macht – und Männer bitte in Schürze antreten! Gastwirt Jürgen Schmidt und sein bewährtes Team sorgten bei freiem Eintritt für flüssige Kost und beste Stimmung.




