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Weniger EEG, mehr Rendite: Warum Solarparks mit Grünstromspeicher 2026 stärker werden

Oberpfalz. Photovoltaik mit Grünstromspeicher setzt 2026 neue Maßstäbe. Weniger Abhängigkeit vom EEG, mehr Marktwert durch flexible Einspeisung und OHANA Invest meldet Rekordsummen von knapp 50 Millionen Euro für Projekte.

Weniger EEG, mehr Rendite: Warum Solarparks mit Grünstromspeicher 2026 stärker werden

Die Ohana Invest -Geschäftsführer Thomas Haberl (links) und Roland Kufner. Foto: Ohana Invest

Über Jahrzehnte war die wirtschaftliche Logik eines Solarparks einfach: Die Anlage erzeugt Strom, das EEG sichert einen festen Preis. Doch diese Zeit geht zu Ende. Die Vergütungen sinken, bei negativen Börsenpreisen kann der Förderanspruch für neue Anlagen entfallen, und die Bundesregierung will Photovoltaik künftig stärker in den freien Strommarkt integrieren.

Solarparks mit Speicher: Neue Renditechancen trotz sinkender Förderung

Was zunächst nach einer schlechten Nachricht für Investoren klingt, führt 2026 zu einer überraschenden Entwicklung: Moderne Photovoltaik-Freiflächenanlagen können trotz sinkender Förderung höhere Renditeprofile erreichen als frühere, rein auf Einspeisung ausgelegte Solarparks. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Batterie heute nicht mehr als separates Projekt neben dem Solarpark steht. Sie wird als Grünstromspeicher von Anfang an Teil des Kraftwerks.

Ein solcher Speicher kauft nicht beliebig Strom aus dem Netz. Er speichert gezielt den Strom der eigenen Photovoltaikanlage. An sonnigen Tagen muss der Solarpark seine Energie dadurch nicht mehr vollständig in den günstigen Mittagsstunden verkaufen. Ein großer Teil kann zwischengespeichert und erst am Abend eingespeist werden, wenn weniger Solarstrom verfügbar ist, die Nachfrage steigt und die Börsenpreise häufig deutlich höher liegen.

Preisvolatilität und aktuelle Marktdaten

Damit verliert die sogenannte Mittagsdelle ihren Schrecken. Auch die steigende Zahl negativer Strompreisstunden wird für gut konzipierte Projekte beherrschbar. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland bereits 573 Stunden mit negativen Großhandelspreisen registriert. Für klassische Solarparks ist das ein wachsendes Problem. Für einen Solarpark mit integriertem Speicher entsteht daraus dagegen die Möglichkeit, Strom zeitlich zu verschieben und seinen Marktwert zu erhöhen.

Wie stark dieser Effekt bereits ist, zeigt eine Auswertung von OHANA Invest für das erste Halbjahr 2026. Auf Basis der viertelstündlichen Day-Ahead-Preise lag das ausgewählte Abendfenster an allen 181 betrachteten Tagen über dem günstigen Ladefenster am Tag. Der durchschnittliche Bruttopreisunterschied betrug 13,46 Cent je Kilowattstunde. Im direkten Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 ist der Preisabstand auf identischer Stundenbasis um rund elf Prozent gestiegen.

Vermarktungslogik statt Förderung

Diese Werte sind keine Renditezusage. Technische Verluste, Vermarktungskosten, Degradation und die konkrete Fahrweise eines Speichers müssen in jedem Projekt berücksichtigt werden. Sie zeigen aber, weshalb Photovoltaik mit Grünstromspeicher 2026 wirtschaftlich an Bedeutung gewinnt: Der Solarpark verkauft nicht mehr nur erzeugte Kilowattstunden. Er verkauft Strom zunehmend zum richtigen Zeitpunkt.

Sparkasse Nördliche Oberpfalz –
Sparkasse Nördliche Oberpfalz –

Aktuelle Projektsimulationen von OHANA Invest gehen noch einen Schritt weiter. Bei einem derzeit vermittelten PV-Park mit Grünstromspeicher macht der zusätzliche EEG-Ausgleich über die ersten zehn Modelljahre nur rund 0,15 Prozent der kombinierten Bruttoerlöse aus. Die Erlöslogik wird damit nahezu vollständig durch die Vermarktung des erzeugten und gespeicherten Stroms getragen. Das EEG verschwindet nicht vollständig, verändert aber seine Rolle: Es wird vom eigentlichen Erlösmotor zum Sicherheitsnetz.

Privates Kapital im Aufwind

Dass private Investoren diese Entwicklung annehmen, zeigt sich bei OHANA Invest aus Regensburg regelmäßig. Das von dem Oberpfälzer Unternehmer Thomas Haberl mitgegründete Unternehmen erzielt derzeit von Quartal zu Quartal neue Rekorde bei privaten Investitionen in erneuerbare Energien. Im zweiten Quartal 2026 vermittelte OHANA Investitionen von knapp 50 Millionen Euro in deutsche Photovoltaik- und Speicherprojekte – so viel wie noch nie zuvor in einem einzelnen Quartal.

Regionale Wertschöpfung

Ein Teil dieser Wertschöpfung bleibt unmittelbar in der Region. Zu den aktuellen Projekten gehören unter anderem Solarparks in Stammbach, Kümmersbruck und Pentling. Das private Kapital fließt damit in reale Energieinfrastruktur: in Module, Speicher, Wechselrichter, Netzanschlüsse, Flächen, technische Betriebsführung und langfristige Dienstleistungen.

„Fast 50 Millionen Euro in einem Quartal klingen zunächst nach einer Finanzkennzahl. Mich freut daran aber vor allem, dass daraus Anlagen entstehen, die rund 30 Jahre lang in Deutschland Strom erzeugen und Wertschöpfung schaffen“, sagt Thomas Haberl. „Diese Investitionen bleiben hier, zahlen über Jahrzehnte Steuern und Betriebskosten und machen uns gleichzeitig unabhängiger von fossilen Energieimporten.“

Unabhängiger und flexibler: Perspektive für Deutschland

Für Haberl zeigt der aktuelle Rekord deshalb, dass privates Kapital einen wichtigen Teil der Energiewende finanzieren kann, wenn Projekte technisch sinnvoll aufgebaut und wirtschaftlich nachvollziehbar kalkuliert sind. Der integrierte Grünstromspeicher wird dabei zum entscheidenden Baustein: Er schützt den Solarpark vor schwachen Mittagsmarktwerten, erschließt zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten und erhöht die Steuerbarkeit der Einspeisung.

Die vielleicht beste Nachricht für den Standort Deutschland lautet deshalb: Moderne Solarparks müssen wirtschaftlich nicht mehr dauerhaft von hohen staatlichen Vergütungen abhängig sein. Photovoltaik liefert weiterhin sehr günstig Energie. Der Grünstromspeicher sorgt dafür, dass diese Energie dann verkauft werden kann, wenn sie tatsächlich gebraucht wird.

Sinkende EEG-Vergütungen markieren damit nicht das Ende attraktiver Photovoltaikprojekte. Sie beschleunigen vielmehr den Übergang zu einer neuen Generation von Solarparks. Aus einer Anlage, die nur bei Sonnenschein einspeist, wird ein flexibleres Kraftwerk, das Erzeugung, Speicherung und Vermarktung intelligent miteinander verbindet.

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