Wenn der Sperling zum Model wird
Wenn der Sperling zum Model wird
Biodiversität ist im „VierStädtedreieck“ kein Fremdwort: Wer Glück und Geduld hat, kann schon am Winterfütterungsplatz oder bei einer Vogelstimmenwanderung im Frühling mehr als zwei Dutzend Vogelarten beobachten, und auch Libellen, Frösche und Schmetterlinge, Sonnentau und Knabenkraut kennt man hier nicht nur aus Fernseh-„Naturdokus“ oder Büchern.
Zwölf Jahre Leidenschaft, Tarnung und Geduld
Niemand weiß das besser als Günter Klein: Seit zwölf Jahren verbringt der leidenschaftliche Hobbyfotograf unzählige Stunden „auf der Pirsch“ nach Tier- und Pflanzen-„Models“. „Ungefähr 90 Prozent meiner Bilder nehme ich im Altlandkreis Eschenbach auf“, verriet der Gründer der Trabitzer Naturschutzgruppe bei seiner Naturfotografie-Bilderschau „Fauna und Flora meiner Heimat“ für die Selbsthilfegemeinschaft „Generationen Hand in Hand“ im Schwarzenbacher Pfarrheim.
Dabei gewährte er manchen Einblick in die Trickkiste eines Fotoprofis, der die Kunst des „Tarnens und Täuschens“ beherrschen, Abgehärtetheit, aber auch Respekt vor den Mitgeschöpfen und vor allem viel Geduld mitbringen muss. Für eine winterliche Bilderserie über zwei Graureiher habe er vier Tage an einem zugefrorenen See bei bis zu minus 18 Grad zubringen müssen, verriet Klein.
Das Gewöhnliche außergewöhnlich machen
Wichtiger als alles andere dürfte für einen erfolgreichen Fotografen freilich „der Blick“ sein: die Fähigkeit, selbst in scheinbar alltäglichen und „belanglosen“ Objekten jenes gewisse Etwas zu erkennen, das aus der Aufnahme eines „Allerwelts“-Feldsperlings, einer „hässlichen“ schwarzen Tagpfauenaugenraupe oder gar einer „Stinkwanze“ ein zum Staunen und Nachdenken anregendes Kunstwerk macht.
Dass Günter Klein diese Gabe besitzt und meisterlich einzusetzen weiß, bestätigen Auszeichnungen zahlreicher Wettbewerbe und Ausstellungen im In- und Ausland. Freilich: Wenngleich der Bildkünstler und Naturfreund in seinem Vortrag mehr als 140 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten von Azurjungfer und Blässhuhn bis zu Trollhand, Walderdbeere und Zebraspinne „defilieren“ ließ, verhehlte er doch nicht, dass auch im Land am Kulm Technisierung, menschliche Achtlosigkeit und der Klimawandel ihren Tribut von der Tier- und Pflanzenwelt gefordert haben.
Fotografie als Appell zum Naturschutz
Seine fotokünstlerische Arbeit versteht Klein deshalb auch als Denkanstoß und Appell, mit der Schöpfung achtsam, weitblickend und verantwortungsbewusst umzugehen: „Ich verstehe mich auch als Anwalt der Natur – sie kann ohne uns bestehen, aber wir nicht ohne sie.“ Im Kleinen könne jeder etwas zur Artenvielfalt beitragen.
„Es bringt schon viel und schafft Lebensräume und Nahrungsquellen für Tiere, wenn man im Garten eine Brennnesselecke stehen lässt, eine Blütenwiese anlegt oder einen Rain mit frei wachsenden Blumen und Gräsern unberührt lässt.“






