Wissenschaftszentrum in Speinshart rückt näher

Wissenschaftszentrum in Speinshart rückt näher
Super Tech in Speinshart: Für Kloster und Dorf beginnt ein neues Zeitalter. Es geht nicht mehr ums Ob, sondern um das Wann und Wie: Das Wissenschaftszentrum wird Wirklichkeit, davon sind die Macher überzeugt. Details erfahren die Speinsharter in einer „Bürgerversammlung“.
Ein Meilenstein für Kloster und Gemeinde
Speinshart ohne Klosterleben: Das wäre für die Gemeinde der Super-GAU, sagt Abt em. Hermann Josef Kugler. Umso epochaler erscheinen die Planungen für eine „Neugeburt“ der Prämonstratenserabtei als Ort des Glaubens und der Wissenschaft. Der Administrator sprach am Montagabend im voll besetzten Gemeindezentrum von der historischen Chance, im Zusammenspiel von Hightech und Kloster eine Jahrhundertchance zu nutzen. Mit Blick auf das Kommen und Gehen in der bayerischen Klosterlandschaft bezeichnete der Prämonstratenser das Großprojekt als ein bayernweites Alleinstellungsmerkmal, auf das eine ganze Region stolz sein könne.
Mit den weiteren Akteuren des Abends strahlte Speinsharts Bürgermeister Albert Nickl um die Wette. „Mit einer guten Finanzierung ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Verwirklichung des Jahrhundertprojekts erreicht“, verkündete der Gemeindechef. Das Vorhaben eröffne dem Kloster neue Perspektiven und erschließe der Kommune und der Nordoberpfalz wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten. Und tatsächlich: Der Zwischenbericht, mit dem Albert Nickl den Speinshartern die Hightech-Offensive schmackhaft machte, zeigte auf: „Wir sind unserem Ziel, die verwegene Idee in die Tat umzusetzen, ganz nahe.“
Kostenschätzung bei 25,5 Millionen Euro
Nickl verwies unter anderem auf positive Signale aus der Hochschulwelt und von Bund und Land zu Fragen der Finanzierung. Für das Gesamtprojekt, das in drei Bauabschnitten einschließlich des Girisch-Anwesens entstehen soll, nannte der Bürgermeister eine Kostenschätzung in Höhe von zirka 25,5 Millionen Euro. Auch die Kommune müsse mit zirka einer halben Million Euro unter Berücksichtigung eines hohen Beitrags aus dem Topf der Städtebauförderung tief in den Gemeindesäckel greifen. Weitere Finanzdeals lassen den Bürgermeister hoffen, den Finanzierungsanteil der Gemeinde weiter zu reduzieren.
Vielsagend versprach Landtagsvizepräsident MdL Tobias Reiß als Vorsitzender des Fördervereins für das künftige Wissenschaftszentrum, getragen von den bayerischen Hochschulen und Universitäten und der Anmietung der Internationalen Begegnungsstätte durch den Freistaat, eine überschaubare Belastung des Klosters und der Gemeinde. „Speinshart wird kommen und als Insel der Zukunftstechnologie und als Ort der Sammlung und des Gesprächs in die Welt hinaus leuchten.“
Vielversprechende Planung
Die weit fortgeschrittenen Planungen beleuchtete Diplom-Ingenieur Peter Brückner vom renommierten Architekturbüro Brückner & Brückner aus Tirschenreuth. Das Raumprogramm eines „ruhenden Baukörpers in der Maßstäblichkeit der Klosterhofgebäude unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ umfasst die Errichtung eines multifunktionalen Auditoriums, von Seminar- und Besprechungsräumen und von zirka 60 weiteren Übernachtungsmöglichkeiten in 55 Zimmern. „Zudem muss der kleine Klosterhof eine Adresse der Kirche bleiben“, betonte Peter Brückner. Zum Gesamtkonzept gehört auch die Errichtung von Parkplätzen südlich des Klosterareals. Mit dem Beginn „vorbereitender Baumaßnahmen“ rechnet der Planer im Herbst 2027. Der Baustart für die Neubauten ist für Mai 2028 terminiert.
Arbeitsplätze für die Speinsharter?
Ein Gesamtszenario, das Bürgermeister Albert Nickl optimistisch mit der Anmerkung umschrieb: „Den Mutigen gehört die Zukunft.“ Im Kontext zu einem offenen Fenster hofft der Gemeindechef auf den frischen Wind der Neuorientierung. Auf diese Impulse bauen auch viele Speinsharter, wie sich beim folgenden Gedankenaustausch zwischen Besuchern und den Projektmachern zeigte. Professor Günter Leugering, wissenschaftlicher Leiter des „Speinshart Scientific Center for AI and SuperTech“, beleuchtete Fragen zur Zukunftsfähigkeit des Projekts und dem künftigen Potenzial an Arbeitsplätzen für die Speinsharter.
Ergänzend wies Administrator Hermann Josef als Bauherr und Vermieter auf neue Dienstleistungsangebote im Rahmen des wissenschaftlichen und gastronomischen Betriebs hin. Zudem sah er Chancen für Kloster und Konvent. Eine solch epochale Neuorientierung könne auch helfen, Verstärkung für das Leben im Kloster zu gewinnen. Der Pater betonte zusammenfassend: „Die Basis aller Planungen ist eine gute Zukunft des Klosters.“ Ein Konzept, das allerdings ohne die Berücksichtigung von Außenstellen auskommt. Frühere Überlegungen einer Nutzung zum Beispiel des Barbaraberg-Areals sind nicht mehr Gegenstand der Planungen.
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