Workshops zur Kommunalpolitik begeistern junge Menschen in Tirschenreuth

Workshops zur Kommunalpolitik begeistern junge Menschen in Tirschenreuth
Das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth ist mit der „Demokratie-Werkstatt für alle“ seit 2016 im Bereich der inklusiven politischen Bildung im Landkreis Tirschenreuth unterwegs. Friedrich Wölfl und Christina Ponader haben sich Anfang 2026 in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit einem besonderen Projekt gewidmet und Workshops zum Thema „Kommunalpolitik“ in verschiedenen Schulen und Vereinen angeboten.
Die Kinder und jungen Leute hatten Vorarbeit zu leisten und Basisinformationen zu ihrer Gemeinde recherchiert, so zur Einwohnerzahl, zu Ortsteilen, zum Stadt- oder Gemeinderat, zur Haushaltsgestaltung, zu Einrichtungen in der Gemeinde sowie zu Themen im Stadt- oder Gemeinderat.
Pflicht, Kür und Finanzen anschaulich erklärt
So vorinformiert ging es in einen Workshop von 90 bis 120 Minuten. Anhand von Illustrationen näherten sie sich den Kernfragen: Was sind Pflichtaufgaben der Kommune, was freiwillige Leistungen? Die Zwänge der Kommunalpolitik wurden schnell offenbar. Und zwischen Pflicht- und Kür-Aufgaben sind vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen zu beachten. Wie kann man den Haushalt ausbalancieren? In einer anschaulichen Übersicht wurden den jungen Menschen die Zuständigkeitsbereiche der Kommune und des Landkreises in inklusiver Form vorgestellt.
In der zweiten Phase formulierten die jungen Leute, was ihnen an ihrem Ort besonders gefällt beziehungsweise missfällt, aber auch, was sie sich dringend von den Stadt- und Gemeinderäten wünschen. Natürlich fiel dieses „Wunschkonzert“ je nach Alter der Teilnehmer und des Standorts sehr unterschiedlich aus. Niedrigere Döner-Preise, kostenloser Eintritt ins Eisstadion, ein Stadtbus oder ein Angelplatz waren dabei.
Wünsche der Jugendlichen und Dialog mit der Kommune
Mit diesen Ergebnissen konnte in der Gruppe weitergearbeitet oder ein Gespräch mit dem Bürgermeister angestoßen und vorbereitet werden. Vor der Kommunalwahl gab es noch eine kurze Wahlinformation.
Ein paar Eindrücke aus den Gruppen, mit denen der Workshop durchgeführt wurde:
Erfahrungen aus Schule und Verein
Die Fachschüler:innen profitierten von dem Workshop als mögliche Multiplikator:innen für Workshops in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder jungen Menschen.
Die Schulworkshops (unter anderem Realschule, Mittelschule) waren zum Beispiel gut kombinierbar mit dem Fachunterricht oder mit einer Sprechstunde beim oder bei der Bürgermeister:in im Nachgang oder mit der Durchführung einer U18-Wahl an der Schule.
Engagement vor Ort und nächste Schritte
Im Verein trifft man in der Regel auf eine eher altersgemischte Gruppe, die dafür sehr gute lokale Kenntnisse hat. Daraus resultierten zum Großteil realistische Wünsche und Vorstellungen sowie eine hohe eigene Engagementbereitschaft beziehungsweise die Bereitschaft zu einem eigenen Arbeitseinsatz vor Ort. Auch hier lässt sich gut ein Termin zum Beispiel mit dem oder der neugewählten Bürgermeister:in anschließen oder ein Brief an die Fraktionen im Marktrat.
Die modellhaft durchgeführten Workshops sind nachahmenswert und adaptierbar, auch nach der Wahl im Kontakt mit Lokalpolitiker:innen beziehungsweise im Sinne der Etablierung eines Jugendparlaments im Ort. Die Durchführung mit verschiedenen Alters- und Zielgruppen hat bewiesen, dass mit dem richtigen Format junge Menschen für Kommunalpolitik begeistert werden können und politische Bildung vor Ort nach wie vor notwendig und ein wesentlicher Baustein guter Ortsentwicklung ist.




