Günter Mauermanns Mutter und Kind sind zurück in Weiden

Günter Mauermanns Mutter und Kind sind zurück in Weiden
„Mutter und Kind“ sind wieder heil. Vor wenigen Tagen wurde die Statue wieder auf den Sockel montiert. Jetzt soll sie noch gesegnet werden. Am Donnerstag, 30. April, findet dazu um 16.30 Uhr ein kleiner Festakt vor dem Wohngebäude statt.
Organisator Ludwig Kreutzer erwartet eine ganze Reihe an Ehrengästen: den Bildhauer Günter Mauermann mit Frau, Schreiner Hans Preisinger aus Wondreb, die frühere Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und ihre Nachfolgerin Sabine Guhl, aber auch Politiker wie die Bürgermeister Lothar Höher und Reinhold Wildenauer sowie Landtagsabgeordnete Laura Weber haben zugesagt.
Versuchter Bronze-Diebstahl scheiterte
Man muss ein wenig ausholen, warum die Segnung eine so große Sache ist. „Mutter und Kind“ ist eines der Erstlingswerke des namhaften Weidener Künstlers Günter Mauermann (88). Seit den 1960ern hielt die bronzene Mutter auf der Wiese vor den Mehrfamilienhäusern in der Leimberger Straße ihr Kind hoch. Die Statue war eine Auftragsarbeit für die Bundesbahn, der die Gebäude damals gehörten.
Um das Jahr 2018 wurde sie dann brutal abgeschnitten. Ein Anwohner berichtete dem Nachrichtenportal Onetz 2023, wie er gegen 2 Uhr morgens beim Videospielen sehr laute Geräusche im Garten hörte. Gerade als er aus dem Fenster sah, fiel die Statue vom Sockel. Drei Männer liefen davon.
„Mutter mit Kind“ lagen im Heizungskeller
Anzeige bei der Polizei wurde nicht erstattet. Der Hausmeister deponierte die abgeschnittene „Mutter mit Kind“ im Heizungskeller. Da lag sie jahrelang. Im Garten blieben die Fußstümpfe samt Granitsockel stehen. 2023 berichtete Onetz über den Fund im Heizungskeller.
Ein Anblick, der dem Weidener Ludwig Kreutzer im Herzen weh tat. Der Kunstliebhaber engagierte sich privat für die Reparatur der Statue. Seit Sommer 2025 hat er so einiges versucht, um „Mutter mit Kind“ wieder auf den Sockel zu stellen, wo sie hingehören. Dabei hatte er stets Kontakt zu Künstler Mauermann.
Schreiner aus Wondreb übernahm Reparatur
Sein Bekannter Dieter Moller von der GKS (Gesellschaft für. Kooperation und Service, Unternehmensgruppe BHS Corrugated) hoffte zunächst, die Skulptur im eigenen Haus wieder heil machen zu können. Am Ende musste er passen: „Die schweißen alles. Aber kein Bronze“, sagt Kreutzer. Aber: Moller vermittelte den Kontakt zu Schreiner Hans Preisinger aus Wondreb, ein Tausendsassa mit tausend Fähigkeiten.
Steinmetz Thomas Raithel montierte die Füße ab. Kreuzer verlud „Mutter und Kind“ und Füße in seinen Kofferraum und transportierte die Einzelteile nach Wondreb. Preisinger tüftelte eine Lösung aus, wie alle Teile wieder fest ineinander verankert werden konnte.
Für den Künstler eine große Freude
Das Ergebnis: perfekt. „Von weitem sieht man gar nichts“, sagt Kreutzer. Möglicherweise sei die Konstruktion jetzt sogar stabiler als zuvor. An Weihnachten 2025 habe er den 88-jährigen Bildhauer in dessen Wohnung über die gelungene Reparatur informiert. „Er hat gemeint: Das ist für mich wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig.“
Das kommt jetzt tatsächlich fast hin: Es hat ein wenig gedauert, aber inzwischen steht die Bronzeskulptur wieder auf dem Rasen in der Ermersrichter Straße 55/Ecke Leimberger Straße. Am Donnerstag wird sie von Monsignore Pfarrer Andreas Uschold in Anwesenheit des Künstlers gesegnet.







