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Heimatverein Eslarner in München feiert 130 Jahre in Eslarn

Eslarn. Nach dem pandemiebedingten Ausfall des 125-jährigen Gründungsjubiläums feierten die „Eslarner in München“ ihr 130-jähriges Bestehen in der Heimat mit Festmesse, Ehrungen und starker Botschaft gelebter Verbundenheit.

Heimatverein Eslarner in München feiert 130 Jahre in Eslarn

Dieter Ganzenmüller, Vorsitzender der ARGE Oberpfälzer Heimatvereine, blickte auf die Entstehung der Heimatvereine zurück. Foto: Karl Ziegler
Die Gratulanten und Geehrten mit (v.l.) zweiter Vorsitzender Berta Ertl, Vorsitzenden Heinrich Kleber, Bürgermeister Thomas Kleber, Karl Ertl, Kassiererin Adele Lindner, Otto Wild und Schriftführer Georg Lindner. Foto: Karl Ziegler
Vorsitzender Heinrich Kleber dankte allen für die Anwesenheit, Georg Lindner für die perfekte Organisation (stehend v.l.), den Musikern Wild/Reber für die Unterhaltung und Sterr/Roth für die Bewirtung. Foto: Karl Ziegler
Einem Erinnerungsfoto stellten sich (ab 2. v.l.) Pfarrer Udo Klösel, Vorsitzender Heinrich Kleber, Bürgermeister Thomas Kleber und (v.r.) Pfarrvikar Basil und Pater Felix Meckl mit den Mitglieder vom Heimatverein. Foto: Karl Ziegler
Die Jubiläumsmesse zelebrierten (v.r.) Pfarrer Udo Klösel, Pater Felix Meckl und Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega. Foto: Karl Ziegler

Nachdem das 125-jährige Gründungsjubiläum wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste, feierten die „Eslarner in München“ ausgiebig das 130-jährige Jubiläum in der Heimat mit 30 Mitgliedern und Ehrengästen. Der 1896 gegründete Verein blickt auf 130 Jahre gelebte Gemeinschaft, Heimatverbundenheit und Brauchtumspflege zurück. Den Auftakt bildete eine Festmesse in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“.

Pfarrer Udo Klösel begrüßte die Gottesdienstbesucher und besonders Pater Felix Meckl, der aus Eslarn stammt, eine bestimmte Zeit als „Eslarner in München“ lebte und heute die Hochschulseelsorge der Katholischen Studierendengemeinde in Berlin leitet. Gemeinsam mit Pfarrer Klösel und Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega zelebrierte er die Jubiläumsmesse. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Dreigesang und Organistin Martina Brenner. Zu Beginn erklang das Lied „Gott, Herr, segne uns“.

Heimat schafft Gemeinschaft

In seiner Predigt stellte Pater Meckl das Bibelwort „Bleibt in mir und ich in euch“ in den Mittelpunkt. Vor 130 Jahren hätten viele Menschen Eslarn aus wirtschaftlichen Gründen verlassen und seien unter anderem nach Sachsen, Nürnberg und München gezogen. In der Fremde hätten sie sich zusammengeschlossen, um Traditionen und Brauchtum zu bewahren und die Verbindung zur Heimat lebendig zu halten. „Es ist immer schön, in die Heimat zu kommen, wo man liebe Menschen trifft“, betonte Meckl. Ein Heimatverein zeige, dass Menschen trotz unterschiedlicher Ansichten gemeinsam etwas bewegen könnten. Es entstünden Brücken statt Mauern.

Jesu Liebe gelte nicht nur Menschen, die uns ähnlich seien. Verschiedenheit, Zusammenhalt, ehrliches Gespräch und gemeinsame Verantwortung seien miteinander möglich. „Diese Hoffnung braucht die Welt.“

Kassiererin Gretl Thomas erinnerte namentlich an die verstorbenen Mitglieder. Für die 29 Verstorbenen wurde jeweils eine Kerze entzündet. Die Lesung übernahm die zweite Vorsitzende Berta Ertl. Nach dem Gottesdienst ging es zum Ehrenabend in den Gasthof „Böhmerwald“.

130 Jahre Verbundenheit mit Eslarn

Dort begrüßte der erste Vorsitzende Heinrich Kleber die Mitglieder und Ehrengäste. Sein besonderer Dank galt Bürgermeister Thomas Kleber, Pfarrer Udo Klösel, Pater Felix Meckl sowie den Familien Sterr und Roth für die Bewirtung.

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Bürgermeister Thomas Kleber überbrachte die Glückwünsche des Marktes Eslarn. „Wir ehren heute nicht nur einen Verein, sondern wir feiern 130 Jahre Verbundenheit, gelebte Gemeinschaft und Heimat im Herzen.“ Wer seine Heimat verlasse, nehme sie in Sprache, Erinnerungen und Bräuchen mit. Heimat sei mehr als ein Ort auf der Landkarte – sie lebe vor allem durch die Menschen.

Kleber erinnerte an die erste offizielle Heimfahrt im Jahr 1935 und an die Entwicklung der Anreise vom Bocklzug über das Auto bis zum heutigen Bus. Auch diesmal waren rund 30 Mitglieder und Freunde gemeinsam nach Eslarn gekommen.

Dieter Ganzenmüller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Oberpfälzer Heimatvereine, schilderte die wirtschaftliche Entwicklung der Oberpfalz und die Entstehung der Heimatvereine. Diese hätten Menschen in der Fremde verbunden und gegenseitige Unterstützung ermöglicht. Heute sei es eine besondere Herausforderung, jüngere Mitglieder für die Vereine zu gewinnen.

Für die Kolpingsfamilie gratulierte Gregor Härtl und überreichte einen Geschenkkorb mit heimischen Schmankerln. Dominik Brenner überbrachte für den Oberpfälzer Waldverein Glückwünsche und eine Spende.

Schriftführer Georg Lindner blickte auf die Vereinsgeschichte zurück. Am 26. November 1896 gegründet, erhielt der Verein 1933 seine Vereinsfahne. Seit 1937 durften auch gebürtige Eslarner Frauen Mitglied werden.

Zählte der Verein 2016 noch 82 Mitglieder, sind es heute rund 50 bei einem Durchschnittsalter von etwa 75 Jahren. Seit 2017 führt Heinrich Kleber den Verein. Besonders stolz ist man auf die beiden 100-jährigen Mitglieder Hildegard Zierer und Maria Elblein. Die Versammlungen finden seit 2022 im Gasthaus „Erdinger Weißbräu“ in München-Großhadern statt.

Ehrungen für langjährige Treue

Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielt Otto Wild eine Urkunde. Der inzwischen nach Eslarn zurückgekehrte Vereinsangehörige wurde zudem zum Ehrenmitglied ernannt.

Eine besondere Überraschung war die Ernennung des Vorsitzenden Heinrich Kleber zum Ehrenmitglied. Seit 1981 gehört er dem Verein an, war von 2003 bis 2017 zweiter Vorsitzender und übernahm 2017 die Vereinsführung. Die zweite Vorsitzende Berta Ertl würdigte seinen unermüdlichen Einsatz, seine Zuverlässigkeit und sein stets offenes Ohr für die Mitglieder. Sichtlich überrascht nahm Kleber die Urkunde entgegen.

Eine weitere Ehrung galt Karl Ertl, genannt „Bepp“, der seit 1966 Mitglied ist und damit auf 60 Jahre Vereinszugehörigkeit zurückblickt. Gemeinsam mit seiner Frau Berta besucht er regelmäßig die Versammlungen. Zudem engagiert er sich seit Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen und fertigt Handzeichnungen und Bilder von Eslarner Gebäuden und Landschaften an. Gemeinsam mit Georg Lindner arbeitete er an der Vereinschronik.

Musik und stilles Gedenken

Für beste Unterhaltung sorgten Manfred Wild mit seinem Bariton und Gerhard Reber mit Akkordeon. Auch die humorvollen Einlagen von Wild fanden großen Anklang. Zum Abschluss sangen die Gäste gemeinsam das Eslarner Heimatlied „Am Fuße des schönen Böhmerwaldes…, da liegt mein Eslarn wunderschön“ und die Bayernhymne.

Die beiden Vorsitzenden Heinrich Kleber und Berta Ertl dankten allen Mitgliedern, Ehrengästen und Mitwirkenden für ihre Teilnahme und Unterstützung. Die nächste Jahreshauptversammlung mit weiteren Ehrungen ist für den 20. Januar 2027 vorgesehen. Vor der Heimfahrt besuchten die Teilnehmer den Friedhof. An der Gedenktafel legten sie eine Blumenschale nieder und gedachten der 29 verstorbenen Vereinsmitglieder. Damit endete ein Jubiläum, das Freude, Dankbarkeit und Erinnerung vereinte und einmal mehr zeigte, wie lebendig die Verbundenheit der Eslarner in München mit ihrer Heimat geblieben ist.

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