IKM Weiden setzt auf moderne Museumspädagogik: Kinder führen Kinder
IKM Weiden setzt auf moderne Museumspädagogik: Kinder führen Kinder
IKM Weiden- das klingt erst einmal leblos und uninteressant. Wenn man aber hinter die Buchstaben der Abkürzung blickt, wird schnell klar, dass hier ein Ort voller Leben und spannender Geheimnisse liegt.
Das IKM Weiden rückt nämlich Kinder und Jugendliche noch stärker in den Mittelpunkt seiner Museumsarbeit. Bei einem Informationsgespräch im Waldsassener Kasten stellten Museumspädagogin Irene Fritz und Museumsleiter Johannes Listewnik zentrale Angebote des Internationalen Keramikmuseums vor. Mit dabei waren Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler, Kulturamtsleiterin Sabine Guhl sowie Vertreter der Sparkasse Oberpfalz Nord und der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz. Gemeinsam mit der VHS unterstützen sie seit Jahren das Projekt „Kinder im Museum“.
IKM Weiden macht Kultur früh erlebbar
Eine tragende Säule der Museumsarbeit ist das Programm „Kinder im Museum“. Irene Fritz betonte, wie wichtig frühe Begegnungen mit Kunst und Geschichte sind. Kinder sollen das Museum nicht als stillen Raum erleben, sondern als Ort zum Fragen, Staunen und Mitmachen.
Gerade Keramik eignet sich dafür besonders gut. Sie erzählt von Alltag, Handel, Religion, Kunst und Handwerk. Deshalb öffnet das IKM Weiden jungen Besuchern einen direkten Zugang zu vielen Kulturen und Epochen.
Kinder führen Kinder im IKM Weiden
Besonders erfolgreich ist die Aktion „Kinder führen Kinder“. Die Idee kam einst von einem Kind selbst. Heute gehört sie zu den prägenden Angeboten der Weidener Museumspädagogik.
Interessierte Mädchen und Jungen werden von den Museumsmitarbeitern vorbereitet. Sie lernen die Sammlung kennen, üben freies Sprechen und erfahren geschichtliche Hintergründe. Danach führen sie Gleichaltrige durch das Museum.
Aktuell engagieren sich drei zehnjährige Schülerinnen des Augustinus-Gymnasiums Weiden und ein zwölfjähriger Schüler der Mittelschule Neustadt. Dabei gewinnen sie Selbstvertrauen, lernen Verantwortung und erleben, wie viel Freude Wissensvermittlung machen kann. Ein kleines Taschengeld gibt es darüber hinaus auch.
Begegnungen über Grenzen hinweg
Monatlich bietet das Museum Kinderführungen an. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Kinder aus allen gesellschaftlichen Gruppen. Besonders erfreulich ist die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl. So entstehen immer wieder besondere Momente. Kinder mit Fluchterfahrung entdecken Bezüge zu ihrer Herkunft. Schließlich lag die mesopotamische Hochkultur in Gebieten, die heute vor allem zum Irak sowie zu Teilen Syriens, der Türkei und des Iran gehören. Damit wird das IKM Weiden auch zu einem Ort des Dialogs. Kultur verbindet hier Menschen, die unterschiedliche Lebenswege mitbringen.
Starkes Netzwerk trägt das IKM Weiden
Johannes Listewnik verwies auf das besondere Netzwerk des Hauses. Stadt Weiden und Freistaat Bayern tragen das Museum wesentlich. Dazu kommen die Kulturwerkstatt Kalmreuth und die Neue Sammlung in München.
So kann hochwertige Kultur auch abseits großer Ballungsräume sichtbar werden. Das Internationale Keramikmuseum zeigt, dass kulturelle Bildung nicht nur in Metropolen stattfinden muss.
Sabine Guhl hob zudem den Standort hervor. Im Waldsassener Kasten befindet sich auch die Regionalbibliothek. Dadurch reicht das Bildungsangebot im Haus von der Keilschrift über Buchdruckkunst bis zu modernen Medien.
Stadt steht zum Bildungsort
Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler würdigte das Engagement aller Beteiligten. Mit der frühen Einbindung von Kindern gehe Weiden einen wichtigen Schritt zur Bildungsnähe. Allerdings sei vielen Menschen noch nicht bewusst, welch hochwertiges Angebot ganzjährig im Waldsassener Kasten offensteht.
Zeitler dankte außerdem dem Freundeskreis der Keramischen Sammlungen. Er zeigt, dass Bildung aus der Stadtgesellschaft heraus gewünscht und gefördert wird.
Schließlich sagte der Oberbürgermeister dem IKM Weiden klare Unterstützung zu. Auch in schwierigen Kassenzeiten stehe die Stadt zum Museum. Ein Oberzentrum müsse sich ein solches Kulturangebot leisten können.




