Dr. Bernhardt
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In der Klosterkirche hing der Himmel voller Geigen

Speinshart. Einen „Himmel voller Geigen“, so lautete der Titel des Konzerts des Jungen Kammerorchesters Ostbayern (JKO), es verzauberte in Speinshart erneut eine große Hörerschaft.

In der Klosterkirche hing der Himmel voller Geigen

In der Speinsharter Klosterkirche überzeugten die jungen Leute mit einem bemerkenswert harmonischen und anspruchsvollen Konzertprogramm. Foto: Robert Dotzauer

Schon im Frühjahr hatten sich die jungen Streicher in der Klosterkirche mit europäischem Geist in die Herzen des Publikums gespielt. Nun warf das Ensemble erneut einen optimistischen Blick auf den Erhalt des musikalischen Erbes im Geiste des alten Kontinents. Wieder gelang es Prof. Walter Schreiber, Geiger des WDR-Sinfonie-Orchesters, Mitglied im Orchester der Bayreuther Festspiele und Gründer des renommierten Kölner Klaviertrios, eine Vielzahl junger talentierter Geiger in verschiedenen Besetzungen zusammenzuführen.

„Orchestra in Residence“ mit anspruchsvollem Programm

Fortgeschrittene Schüler und begeisterungsfähige Studenten demonstrierten als stattliches Kammerorchester, wie groß die Begeisterung für das musikalische Erbe in vielen jungen Menschen verankert ist. Energisch und leidenschaftlich ging es bei den angekündigten Werken berühmter Komponisten zur Sache, aber auch diskret und feinsinnig.

Linus Guwen Jia begeisterte mit einem Satz aus Joseph Haydns Konzert für Violine und Streicher G-Dur Hob. VII a. Foto: Robert Dotzauer

Nach Speinshart kamen die jungen Leute mit Bach, Haydn, Piazzolla und Vivaldi. In großer Harmonie entführte das Orchester zunächst in die Welt von Johann Sebastian Bach. Wer sich Bachs Violinkonzerte vornimmt, ist schon mitten in der Musikgeschichte. Linus Guwen Jia, Jahrgang 2013, hatte schon im Alter von vier Jahren erfolgreich an einem Mendelssohn-Wettbewerb teilgenommen. Nun bewies das zehn Jahre junge Supertalent seine Klasse mit dem Allegro moderato von Joseph Haydn’s Konzert für Violine G-Dur Hob.VII a.

Das Publikum war begeistert und erklatschte sich eine weitere Kostprobe des vielversprechenden Naturtalents. Ein „Saitenwechsel“ führte das Kammerorchester über den Großen Teich. Prof. Joanna Sachryn, Dozentin für Violoncello und Kontrabass, beeindruckte mit Astor Piazzollas Oblivion.

Es war ein Geschenk für alle Musikfreunde an einem magischen Ort. Viele der über 150 Besucher trafen sich anschliessend noch bei Klosterwein und Klosterbier auf Einladung der Internationalen Begegnungsstätte zur freundschaftlichen Begegnung im Kreuzgang und im Innenhof der Abtei.

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