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Kloster-Besucher begegnen Charakterköpfen

Speinshart. Im Konventgang der Abtei begegnet man ab sofort „Denkern“, „Nachdenklichen“, „Zuversichtlichen“ und „Schönen“.

Kloster-Besucher begegnen Charakterköpfen

“Lassen Sie die Köpfe auf sich wirken”, sagt Kunstvermittlerin Gabriele Hartl. Foto: Robert Dotzauer

Es war wohl für Bernhard Fischer zunächst ein Ausgleich und wurde immer mehr zur Passion – das Formen von Keramiken. Nach Abitur und Studium der Altphilologie und Germanistik und bis zur Pension Gymnasiallehrer, war es für den Reimlingen bei Nördlingen geborenen und 2015 verstorbenen Künstler zunächst ein Steckenpferd, Schalen, Vasen und Blumenübertöpfe mit geheimnisvollem Dekor zu schaffen. Schließlich wagte er Figuren zu formen, etwa eine grüne Eidechse auf grünem Grund, ein Paar, das sich umarmen will und das in der Bewegung innehält.

Fasziniert von „Charakterköpfen“

Die Figuren wurden größer, und bald begann der Künstler wie besessen oder eher wie getrieben Köpfe zu formen und diesen Köpfen einen eigenen Charakter zu geben. „Charakterköpfe“, wie er sie nannte. Jeder Kopf ein Individuum, jeder Kopf eine eigene Menschenwelt. Diese „Charakterköpfe“ sind es auch, die seit Sonntag im Oberen Konventgang des Klosters Speinshart zu bestaunen sind. Bei der Vernissage begegneten den Besuchern Köpfe, die Charakter ausstrahlen und Leben geben, wie Elisabeth Fichtner, Geschäftsführerin der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart in ihrer Laudatio auf den Künstler und die Ausstellung feststellte.

„Ludger, der Wachende“ gehört zu den Prachtstücken der Ausstellung. Foto: Robert Dotzauer
Foto: Robert Dotzauer

Vorbereitet von Kunstvermittlerin Gabriele Hartl trägt die Ausstellung den Titel „Charakter. Köpfe-Bernhard Fischer. Keramik“. In Anwesenheit von Pater Andreas Hamberger, Provisor der Prämonstratenserabtei, empfahl Elisabeth Fichtner den Gästen der Ausstellungseröffnung und den künftigen Besuchern, mit den „Köpfen“ ins Gespräch zu kommen. „Feinsinnig, verschmitzt und wohlwollend, die Köpfe schaffen Vertrauen“, urteilte die Laudatorin. Das Lächeln, Leiden und Kämpfen, das Resignieren, Freuen und Verzweifeln in den Gesichtsausdrücken werfe für den Betrachter Fragen auf und ermuntere mit Blick auf Alltag und Leben zu Antworten.

Mit den Köpfen im Dialog

„Lassen Sie einfach die Köpfe auf sich wirken oder noch besser, nehmen Sie einen mit nach Hause, um Gespräche zu führen“, empfahl Fichtner. Die Keramik-Köpfe sind roh belassen oder gebrannt und bemalt, um zu demonstrieren, dass auch manchmal Schutzschichten hilfreich sind, voreinander und vor dem Leben.

Jeder „Charakterkopf“ der insgesamt 36 Ausstellungsstücke, präsentiert in einer prächtigen Ausstellungsstruktur im Oberen Konventgang des Klosters, trägt einen Namen von der lachenden Adelgunde bis zu Reto, den Weisen, von Adrian, den Aufmerksamen bis zur Lea, der Tapferen.

Charakter.Köpfe-Bernhard Fischer.Keramik

Die Ausstellung ist bis 1. Oktober geöffnet. Öffnungszeiten sind jeweils mittwochs von 9 Uhr bis 15 Uhr, sonn- und feiertags von 13.30 Uhr bis 17 Uhr und jederzeit auf Anfrage unter der Telefonnummer 09645/60193-801.

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