Versuchte Brandstiftung am KZ-Dokumentationsort in Hersbruck

Versuchte Brandstiftung am KZ-Dokumentationsort in Hersbruck
Am 15. Juni entdeckte ein Mitarbeiter der Stadt Hersbruck Brandspuren am Dokumentationsort KZ-Außenlager Hersbruck. Die hinzugezogene Polizei stellte im weiteren Umfeld des Erinnerungsortes zwei Graffiti mit nationalsozialistischer Symbolik fest. Das Staatsschutzkommissariat der Kriminalpolizei Schwabach ermittelt wegen des Verdachts der versuchten vorsätzlichen Brandstiftung sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Gedenkstätte verurteilt Angriff scharf
„Wir sind erschüttert über die versuchte Brandstiftung am Dokumentationsort KZ-Außenlager Hersbruck. In den vergangenen Jahren hatten wir bereits mehrere Sachbeschädigungen zu verzeichnen, die zur vorübergehenden Schließung des Kubus geführt haben. Dieser Angriff hat eine neue negative Qualität. Sowohl die versuchte Brandstiftung als auch die bewusst hinterlassenen Spuren sind Straftaten und Ausdrucksformen politisch motivierter Kriminalität“, sagt Prof. Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.
Der Verein „Dokumentationsstätte Konzentrationslager Hersbruck e. V.“ veranstaltet am 19. Juni 2026 um 19 Uhr eine Kundgebung am Oberen Markt in Hersbruck mit anschließendem Demonstrationszug zum Kubus.
Erinnerungsort Hersbruck: Hoher Stellenwert und Überarbeitung
Für die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und für zahlreiche Angehörige von ehemaligen Häftlingen aus aller Welt nimmt der Erinnerungsort einen außerordentlich hohen Stellenwert ein. Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten finanziert daher ein bereits angelaufenes Projekt, das eine inhaltliche und technische Überarbeitung des Erinnerungsortes in den kommenden Jahren sicherstellt – unabhängig von den jüngsten Vorfällen.
Das Außenlager Hersbruck war das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Von Mai 1944 bis April 1945 waren dort rund 9.000 Menschen aus 20 Ländern inhaftiert. Sie mussten in einem Berg bei Happurg ein Stollensystem für die unterirdische Produktion von Flugzeugmotoren graben. Etwa 4000 Häftlinge starben im Außenlager Hersbruck.
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