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Kulturdiplomatie: Ukrainisch in der Speinsharter Klosterkirche

Speinshart. Einem Konzert für Menschenrechte glich am Donnerstag das Gastspiel des „Youth symphony Orchestra of Ukraine“. Grandioses Musizieren verdrängte wenigstens für kurze Zeit die besorgniserregenden Nachrichten aus dem Osten Europas nach dem russischen Überfall auf die Ukraine.

Kulturdiplomatie: Ukrainisch in der Speinsharter Klosterkirche

Besetzt mit zwei Trompeten, Posaune, Horn und Tuba sowie mit Bratsche und Cello gestaltete das „Youth symphony Orchestra of Ukraine“ unter dem Motto „Musik Magie“ in der Klosterkirche zum Abschluss des Speinsharter Konzertsommers ein beschwingtes Sommerkonzert. Foto: Robert Dotzauer

Das mit Unterstützung des Deutschen Jugendorchesters gegründete Ensemble mit talentierten jungen Musikern aus der ganzen Ukraine versprühte mit ihrer jugendlichen Unbekümmertheit einen Hoffnungsschimmer auf bessere Zeiten. „Musizieren bedeutet grenzenloses Kommunizieren“, hieß es schon zu Beginn des Abschlusskonzerts des Speinsharter Konzertsommers in Kooperation mit dem Festival junger Künstler Bayreuth.

Eine Feststellung, die auch Bürgermeister Albert Nickl im Namen des Fördervereins der internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart betonte. „Heute setzen wir ein Zeichen des Friedens und der Solidarität mit der Ukraine“. In Krisenzeiten sind die Kunstschaffenden die besten Friedensbotschafter, wie auch das anspruchsvolle Programm bewies.

Lebenslust in schweren Zeiten

Die fünf Blechbläser, Kateryna Telina (Bratsche) und Sofia Frantseva (Cello) wählten ein Programm mit Stücken voller Lebenslust – auch für die Akteure Zeichen der Hoffnung in schwerer Zeit, mit Beiträgen, die die Seele erwärmten und fröhlich stimmten. „Heitere Sommermusiken“ hieß deshalb auch das Motto des Abends in der wieder voll besetzten Klosterkirche. „Musik & Magie“, unter diesem Titel verneigten sich die jungen Leute im Alter von zwölf bis 22 Jahren mit leidenschaftlicher Energie zunächst mit Trompeten, Posaune, Horn und Tuba vor dem reichen Erbe des Klosters.

Das Ensemble „erzählte“ Geschichten mit schmetterndem Trompetenschall, etwa mit „Trumpet voluntary“ und warmen Hörnerklang beim „Choral Prelude“ von Johann Sebastian Bach. Amadeus Mozart stand Pate bei einem weiteren musikalischen Ohrwurm. Betörend, leuchtend, emotional war das „Allegro aus der kleinen Nachtmusik“. Auch mit Giulio Caccinis „Ave-Maria“ gelang den Künstlern ein glanzvoller Querschnitt durch die barocke Musikepoche.

Die “Saiten” versteckten sich nicht

In nichts nach standen die „Saiten“ den schmetternden Tönen. Das Publikum lauschte den „Variationen“ und dem „Duo Nr. 1“ des Komponisten Roman Haas und der fein geistigen Weltmusik von Georges Bizet beim „Toreador-Lied aus Carmen“ und der „Farandole aus der L’Arlésienne-Suite Nr.2“. Es war ein Konzert voller Leidenschaft, das auch mit dem „My way“ in der Frank Sinatra-Version begeisterte. Schier endlos schienen die klanglichen Verwebungen, die in der Folge wieder die Blechbläser entfalteten, etwa in „Star Wars“, oder dem „La Calle 92“ der Tango-Größe Astor Piazzolla.

Die große musikalische Tradition der Ukraine betonte das Ensemble mit Werken von Platon Maiboroda, Andrij Bilousov und Myroslaw Skoryk. „Ridna maty moya“ war der mütterlichen Liebe gewidmet, überreiche Verzierungen setzten die Bläser bei der „Rhapsodie Marenichi“.

Zoigltermine
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Ein romantisches und zärtliches Ende

Romantisch zärtlich ging das Konzert mit dem Stück „Melodie“ zu Ende, aus dem Trauer und Wärme sprachen. Ein Musizieren auf hohem Niveau. Die Leistungen des Orchesters quittierte das Speinsharter Publikum mit stehenden Ovationen. Nicht nur der heftige Gewitterregen zwang das Publikum zum Bleiben. Im Konventgang der Abtei stießen die Besucher bei Klosterbier und Klosterwein auf die Völkerverständigung und auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr bei Frieden in Freiheit an.