Kulturpreis der Oberpfalz: Freunde des Kooperatorenhauses Beidl e. V. ausgezeichnet
Kulturpreis der Oberpfalz: Freunde des Kooperatorenhauses Beidl e. V. ausgezeichnet
Eine äußerst erfreuliche Nachricht macht in Beidl bei Plößberg und der gesamten Oberpfalz die Runde: Der Kulturpreis der Oberpfalz in der Kategorie Gemeinschaftsorte geht an den Verein „Freunde des Kooperatorenhauses Beidl e. V.“. Die Bekanntgabe erfolgte in der jüngsten Sitzung in Flossenbürg. Es gingen insgesamt 130 Bewerbungen ein, aus denen die Jury neun Preisträger auswählte.
Historischer Rückblick auf das Kooperatorenhaus
Ein kurzer Rückblick zeigt, dass die erste urkundliche Erwähnung des Pfarrhofes in Beidl 1557 war. Bereits 1601 wurde das Gebäude als baufällig beschrieben. Im Jahr 1725 wurde dieses Haus im barocken Stil umgebaut, erhöht und verlängert. Bereits 1844 weist das Haus wiederum erhebliche Baumängel auf. Der baufälligste Teil wurde dann abgetragen. Der Rest wurde als Wohnung für zwei Kooperatoren (Kaplan) umgebaut.
Seit dem Jahr 2000 stand das Kooperatorenhaus leer und verfiel zusehends. In den Jahren 2020 bis 2023 wurde durch die großzügige Förderung des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE), der Marktgemeinde Plößberg und der Katholischen Kirchenstiftung Beidl eine umfangreiche Sanierung ermöglicht. In diesen drei Jahren wurde geplant, entkernt, gewerkelt und gebaut. Fleißige Helferinnen und Helfer leisteten hierzu etwa 5.000 Arbeitsstunden. Durch Unterstützung von kompetenten Planern und Baufirmen und vor allem der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer konnte dieser Wunschtraum realisiert werden.
Verein belebt das Dorfleben
Dazu wurde der Verein „Freunde des Kooperatorenhauses Beidl e. V.“ gegründet. Aktuell zählt der Verein 90 Mitglieder. Die Herausforderungen gingen nach der Sanierung und Einweihung weiter. Das Haus musste mit Leben und vielfältigen Aktivitäten erfüllt werden. Nachdem es in den Dörfern der Pfarrei Beidl leider kein Wirtshaus mehr gibt, finden im Kooperatorenhaus regelmäßige Treffen der Dorfbevölkerung statt. Vereine führen hier ihre Versammlungen durch. Familien feiern ihre Feste hier.
Und wenn einmal ein Dorfbewohner sich ins ewige Leben verabschiedet, so wird hier auch ein „Leichenbier“ getrunken. Im Sommer wird immer am Donnerstag das Radl ausgepackt und eine Runde gefahren. Danach geht es ins Kooperatorenhaus oder idealerweise in seinen Biergarten.
Ehrenamtliches Engagement und Ausblick
Der Betrieb des Hauses erfolgt ausnahmslos ehrenamtlich. Engagierte Vereinsmitglieder sorgen für den Unterhalt des Gebäudes und kümmern sich auch um die ausreichende Bevorratung, Heizung und Reinigung. Vor Kurzem konnte auch das Dachgeschoss mit Stühlen und Tischen versehen werden. Es ist für die Zukunft eine Ausstellung über das Leben des vergangenen Jahrhunderts im Dorf geplant und in Bearbeitung. Dazu wurden bereits etwa 3.000 Bilder und Berichte digitalisiert.
Dieser Preis, dessen Verleihung im Herbst stattfindet, soll ein beachtenswertes Dankeschön und ein Ansporn für die Bevölkerung auch anderer Gemeinden sein. Die Pfarrei Beidl mit den umliegenden Dörfern hat gerade einmal etwa 650 Einwohner, alle mit offenen Herzen und helfenden Händen.
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