VR Nopf
VR Nopf

Liturgische Feier in einer neuen Dimension

Speinshart. Unter der Gesamtleitung des schwedischen Dirigenten Fred Sjöberg gelang unter dem Dach des Festivals junger Künstler Bayreuth, dem Bayerischen Jugend-Barockorchester, dem Chor der makedonischen Universität Thessaloniki, der Academia de Muzica Gheorghe Dima, dem Noricum Streichquintett, den Perkussionisten Christian Benning und Patrick Stapleton und sechs Solostimmen ein atemberaubender Auftritt.

Liturgische Feier in einer neuen Dimension

Sänger und Musiker brannten in der Speinsharter Klosterkirche ein wahres Feuerwerk ab. Foto: Robert Dotzauer

Das Festival junger Künstler Bayreuth blickte zurück in die Kulturepoche der Renaissance und sprengte an Mariä Himmelfahrt gleich mit drei Werken in großer Besetzung alle Dimensionen einer liturgischen Feier. Ein mächtiges, sakrales Drama. Das vom erfahrenen schwedischen Festival-Dirigenten Fred Sjöberg erarbeitete Werk des „Dixit Dominus“ von Georg Friedrich Händel, Fredrik Schwenk’s „Clemens Dominus et iustus“. Und dem „Dixit Dominus“ aus der Marienvesper Claudio Monteverdis verlieh dem Konzert eine Galaxie an Farben und tönendem Prunk. 

Liturgische Feierstunde

Unter der Kuppel der Speinsharter Klosterkirche traf sich die Welt der Musik, um in außergewöhnlicher Weise im Geiste der Gottesfurcht und der Marienfrömmigkeit eine ergreifende liturgische Feierstunde zu inszenieren. Viele Psalmen werden König David zugeschrieben. In ihnen drückt sich eine tiefe Gottesbeziehung aus.  Höhen und Tiefen menschlichen Lebens finden sich darin, Dank, Lobpreis und Bitte.

„So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße“. Worte, die sich in den Vertonungen von Georg Friedrich Händels „Dixit Dominus“  und in der Marienvesper Claudio Monteverdis widerspiegeln. Die Textvorlage Händels findet eine bemerkenswerte Fortführung in der modernen Komposition und Vertonung des Psalms 114 von Fredrik Schwenk. Ein Werk, das in Speinshart Uraufführung feierte. 

Gerechtigkeit Gottes

Im Zentrum dieses Werkes steht die Kernfrage nach der Gnade und der Gerechtigkeit Gottes. In einer sakralen Dimension, das in Speinshart mit mehr als 100 Mitwirkenden im vollbesetzten Kleinod des Barocks instrumental wie vokal zu einem hochemotionalen Erlebnis wurde.

Ein theatralisches Kunstwerk voller Mystik und Erhabenheit im Zusammenspiel mit den glockenreinen Stimmen des Chores der makedonischen Universität Thessaloniki. Mit Dirigentin Dr. Maria Emma Meligopoulou und der Sopran-Tenor-Altus- und Basstimmen von Caroline Adler, Jasmina Aboubakari, Hayato Masuda, Christoph Birgmeier, Odysseas Alexandridis und Mats Roolvink. 

Klangvolle Fundamente setzten zudem das Bayerische Jugend-Barockorchester mit Konzertmeister Martin Schneider, das Noricum Streichquintett und Christian Benning und Patrick Stapleton (Perkussion). Einfallsreich positionierte Fred Sjöberg das Quartett der Academia de Muzica Gheorghe Dima vor dem Altarraum. Die tänzerischen Einlagen setzten weitere Glanzlichter und schufen ein harmonisches Zusammenwirken von Raum und Musik. Ein funkensprühendes Werk von höchster Prägnanz und doch mit einem verinnerlichenden Eindruck zum Lobe Gottes und des Marienlobs. 

WITRON – Schnuppertage
WITRON – Schnuppertage

Besucher waren begeistert

Mit stürmischen Ovationen feierten die Besucher Chor, Solisten, Orchester, Choreografie und den schwedischen Maestro. Nach diesem Fest nachdenklicher Botschaften und einem Feuerwerk an Tönen, Farben und Leidenschaften geht der Speinsharter Musiksommer am Donnerstag unter dem Leitgedanken „Musik. Magie“ mit heiteren Sommermusiken des „Youth symphony Orchestra of Ukraine“ zu Ende. Das „Dixit Dominus“ widmeten Intendantin Sissy Thammer und die Akteure Wolfgang Eizinger, einem langjährigen Mitarbeiter des Festspieltreffens.