Rotary-Neujahrskonzert in Weiden begeistert mit dem Bayerischen Landesjugendorchester
Rotary-Neujahrskonzert in Weiden begeistert mit dem Bayerischen Landesjugendorchester
Ein festlicher Auftakt, wie ihn sich Musikfreunde wünschen: Das Rotary-Neujahrskonzert in Weiden sorgte in der Max-Reger-Halle für einen Jahresbeginn voller Klangfarben, Emotionen und jugendlicher Energie. Bereits seit mehreren Jahren ist das Bayerische Landesjugendorchester zum Jahresanfang in der Stadt zu Gast und erneut zeigte sich, warum diese Konzerte längst einen festen Platz im Weidener Kulturkalender haben. Das Haus war restlos ausverkauft, das Publikum erwartungsvoll und die Atmosphäre von Beginn an besonders.
Fast 90 junge Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen 14 und 20 Jahren nahmen auf der Bühne Platz. Unter der Leitung der jungen Dirigentin Ustina Dubitsky formierte sich ein Klangkörper, der trotz seines jugendlichen Alters mit erstaunlicher Präzision und Reife überzeugte. Seit 2004 ist das Ensemble Patenorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Dieser Anspruch war an diesem Abend in jeder Passage hörbar, ohne die Leichtigkeit des Musizierens zu verlieren.
Rotary Neujahrskonzert in Weiden als feste kulturelle Tradition
Zum vierten Mal durfte der Rotary Club Weiden das Orchester in der Region begrüßen. In seinem Grußwort betonte Präsident Robert Stahl die besondere Bedeutung dieser Konzertreihe: „Unser Rotary Club versteht diesen wunderbaren Abend nicht nur als kulturellen Höhepunkt, sondern auch als Ausdruck rotarischer Werte. Dazu zählen die Förderung junger Menschen, die Unterstützung von Bildung und Talent sowie die Idee der Völkerverständigung durch Musik.“
Ein besonderer Gruß galt den Ehrengästen, darunter Bürgermeister und stellvertretender Bezirkstagspräsident Lothar Höher, selbst Mitglied des Rotary Clubs Weiden. Auch Distrikt-Governor Daniel Neuer war eigens aus der Oberlausitz angereist. Stellvertretend für die Organisation dankte Stahl dem Initiator Peter Pollinger, der mit großem persönlichem Engagement dieses Konzert über Jahre hinweg möglich gemacht hat.
Starker Auftakt beim Rotary Neujahrskonzert in Weiden
Musikalisch eröffnete Johannes Brahms’ Violinkonzert op. 77 in D-Dur den Abend. Bereits die ersten Takte ließen einen ausgewogenen, transparenten Orchesterklang erkennen. Das Bayerische Landesjugendorchester agierte aufmerksam, flexibel und stets in enger Abstimmung mit dem Solisten. Die Balance zwischen kraftvollen Tutti-Passagen und fein gezeichneten leisen Momenten gelang bemerkenswert souverän.
Den Solopart übernahm Korbinian Altenberger, der sich als absoluter Glücksgriff erwies. Mit technischer Sicherheit und großer Musikalität führte er durch das anspruchsvolle Werk. Immer wieder nahm das Orchester die Impulse der Solovioline auf, antwortete mit fein abgestuften Dynamiken und folgte Brahms’ komplexer Partitur mit hörbarer Konzentration.
Gerade in den ruhigen Passagen entwickelte Altenberger eine außergewöhnliche Intensität. Zarte, fast schwebende Töne wechselten mit kraftvollen Ausbrüchen, ohne jemals übertrieben zu wirken. Dabei harmonierte er hervorragend mit den jungen Musikerinnen und Musikern, was dem gesamten Stück eine besondere Geschlossenheit verlieh.
Bartók als Höhepunkt des Rotary Neujahrskonzerts in Weiden
Nach der Pause folgte Béla Bartóks „Konzert für Orchester“. Ein Werk, das wie geschaffen für ein Ensemble dieser Qualität ist. Hier konnte jede Instrumentengruppe ihre Stärken ausspielen. Herrliche Klangfarben, präzise Einsätze und eine große dynamische Spannweite prägten die Interpretation. Besonders die zahlreichen solistischen Passagen zeigten, dass an allen Notenpulten exzellent ausgebildete Musiker ihr Bestes gaben.
Auch in den rhythmisch komplexen und furiosen Momenten blieb das Orchester stets geschlossen. Das klare, konzentrierte Dirigat von Ustina Dubitsky trug entscheidend dazu bei, dass Spannung und Struktur jederzeit gewahrt blieben. Ihre ruhige Art war sehr wohltuend und stellte die Musik konsequent in den Mittelpunkt. Sie verstand es, die jungen Musiker ohne die peinlichen Hip-Hop-Tänze meist älterer, international bekannter Herren am Dirigentenpult zu führen und anzuleiten.
Große Resonanz beim Rotary Neujahrskonzert in Weide
Als der letzte Ton verklungen war, hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Sitzen. Mit stehenden Ovationen feierten sie die Musiker. Das Publikum zeigte großes Fingerspitzengefühl, indem es jedem Orchestersolisten und jeder Instrumentengruppe deutlichen Extraapplaus spendete.
Der große Zuspruch zeigte, welchen Stellenwert das Rotary Neujahrskonzert in Weiden inzwischen hat. Familien mit Kindern saßen ebenso im Publikum, wie langjährige Klassikliebhaber im Seniorenalter.
Der Rotary Club Weiden hat der Region damit ein besonderes kulturelles Geschenk gemacht. Präsident Robert Stahl versprach, dass diese Tradition auch unter seinem Nachfolger fortgeführt werde.
Kommentar: Jammern in „Stadt Null“
Von Martin Stangl
Jammern ist in Deutschland ‚in‘. Jammern ist ein beliebter Volkssport. Mittlerweile ist Jammern auch in der Nördlichen Oberpfalz angekommen. Man will sich ja diesem tollen Trend nicht verschließen.
Dass sich auch die nachwachsende Generation dieser ‚Influenza‘ nicht entziehen will, zeigte eine ganz besondere Blüte: der Dokumentarfilm „Stadt Null“. Sein Thema: In Weiden ist nichts für die Jugend geboten. Gar nichts, „null“!
Betrachten wir unter diesem Licht das erste Wochenende des Jahres 2026.
Auftakt in der „Stadt Null“ war der „Raunachtslauf“ rund um das Alte Rathaus: Viel Pyro, viele heiße Rhythmen, schaurige Tanzeinlagen. Rambazamba und action vom Feinsten. Leider an der frischen Luft.
Am frühen Sonntagabend ging’s in der „Stadt Null“ weiter: Im Eisstadion trumpften die Blue Devils mit 4:1 gegen Kaufbeuren auf. Ein Spektakel, das Jung und Alt begeisterte – sorry begeistern hätte können.
Parallel dazu präsentierte der Rotary Club „Stadt Null“ in der Max-Reger-Halle ein fulminantes Konzerterlebnis. Es sei hier nur nebenbei erwähnt, dass die Musikerinnen und Musiker nicht älter als 20 Jahre und viele davon erst 14 Jahre alt waren.
Wirklich „Stadt Null“? Bildungscampus mit Hochschule und bayernweit der modernsten FOS/BOS, Thermenwelt, Ferienaktion Stadtjugendring: geschenkt!
Ach ja, ich habe vergessen, dass Clubs (wie die Discos von früher hießen) und das JUZ nicht 24/7/365 geöffnet haben. Und jetzt habe ich es kapiert: Deswegen wird über die „Stadt Null“ gelästert. Weiter so, lasst uns die Stadt schlecht reden.
Da fühlt man sich doch gleich besser!




