Sanierung am Kultur-Schloss Theuern dauert bis Ende 2027
Sanierung am Kultur-Schloss Theuern dauert bis Ende 2027

Beim Kultur-Schloss Theuern und Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern ist der dritte und zugleich abschließende Bauabschnitt in vollem Gange. Nach dem Start der Arbeiten am Jägerhaus im September vergangenen Jahres haben sich die Sanierungsarbeiten dort umfangreicher als zunächst erwartet entwickelt: Beim Öffnen der Konstruktion wurde ein umfassender Befall mit Hausschwamm festgestellt. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen führen zu einer Verzögerung bei den Zimmererarbeiten. Die Gesamtfertigstellung des dritten Bauabschnitts und damit des gesamten Sanierungsprojekts ist nach aktuellem Stand voraussichtlich Ende 2027 vorgesehen.
Aktueller Stand und Investitionen
„Mehrere Kreistage haben sich bereits mit diesem Projekt befasst. Umso erfreulicher ist es, dass wir jetzt Schritt für Schritt der Fertigstellung des Hammerherrenschlosses entgegengehen“, sagt Landrat Richard Reisinger. Das Projekt blickt auf eine mehr als zehnjährige Planungs- und Baugeschichte zurück. Insgesamt investiert der Landkreis laut Landrat Richard Reisinger rund 16,6 Millionen Euro in die Sanierung und Weiterentwicklung des Kultur-Schlosses Theuern.
Hausschwamm erst nach Öffnung der Konstruktion entdeckt
Im Jägerhaus begannen die Arbeiten zunächst am Dachstuhl. Erst nachdem die Zwischendecke über dem Erdgeschoss zum Dachgeschoss vollflächig von oben geöffnet und die bis zu einem Meter hohe Schüttung über dem Gewölbe des Erdgeschosses entfernt worden war, konnten die darunterliegenden Holzkonstruktionen vollständig eingesehen werden. Dabei wurde ein umfassender Befall mit Hausschwamm festgestellt. Betroffen waren Deckenbalken und weitere Teile der Holzkonstruktion; auch das Mauerwerk war vom Pilz durchwachsen. Das tatsächliche Ausmaß des Schadens ließ sich erst durch die Öffnung der Konstruktion feststellen.
„Der Hausschwammbefall war in diesem Umfang erst nach dem Öffnen der Konstruktion erkennbar. Die Sanierung erfordert deshalb einen erheblichen zusätzlichen Aufwand“, erklärt Projektleiter Thomas Raithel vom Landkreis-Gebäudemanagement.
Durch diese zusätzlichen Arbeiten haben sich die Zimmererarbeiten am Jägerhaus etwas verzögert. Nach aktuellem Stand sollen sie aber noch im September abgeschlossen werden. Anschließend kann das Dach wieder eingedeckt werden. Damit wird auch der Weg für den weiteren Innenausbau frei.
Jägerhaus wird zur Außenstelle des Landratsamtes
Der Kreistag hatte im Juli 2024 das künftige Nutzungskonzept für das Jägerhaus beschlossen. Im Erd- und Obergeschoss entstehen für eine neue Außenstelle des Landratsamtes neun Büroräume mit insgesamt bis zu 14 Arbeitsplätzen. Ergänzt werden diese durch die notwendige Infrastruktur wie WC-Anlagen und Sozialräume.
Die neue Nutzung soll den Museumsbetrieb nicht beeinträchtigen. Dafür wird das Gebäude technisch vollständig neu ausgestattet und erhält eine zeitgemäße, zugleich denkmalgerechte Gebäudetechnik. Von außen werden die Dachdeckung und sämtliche Fenster erneuert sowie der Außenputz saniert. Hinzu kommt die Sanierung der historischen Natursteinsockel und der Fassadeneinfassungen.
Danach ist das Schlosshauptgebäude an der Reihe
Nach Abschluss der Zimmererarbeiten am Jägerhaus wechseln die Fachleute zum Dach des Schlosshauptgebäudes. Dort soll die Sanierung des Dachstuhls bis zum Frühjahr 2027 abgeschlossen werden. Anschließend wird auch das Schlossdach neu eingedeckt.
„Die größte und dringendste Maßnahme am Schlosshauptgebäude ist die Sanierung des Dachstuhls beziehungsweise des Dachgeschosses und von Teilen der Außenwände“, erläutert Raithel. Dabei werden statische Mängel und Schäden beseitigt. Ursächlich sind unter anderem horizontale Schubkräfte, die auf das Gesims wirken. Hinzu kommen Holzschäden am Dachstuhl, die durch unsachgemäße Maßnahmen bei der Sanierung in den 1980er Jahren noch verstärkt wurden. Auch die baulichen Rettungswege müssen ertüchtigt werden. Zudem sind Brandschutzmaßnahmen Bestandteil der Arbeiten.
Die drei historisch repräsentativen Museumsebenen – Erdgeschoss, erstes und zweites Obergeschoss – bleiben dem Museum erhalten. Zusätzlich wird dort die Museumsverwaltung untergebracht. Das oberste Geschoss soll künftig als Archiv und Museumsdepot genutzt werden.
Im Schlosshauptgebäude wird die Gebäudetechnik nur dort erneuert, wo dies tatsächlich erforderlich ist. Dabei soll besonders sensibel mit der historischen Bausubstanz umgegangen werden. Die Innenräume des Museums sollen so weit wie möglich in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben.
Außenanlagen nehmen ebenfalls Gestalt an
Parallel zu den Arbeiten an und in den Gebäuden schreiten auch die Maßnahmen im Außenbereich voran. Im Innenhof wurden bereits die Gleise für die historische Grubenbahn verlegt. Aktuell laufen dort die Pflasterarbeiten, die – mit Ausnahme der unmittelbar an den dritten Bauabschnitt angrenzenden Teilflächen – bis Oktober abgeschlossen werden sollen. Die Flächen direkt um das Schlosshauptgebäude und das Jägerhaus können erst im Zuge des dritten Bauabschnitts fertiggestellt werden. Diese Arbeiten sind entsprechend für 2027 vorgesehen.
Museum eingeschränkt geöffnet
Für die Besucherinnen und Besucher bringt die laufende Sanierung Einschränkungen mit sich. Die Säle können bis Ende 2026 nicht genutzt werden, da während der Bauarbeiten unter anderem Zugänge sowie die für Feuerwehr und Rettungsdienste erforderlichen Flächen nicht zur Verfügung stehen. „Die musealen Außenstellen sind aber nach wie vor geöffnet“, informiert Museumsleiter Dr. Matthias Schöberl. Auch Gruppenführungen in den Dauerausstellungen sind während der Bauarbeiten nach vorheriger Anmeldung möglich. Auch die öffentlichen Führungen am ersten Freitag eines Monats finden regelmäßig statt.
Wenn alles nach Plan läuft, ist der dritte Bauabschnitt Ende 2027 abgeschlossen. Damit wäre auch die umfassende Sanierung des Kultur-Schlosses Theuern beendet.
Überblick Generalsanierung Kultur-Schloss Theuern
Bauabschnitt 1: Nord- und Westtrakt, Sommer 2017 – Sommer 2019, Baukosten 2,21 Millionen Euro.
Bauabschnitt 2: Südtrakt/Säle, Frühjahr 2019 – Frühjahr 2023, Baukosten 7,55 Millionen Euro.
Bauabschnitt 3: Hauptgebäude, Jägerhaus, Herbst 2025 – Ende 2027, Baukosten 6,9 Millionen Euro.
Baukosten gesamt: Insgesamt 16,66 Millionen Euro.
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