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Seltene Münze aus Uran einmalig im Gelebten Museum zu sehen

Mähring. Die aktuelle Sonderausstellung im Gelebten Museum ist ein wahrer Besuchermagnet. Sie zeigt die bisher eher unbekannte Geschichte des Uranabbaus auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs.

Seltene Münze aus Uran einmalig im Gelebten Museum zu sehen

Nicht nur am Sonntag gibt es viel zu staunen im Gelebten Museum. Foto: Barbara Habel

Zeitzeugeninterviews geben einen persönlichen Einblick in die Arbeit Untertage. Zum Internationalen Museumstag am Sonntag haben sich die Museumsfreunde mit Ferdinand Wagner eine besondere Attraktion überlegt. Einmalig wird eine seltene Uranmünze vorgestellt, die aus einem Stab, der als Brennstoffelement für einen Kernreaktor geeignet war, gefertigt wurde. Sie hat einen Durchmesser von 40 Millimeter und wiegt 55 Gramm.

Die Medaillen wurden 1956 im Auftrag der in Sulzbach-Rosenberg ansässigen Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte AG in einer limitierten Auflage von 60 Stück geprägt, um die Gewinnung des ersten deutschen Urans zu feiern. Der damalige Verteidigungsminister und Atomminister a. D. Franz-Josef Strauß erhielt eine dieser Münzen zusammen mit einem Brennstab. Ebenso bekam sie auch der damalige bayerische Ministerpräsident Wilhelm Hoegner, der weitere Uranmünzen an seine Kabinettsmitglieder verteilte.

Eine Münze mit Geschichte

Das Uran für die Münzherstellung stammte nicht aus der Umgebung von Mähring, sondern erinnert an eine kurze Episode der Urangewinnung am Rudolfstein bei Weißenstadt. Dort wurde seit 1950 Torbenit gewonnen, das der Erzeugung von metallischem Uran für die Kernreaktoren diente. Da die Urangewinnung im Nachkriegsdeutschland zunächst verboten war, mussten die Arbeiten anfangs noch unter strenger Geheimhaltung durchgeführt werden.

Am Ende war die Gewinnung jedoch schlicht zu teuer, zumal die Regierung sich nicht bereit erklärte, das Kilogramm Uran für 675 Mark abzunehmen. Auf lange Sicht war die billige Konkurrenz aus den USA zu stark. Die Arbeiten wurden schließlich eingestellt.

Der Museumssonntag

Neben der Vorstellung der Münze bietet der Mineraliensammler Ferdinand Wagner um 15 Uhr eine Sonderführung durch die Ausstellung „Uran am Grenzkamm“ an.

Das Gelebte Museum ist am Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Im Museumscafé werden Kaffee und Kuchen angeboten.

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