Offene Fragen zur Patientenversorgung in Tirschenreuth

Offene Fragen zur Patientenversorgung in Tirschenreuth
Leserbrief
Krankenhausreform im Fokus
Ist die Krankenhausreform wirklich eine Verbesserung für die Patientinnen und Patienten?
Vor wenigen Wochen habe ich mich mit einem Brief an das Gesundheitsministerium des Bundes und des Landes gewandt – eine Antwort steht bis heute aus. Es bestehen dringende Fragen!
Orthopädie-Fachkrankenhaus in Tirschenreuth
Das Krankenhaus Tirschenreuth wird ein Fachkrankenhaus für Orthopädie. Was bedeutet das?
Zur Erklärung: Im Gegensatz zu einem Allgemeinkrankenhaus, wie es das Krankenhaus Kemnath derzeit noch ist, konzentriert sich ein Fachkrankenhaus auf bestimmte medizinische Bereiche. Im Falle Tirschenreuth: die Orthopädie und Endoprothetik.
Ganzheitliche Betrachtung der Patientinnen und Patienten
Doch der Mensch besteht nicht aus einzelnen Körperteilen. Es wird nicht nur ein Gelenk operiert. Viele Patientinnen und Patienten haben Vorerkrankungen, die bei einer Behandlung oder Operation berücksichtigt werden müssen.
Deshalb stellt sich für mich die zentrale Frage:
Zentrale Frage zur künftigen Versorgung
Wie sieht die zukünftige Patientenversorgung im Krankenhaus Tirschenreuth aus, wenn dieses zu einem Fachkrankenhaus werden soll?
Welche internistische und intensivmedizinische Versorgung steht unmittelbar vor Ort zur Verfügung? Was passiert, wenn bei einer Behandlung oder Operation eine unerwartete Komplikation auftritt – auch wenn solche Situationen glücklicherweise selten vorkommen? Muss dann zunächst eine Verlegung in das rund 35 Kilometer entfernte Weiden oder Kemnath erfolgen? Oder wird eine entsprechende Versorgung auch in Tirschenreuth sichergestellt? Wie wird verhindert, dass Patientinnen und Patienten durch die Spezialisierung zwischen verschiedenen Standorten hin- und herverlegt werden müssen?
Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger
Diese Fragen betreffen die Sicherheit und Versorgung der Bürgerinnen und Bürger.
Deshalb sind die Verantwortlichen in Bund und Land den Bürgerinnen und Bürgern, aber insbesondere den Patientinnen und Patienten, klare und nachvollziehbare Antworten schuldig.
Notfallversorgung als Maßstab
Eine Krankenhausreform darf nicht nur auf dem Papier funktionieren. Entscheidend ist, wie die Patientinnen und Patienten im konkreten Notfall tatsächlich versorgt werden.
Sandy Weismeier
Stellungnahme der Kliniken Nordoberpfalz zum Leserbrief
Als Reaktion auf den Leserbrief hat OberpfalzECHO nachfolgende Stellungnahme erhalten:
Der Hinweis von Frau Weismeier, dass eine Reform nur so gut ist, wie die Patientenversorgung im konkreten Notfall, ist berechtigt. Deshalb bleiben die bestehenden Notfallstrukturen und andere in Tirschenreuth beim KNO-Zukunftskonzept unverändert (Notfallambulanz, Ambulantes Operieren, MVZ, BG-Sprechstunde sowie Notarztstandort-Fahrzeug). Die Notfallambulanz hat 2025 insgesamt knapp 2.000 Patienten behandelt, 97 Prozent davon ambulant.
Zudem wollen wir im Sinne der Patienten ambulante Versorgungsangebote, u.a. Notfallambulanz, KVB-Praxis sowie weitere Praxen räumlich nach Möglichkeit konzentrieren, damit der Großteil der Angebote nahe beieinander liegt und Patienten möglichst viele Strukturen zusammenhängend hinter einer Tür vorfinden. Diese Tür soll die jetzige Notfallambulanz sein. Aktuell haben Notfallambulanz und KVB-Praxis noch zwei verschiedene Eingänge. Ziel ist es, bis Jahresende eine spürbare Verbesserung zu realisieren.
Patienten in Tirschenreuth weiterhin sehr gut versorgt
Stationäre Patientinnen und Patienten werden von erfahrenen und hochqualifizierten Orthopäden und Unfallchirurgen operiert. Anästhesisten mit intensivmedizinischer Erfahrung die ad hoc eine Versorgung im Notfall vornehmen können, unterstützen sie dabei.
Patienten, sei es intraoperativ oder auf Station, sind daher in Notfallsituationen, die zum Glück in einem orthopädischen Fachkrankenhaus und somit bei elektiven Eingriffen extrem selten vorkommen, weiterhin sehr gut versorgt. In gravierenden Fällen wäre, wie bisher bereits an Fachkrankenhäusern sowie Grundversorgern üblich, eine schnelle Verlegung an ein Haus der Schwerpunktversorgung, wie etwa Weiden, notwendig.
Friedrich Peterhans, Leiter Öffentlichkeitsarbeit
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