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Der Beer-Gotte wird 70: Wenn einer sein Dorf im Herzen trägt

Wendern. „Beer-Gotte“ – drei Silben, und in Bärnau und weit darüber hinaus weiß fast jeder, wer gemeint ist. Gottfried Beer ist keiner, der sich unauffällig durchs Dorfleben bewegt. Seit Jahrzehnten mischt er mit, kennt die Leute, die Geschichten und die großen wie kleinen Themen seiner Heimat. Jetzt ist der Mann hinter dem Spitznamen 70 geworden – und natürlich wurde gefeiert.

Der Beer-Gotte wird 70: Wenn einer sein Dorf im Herzen trägt

Gottfried Beer mit Ehefrau Astrid und Tochter Pauline. Foto: Robert Birkner

„Beer-Gotte“ – so nennen ihn viele, und der Spitzname passt zu einem Mann, der seit Jahrzehnten mitten im Geschehen steht. Politik, Vereine, Dorfleben, gesellige Runden: Kaum ein Bereich, in dem Gottfried Beer nicht seine Spuren hinterlassen hat. Nun ist der Wenderner 70 Jahre alt geworden – und natürlich wurde dieser besondere Geburtstag dort gefeiert, wo sein Herz schlägt: daheim. Wenn Gottfried Beer irgendwo auftaucht, kennt meistens einer einen, der ihn kennt. Und wenn nicht, dauert es vermutlich nicht lange. Denn der „Beer-Gotte“, wie der Wenderner seit vielen Jahren genannt wird, gehört zu den Menschen, die in ihrer Heimat nicht einfach nur wohnen – sie sind Teil des Dorflebens.

An seinem Geburtstag wurde Beers Innenhof in Wendern zum Treffpunkt für Familie, Freunde und Weggefährten. Es wurde gegessen, angestoßen, gelacht und auf ein Leben zurückgeblickt, in dem für Gottfried Beer eines immer dazugehört hat: mittendrin statt nur dabei. Politik, Vereine, Feste, Freundschaften und jede Menge gesellige Runden: Gottfried Beer hat in den vergangenen Jahrzehnten kaum eine Gelegenheit ausgelassen, sich einzubringen. Jetzt ist er 70 Jahre alt geworden. Gefeiert wurde natürlich in Wendern – und zwar dort, wo Beer am liebsten ist: mitten unter den Menschen.

Erst die Familie, dann der Rest

Bei aller Lust am Ehrenamt und an der Gemeinschaft gibt es für Beer allerdings eine klare Priorität. Seine Familie steht an erster Stelle. Ehefrau Astrid und die drei gemeinsamen Kinder waren und sind für ihn die wichtigste Konstante – noch vor politischen Ämtern, Vereinsaufgaben und all den Terminen, die ein so engagiertes Leben mit sich bringt.

Seine große Liebe gilt aber auch Wendern. Seit mehr als 40 Jahren ist Beer Ortssprecher und damit eng mit den Geschicken seines Heimatdorfes verbunden. Beim traditionellen Wenderer Dorfangerfest war er über viele Jahre als Festleiter mittendrin und prägte das Fest entscheidend mit. Und weil ein Herz bekanntlich mehrere Kammern hat, gibt es neben Wendern noch einen zweiten Sehnsuchtsort: die Bretagne. Beer ist seit Jahrzehnten begeisterter Frankreichliebhaber. Die französische Lebensart hat es ihm angetan – ein bisschen Savoir-vivre gehört für den überzeugten Wenderner offenbar einfach dazu.

Zu den vielen Gratulanten zählten unter anderem (von links) Dirigent der Grenzlandbuam Bärnau, Stefan Zwerenz, 1. Vorsitzender der Blaskapelle Thanhausen, Uwe Franz, erster Vorsitzender der Feuerwehr Ellenfeld und zweiter Vorsitzender der Bärnauer SPD, Adalbert Heldwein. Foto: Robert Birkner
Gotte Beer im Plausch mit Adalbert Heldwein und Gertraud Birkner. Foto: Robert Birkner
Die Grenzland-Buam und die Blaskapelle Thanausen sorgten für die musikalische Unterhaltung. Foto: Robert Birkner

Beers Stimme wird gehört

Dass Beer einmal so lange politisch aktiv sein würde, war mit 16 Jahren vielleicht noch nicht abzusehen. Damals, 1972, engagierte er sich bei den Jusos in Tirschenreuth. Bereits zwei Jahre später übernahm er Verantwortung als Juso-Kreisvorsitzender und Juso‑Unterbezirksvorsitzender. Seiner politischen Heimat, der SPD, ist Beer bis heute treu geblieben. Seit 52 Jahren gehört er der Partei an und war beim Bärnauer Ortsverein über die Jahrzehnte in den unterschiedlichsten Funktionen aktiv.

Seit 2008 sitzt er im Bärnauer Stadtrat, außerdem brachte er seine Erfahrung als dritter Bürgermeister ein. Ob im Ortsverein, Kreisverband. Unterbezirk oder Bezirk der Sozialdemokraten: Beers fundierte, nicht selten auch kritische Meinung wurde respektiert, seine Stimme gehört. Doch wer Beer nur über Parteibücher und politische Ämter definiert, greift zu kurz. Sein eigentliches Kapital sind die Menschen, mit denen er über Jahrzehnte verbunden ist.

Witron – Koch und Servicekraft gesucht
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Der Innenhof wird zur Festbühne

Wie groß dieser Kreis ist, zeigte sich bei seinem 70. Geburtstag. Freunde, Nachbarn, Vereine und langjährige Weggefährten gaben sich die Klinke in die Hand. Für beste Stimmung sorgten mit den „Grenzlandbuam“ und der Blaskapelle Thanhausen gleich zwei Blaskapellen für den passenden Sound im Innenhof des Jubilars.

Auch aus der Politik kamen zahlreiche Gratulanten – von der kommunalen Ebene bis hinauf zu Kreis und Land. Die Feuerwehr Ellenfeld war ebenso vertreten wie „seine“ Bärnauer SPD. Langjährige Weggefährten nutzten die Gelegenheit, um ihrem „Beer-Gotte“ persönlich Danke zu sagen und sein jahrzehntelanges Engagement zu würdigen.

„Gotte“ kann viele Geschichten erzählen

70 Jahre Gottfried Beer – das sind fünf Jahrzehnte Politik, mehr als 40 Jahre Einsatz für Wendern, unzählige Begegnungen und wahrscheinlich noch viel mehr Geschichten. Und wer den „Beer-Gotte“ kennt, weiß: Das war vermutlich noch lange nicht die letzte davon.