Eine Feuerwehrfrau und 18 Feuerwehrmänner aus der Marktgemeinde für jahrzehntelangen Dienst am Nächsten ausgezeichnet
Der Waldthurner Bürgermeister Georg Bocka hieß zu diesem Ehrenabend zahlreiche Ehrengäste und Feuerwehrvertreter willkommen. Sein besonderer Gruß galt Landrat Andreas Meier sowie Kreisbrandrat Marco Saller mit der Kreisbrand – Führungsriege sowie den Spitzen der vier Marktfeuerwehren samt Kommandanten. Foto: Franz Völkl
Eine Feuerwehrfrau und 18 Feuerwehrmänner aus der Marktgemeinde für jahrzehntelangen Dienst am Nächsten ausgezeichnet
Es sei ein Anlass, innezuhalten und auf das zu blicken, was Feuerwehrleute über Jahrzehnte hinweg für ihre Mitmenschen geleistet hätten, machte Bocka deutlich. Das Ehrenamt sei eine freiwillige Leistung und vor allem Dienst am Nächsten. Dafür werde Freizeit geopfert, um den Nachbarn zu schützen, Hab und Gut zu bewahren und Menschen in Not zur Seite zu stehen.
„Das Ruhekissen, auf dem sich die Menschen ausruhen dürfen und können, ist gefüllt mit eurem persönlichen Engagement
So viele, die sogar für ein halbes Jahrhundert ausgezeichnet werden, hatten wir noch nie“, meinte Landrat Andreas Meier, der von einem Dankeschön für die aufgebrachte Zeit aller Geehrten sprach.
„Den Wert kann man nicht nur am Einsatzgeschehen, sondern auch am gesellschaftlichen Wert messen“, betonte Meier. Die Menschen in der Region hätten das Glück, in einem Landkreis und einem Bundesland zu leben, in dem es sich trotz aller Beschwernisse gut leben lasse. Einen wesentlichen Anteil daran hätten die Menschen, die sich ehrenamtlich engagierten.
Man müsse sich nur einmal vorstellen, was geschehen würde, wenn sich niemand mehr außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit für andere einsetzen wollte. „Wie traurig und arm wäre das Leben“, gab der Landrat zu bedenken. In der nördlichen Oberpfalz sei dies glücklicherweise nicht der Fall. Ob bei den Feuerwehren, den Rettungsdiensten oder in den zahlreichen Vereinen – überall gebe es Menschen, die Verantwortung übernähmen.
Gerade die Feuerwehren und Rettungsorganisationen seien ein Gegenmodell zu Gleichgültigkeit und Egoismus. Trotz aller persönlichen und gesellschaftlichen Probleme lebe man in einer freien und demokratischen Gesellschaft. Jeder könne seine Überzeugungen einbringen und sich bewusst dafür entscheiden, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern für andere da zu sein.
Aus dem Helfen könne man auch selbst Zufriedenheit schöpfen. Zugleich dürfe nicht vergessen werden, dass Feuerwehrleute und Rettungskräfte bei ihren Einsätzen mitunter ihr eigenes Leben riskierten. Die staatliche Ehrung im Namen des bayerischen Innenministers sei deshalb weit mehr als eine Auszeichnung für eine lange Mitgliedschaft. Sie sei ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für Menschen, die über Jahrzehnte hinweg Verantwortung getragen hätten. Das persönliche Sicherheitsgefühl der Bürger sei ein hohes Gut. „Das Ruhekissen, auf dem sich die Menschen ausruhen dürfen und können, ist gefüllt mit eurem persönlichen Engagement.“
Kreisbrandrat: Feuerwehr ist mehr als Einsätze
Kreisbrandrat Marco Saller stellte die lange Dienstzeit der Geehrten in einen größeren Zusammenhang. Jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau habe im Laufe der eigenen Feuerwehrkarriere unterschiedliche Bilder erlebt: Verkehrsunfälle, Brände und Situationen, in denen Menschen dringend Hilfe benötigten. Diese Erlebnisse prägten und blieben in Erinnerung.
Doch Feuerwehrdienst bedeute weit mehr als die Bewältigung von Einsätzen. Ebenso wichtig sei es, Traditionen zu pflegen, Kameradschaft zu leben und für den Zusammenhalt in der Gesellschaft einzustehen.
Im Landkreis gebe es mit insgesamt 114 Feuerwehren – von Eslarn bis Vorbach – ein hervorragend funktionierendes Netz an Einsatzkräften. Dass dieses System über Jahrzehnte hinweg zuverlässig arbeite, sei keine Selbstverständlichkeit. Die Geehrten hätten dazu einen wichtigen Beitrag geleistet.
Ausdrücklicher Dank an Arbeitgeber
Saller verwies dabei ausdrücklich auf die Familien, die hinter den Feuerwehrleuten stünden und deren Engagement mittragen müssten. Auch die Arbeitgeber seien ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Sicherheitsarchitektur. Wenn die Freistellung von Beschäftigten bei Alarmierungen nicht mehr funktioniere und ein Arbeitgeber einem Feuerwehrmann im Einsatzfall sage, er könne seinen Arbeitsplatz nicht verlassen, gerate die Sicherheit der Bevölkerung in Gefahr.
In der Marktgemeinde Waldthurn sei die Welt in dieser Hinsicht noch in Ordnung, stellte der Kreisbrandrat fest. Dafür gelte allen Beteiligten sein ausdrücklicher Dank.
19 Mitglieder für jahrzehntelange Treue ausgezeichnet
Im Mittelpunkt des Abends standen schließlich jene Frauen und Männer, die ihrer Feuerwehr seit einem Vierteljahrhundert, vier Jahrzehnten oder sogar einem halben Jahrhundert die Treue halten. Die staatlichen Auszeichnungen würdigten insgesamt 19 Mitglieder aus vier Ortsfeuerwehren.
Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden folgende Feuerwehrleute ausgezeichnet:
Bei der Feuerwehr Bernrieth erhielten Andreas Gmeiner, Albert Gollwitzer, Anton Neuber und Norbert Feneis die Ehrung. Für die Feuerwehr Lennesrieth wurden Stefan Riedl und Johannes Weig ausgezeichnet. Der Feuerwehr Spielberg gehört Markus Stangl seit 25 Jahren an. Bei der Feuerwehr Waldthurn wurden Vorsitzende Kerstin Wittmann und Martin Reil für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt.
Für 40 Jahre Mitgliedschaft erhielten bei der Feuerwehr Bernrieth Berthold Janker, Stefan Schmidbauer und Reinhold Janker die Auszeichnung. Bei der Feuerwehr Lennesrieth wurde Robert Stahl geehrt. Für die Feuerwehr Spielberg nahmen Ludwig Blödt und Gerhard Hofmann die Ehrung entgegen.
Großes Ehrenzeichen
Das große Ehrenzeichen für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielten bei der Feuerwehr Bernrieth Vorsitzender Johann Dittmann und Michael Wüst. Bei der Feuerwehr Lennesrieth wurde Hubert Stahl für ein halbes Jahrhundert Feuerwehrtreue ausgezeichnet. Für die Feuerwehr Waldthurn erhielt Michael Pflaum die Ehrung für seine 50-jährige Verbundenheit mit der Wehr.








