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Eine lange Suche geht zu Ende – den vermissten Vater gefunden

Frankenreuth. Dass sich die Suche nach im Zweiten Weltkrieg vermissten Soldaten oft als recht schwierig erweist, ist nicht neu. Josef Zintl hatte jedoch nie aufgegeben herauszufinden, was aus seinem Vater Wenzl Josef Zintl geworden ist.

Eine lange Suche geht zu Ende – den vermissten Vater gefunden

Josef Zintl hält die Unterlagen über seinen vermissten Vater in den Händen. Foto: Josef Pilfusek

Vor kurzem hat er die Nachricht erhalten, dass dieser im Sammelfriedhof der Kriegsgräberstätte Rossoschka in Russland in der Grablage „Vermisst“ geführt wird. „Es hat mir keine Ruhe gelassen“, erzählt Josef Zintl, „ich wollte einfach wissen, was mit meinem Vater geschehen ist und wo er begraben liegt.“

Der am 27. Juli 1920 geborene Obergefreite hatte am Russland-Feldzug teilgenommen. Die Schlacht von Stalingrad gilt als eine der bekanntesten des Zweiten Weltkriegs. Im Spätsommer 1942 griff die 6. Armee die russische Stadt an. Nach einer Gegenoffensive der Roten Armee im November wurden bis zu 300.000 Soldaten der Wehrmacht und ihrer Verbündeten eingekesselt. Im Winter 1942/1943 folgte schließlich die deutsche Kapitulation. Mehr als eine Million Soldaten kamen bei den Kämpfen ums Leben.

Auszug aus der Vermisstenbildliste

„Wenzl Zintl, motorisiert in Halle an der Saale, ist in Russland bei Stalingrad eingesetzt worden und ist seit 6. Januar 1943 vermisst“, heißt es in einer Mitteilung in Deutscher Schrift. Und in einer Karte vom 22. Juni 1944, abgestempelt am 24. Juni 1944, an die damals in Roßhaupt mit ihren Kindern Josef (geboren am 27. April 1940) und Reinhard (geboren am 24. Mai 1941) lebende Ehefrau Zintls, teilt der Heeres-Standort, Gebührenstelle Halle (Saale) mit, dass der Antrag auf Kriegsbesoldung eingegangen ist und die Nachzahlung für die vorangegangene Zeit mit der ersten laufenden Zahlung überwiesen wird.

Wenzl Josef Zintl. Foto: Josef Pilfusek

„Am 22. Juli 2022 habe ich beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in München nach meinem Vater eine Anfrage gestartet“, blickt Josef Zintl auf das vergangene Jahr zurück. Von dort hat er schließlich den entsprechenden Auszug aus der Vermisstenbildliste erhalten. Aus dieser geht hervor, dass der als Kraftfahrer eingesetzte Wenzl Josef Zintl im russischen Rossoschka seine Ruhestätte gefunden hat. „Die letzte Nachricht von ihm stammt aus Stalingrad“ vom Januar 1943“, sagt er noch.

Josef Zintl ist 83 Jahre alt und seit 60 Jahren verheiratet. Das Ehepaar hat drei Kinder großgezogen. Der ausgebildete Schreiner war bis zu seiner Pension 30 Jahre als Justizbeamter in Straubing, Regensburg, Amberg und Weiden eingesetzt. Seit 1945 lebt er im renovierten Elternhaus in Frankenreuth.

Deutsche Kriegsgräberstätte Rossoschka

Die Kriegsgräberstätte liegt 37 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Wolgograd am Fluss Rossoschka. Sie ist Ruhe- und Erinnerungsstätte für die in der Schlacht von Stalingrad gefallenen, die nicht mehr zu bergenden sowie die vermissten deutschen Soldaten. Das sechs Hektar große Gelände ist Sammelfriedhof für die Gefallenen im Gebiet von Wolgograd bis Rostow am Don und zwischen Wolga und Don. Die Einweihung war im Jahr 1999.

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