NEW Perspektiven: Luna Winkler macht aus Worten ganze Welten
NEW Perspektiven: Luna Winkler macht aus Worten ganze Welten
Manche Geschichten beginnen mit einem großen Plan. Andere einfach mit der Freude daran, Gedanken aufs Papier zu bringen. Bei Luna Winkler begann diese Freude bereits im Grundschulalter. Heute ist die junge Frau aus Altenstadt an der Waldnaab Autorin von sechs Büchern, steht regelmäßig vor Publikum und zeigt bei Workshops anderen jungen Menschen, wie aus einer Idee eine Geschichte werden kann.
Mit 15 Jahren erscheint der erste Roman
Dass Schreiben für Winkler mehr als eine kurze Phase sein würde, zeigte sich früh. 2020 veröffentlichte sie im Alter von 15 Jahren ihren ersten Roman „Recruited – nichts passiert ohne Grund“. Der Zukunftsthriller umfasst rund 520 Seiten und erzählt von einem großflächigen Stromausfall in Skandinavien und den Folgen für den 15-jährigen Mika.
Es blieb nicht bei diesem Debüt. Auf der Plattform story.one veröffentlichte Winkler nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 200 Kurztexte und Gedichte. Daraus entstanden unter anderem die Bücher „Straßenlaternensterne“, „Auserwählter Außenseiter“, „Randnotizen“ und „FASTCHEFSESSEL“.
Geschichten über das Leben
Ihre Texte bewegen sich längst nicht nur in fantastischen Welten. Immer stärker beschäftigen Winkler zwischenmenschliche Beziehungen, Ängste, gesellschaftliche Erwartungen und die Frage, was Menschen glücklich macht. Besonders deutlich wird das in ihrem bislang jüngsten Roman „Der Mann, der niemals lachte“, der 2024 erschien. Im Mittelpunkt stehen Paul und Ella, zwei Menschen in völlig unterschiedlichen Lebenssituationen. Trotzdem verbinden sie Einsamkeit, Ängste, das Gefühl, nicht gehört zu werden – und ihre Leidenschaft für das Schreiben.
Der Roman ist Winklers sechste Buchveröffentlichung. Gerade der Perspektivwechsel spielt darin eine wichtige Rolle: Wie unterschiedlich können Menschen dieselbe Situation erleben? Welche Geschichten verbergen sich hinter einem Verhalten, das von außen zunächst unverständlich erscheint?
Schreiben wird persönlich
Auch eigene Erfahrungen finden Eingang in Winklers Texte. In „FASTCHEFSESSEL“ setzte sie sich auf humorvoll-satirische Weise mit dem Leben und dem Glücklichsein auseinander und verarbeitete dabei metaphorisch Erfahrungen aus einer Long-Covid-Erkrankung. Das Schreiben wird damit zum Raum, in dem Persönliches und Fiktives zusammenkommen können.
Von der Autorin zur Workshop-Leiterin
Inzwischen bringt Winkler ihre Erfahrung auch in Schulen und Veranstaltungen ein. Seit Ende 2023 ist sie regelmäßig mit Lesungen und Schreibworkshops unterwegs. Im Juli 2026 kehrte sie beispielsweise an „ihr“ Elly-Heuss-Gymnasium in Weiden zurück. Dort las sie aus „Der Mann, der niemals lachte“ und arbeitete mit Schülerinnen an Themen wie Figurenentwicklung, Beziehungen und dem erzählerischen Prinzip „Show, don’t tell“.
Auch gesellschaftliche Themen greift sie dabei auf. An der Realschule Vohenstrauß gestaltete Lina Winkler im April 2026 Workshops zum Thema Mobbing und Cybermobbing. Eine eigens dafür geschriebene Kurzgeschichte bildete den Einstieg. Anschließend entwickelten die Schülerinnen und Schüler die Geschichte selbst weiter.
Kreativität auch abseits der Bücher
Der kreative Weg endet für Winkler nicht am Buchdeckel. Parallel zum Schreiben absolvierte sie eine Ausbildung im Bereich Mediengestaltung bei der Witt-Gruppe. 2026 wurde sie für ihren Abschluss staatlich ausgezeichnet und erhielt einen Schulpreis für den besten Abschluss im Bereich Medien. Heute arbeitet sie auch als Brand Designerin. Damit treffen bei ihr mehrere Bereiche aufeinander: Schreiben, Gestaltung, Kommunikation und die Arbeit mit Menschen.



