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MSR Bertelshofer
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Wo neue Wege beginnen, darf Hoffnung ein Zuhause finden

Waldthurn. Nach Jahren des Leerstands und einer intensiven Planungs- und Bauphase ist im Herzen der Marktgemeinde das zukunftsweisende Pilotprojekt „Ambulant betreutes Wohnen für suchtmittelabhängige alleinerziehende Frauen und Schwangere“ entstanden.
Unter dem Leitsatz „Wo neue Wege beginnen, darf Hoffnung ein Zuhause finden“ versammelten sich Bürgerinnen und Bürger sowie Ehrengäste, um diesen besonderen Moment der Bestimmungsübergabe, mitten am Waldthurner Marktplatz mitzuerleben.
Pfarrer Norbert Götz segnete einleitend das Gebäude, Bürgermeister Georg Bocka sprach die Lesung. Foto: Franz Völkl

Wo neue Wege beginnen, darf Hoffnung ein Zuhause finden

Übergabe des symbolischen Schlüssels für das Haus „Marktplatz 4“ durch die Architekten Axel Weidner (rechts) und Johannes Leupold (Zweiter von links) an Bürgermeister Georg Bocka (links) und Altbürgermeister Josef Beimler (Zweiter von rechts). Foto: Franz Völkl
Segnung der Räume und des Gebäudes „Marktplatz 4“ durch Pfarrer Norbert Götz. Foto: Franz Völkl
Bürgermeister Georg Bocka und der Leiter des Reha-Zentrums Oberpfalz Waldthurn, Uwe Peter (links). Das Reha-Zentrum Oberpfalz ist der zukünftige Zwischenmieter des Gebäudes „Marktplatz 4“ und vermietet an die Frauen mit Suchtproblemen weiter. Foto: Franz Völkl
Bürgermeister Georg Bocka (links) spricht bei der Bestimmungsübergabe vor Ehrengästen in den Räumen des neuen Markplatz 4. Foto: Franz Völkl


Feierliche Bestimmungsübergabe des Pilotprojekts Marktplatz 4 in Waldthurn – Ein Haus voller Geschichte – und neuer Zukunft

Bürgermeister Georg Bocka hob die tiefe Verwurzelung des Gebäudes im Ortsbild hervorhob: „Manche Gebäude sind weit mehr als nur Mauern und Dächer – sie sind Zeugen der Geschichte, Treffpunkte der Menschen und ein Stück Heimat.“
Das Anwesen, das seit über 222 Jahren mit der Aufschrift „Gaststätte und Metzgerei Georg Striegl“ das Ortszentrum gegenüber der Pfarrkirche St. Sebastian prägt, sei über Generationen hinweg ein Ort der Begegnung gewesen. Viele Bürgerinnen und Bürger verbänden persönliche Erinnerungen mit dem Haus, das nun eine neue gesellschaftliche Aufgabe übernimmt.
„Mit neuem Leben, neuen Ideen und neuem Engagement wird ein Stück Waldthurner Identität bewahrt und zugleich zukunftsfähig weiterentwickelt“, so Bocka weiter.
Der Weg zum heutigen Ergebnis begann bereits 2015, als erste Überlegungen zur Zukunft des leerstehenden Gebäudes angestellt wurden – zeitweise sogar mit der Option eines Abrisses. Erst die Aufnahme in die Förderinitiative „Innen statt Außen“ im Jahr 2019 brachte die entscheidende Wende.
Mit dem Erwerb durch den Markt Waldthurn im Jahr 2020 begann die konkrete Umsetzung. Mit Investitionskosten von gut zwei Mio. Euro (Förderung 1,5 Mio) handelt es sich um eines der bedeutendsten Sanierungsprojekte der jüngeren Geschichte des Marktes.

Architektur zwischen Erhalt und Erneuerung

Architekt Axel Weidner (Architekturbüro Weidner) betonte in seinem Beitrag die besondere Qualität des Bestandsgebäudes. Wörtlich verwies er auf die frühe Diskussion: „Warum reißt ihr die alte Hütte nicht ab?“ Doch gerade die bauliche Substanz habe den Ausschlag gegeben. Das Gebäude sei Ausdruck von lokalem Handwerk und Identität – nicht perfekt, aber authentisch. Ein Abriss hätte nicht nur Substanz, sondern auch Geschichte vernichtet. Der durchführende Architekt Johannes Leupold ergänzte, dass die Bauarbeiten immer wieder Überraschungen gebracht hätten. Historische Strukturen und moderne Technik seien dabei behutsam miteinander verbunden worden.

Innenentwicklung als Zukunftsmodell – Dank an Altbürgermeister Josef Beimler

Frank Langguth vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz stellte das Projekt in den größeren Kontext der Ortsentwicklung. Marktplatz 4 sei „mehr als ein saniertes Gebäude“, sondern ein Zeichen für Zusammenhalt und nachhaltige Innenentwicklung. Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz unterstützte das Vorhaben im Rahmen der Dorferneuerung maßgeblich. Insgesamt habe Waldthurn bereits rund 7,1 Millionen Euro in vergleichbare Projekte am Marktplatz investiert und etwa 6 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten. Langguth würdigte zudem die Hartnäckigkeit von Altbürgermeister Josef Beimler, dessen Engagement entscheidend für die Entwicklung gewesen sei. Von einem „starken Zeichen für Menschlichkeit und gelebte Solidarität“ sprach stellvertretende Landrätin Andrea Lang. Bezirksrat Roland Grillmeier brachte den Verdienst von Altbürgermeister Josef Beimler auf den Punkt: „Bürgermeister bist du erst, wenn du eine Meisterleistung vollbringst.“ Auch Melanie Bruckner vom Rehazentrum Oberpfalz meinte, dass Altbürgermeister Josef Beimler hat mit seinem Engagement dieses Projekt angestoßen und mit entschlossener Hartnäckigkeit bis ans Ziel geführt habe. „Unsere Klientinnen mit ihren Kindern werden es Dir danken.“ Außerdem betonte sie die soziale Dimension des Projekts.

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