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Abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren gefordert in Weiden

Weiden. Künftig gehen hier im Schnitt rund 350 Beschäftigte pro Jahr in Rente, bis 2035 sind es insgesamt 10.200. Die NGG fordert eine abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren und warnt vor der Rentenreform.

Weiden. Künftig gehen hier im Schnitt rund 350 Beschäftigte pro Jahr in Rente, bis 2035 sind es insgesamt 10.200. Die NGG fordert eine abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren und warnt vor der Rentenreform.
Foto (Montage): NGG | Tobias Seifert

Abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren gefordert in Weiden

In Weiden macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am 29. Oktober 2026 auf bevorstehende starke Renteneintritte in der Nordoberpfalz aufmerksam. Zugleich fordert sie die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren und nimmt die geplante Rentenreform der Bundesregierung kritisch in den Blick.

Viele Renteneintritte bis 2035 in der Nordoberpfalz

Nach NGG-Angaben gehen in Weiden in den kommenden Jahren im Schnitt rund 350 Beschäftigte pro Jahr in den Ruhestand; bis 2035 summiert sich das auf rund 10.200 Menschen. Auf Berechnungen des Pestel-Instituts stützt sich die NGG-Region Oberpfalz.
Für den Landkreis Neustadt/WN rechnet die Gewerkschaft mit etwa 830 Renteneintritten pro Jahr und insgesamt rund 25.000 Ruheständlern bis 2035. Im Landkreis Tirschenreuth erwartet sie jährlich etwa 630 Renteneintritte und bis 2035 insgesamt rund 18.900 Ruheständler.

Forderung: Abschlagsfrei nach 45 Jahren

Viele Beschäftigte kurz vor der 45-Jahres-Marke blickten laut NGG mit Sorge auf die Pläne der Bundesregierung. „Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt der Geschäftsführer der NGG-Region Oberpfalz, Rainer Reißfelder.
Wer früh ins Berufsleben startet, solle dafür nicht bestraft werden, betont Reißfelder. „Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck sind viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien keine Spitzenverdiener. Sie sind auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen. Das gilt für die Menschen in der Lebensmittelproduktion ebenso wie die Beschäftigten in Bäckereien, Kantinen und Restaurants in Weiden“, so Reißfelder.

Kritik an Renteneintrittsalter und Kapitalrente

Nach Angaben der NGG, die sich auf die Deutsche Rentenversicherung (DRV) beruft, bezogen in Bayern Ende des vergangenen Jahres knapp 945.000 Männer eine gesetzliche Altersrente, darunter rund 434.200 mit 45 oder mehr Beitragsjahren. Unter rund 1,2 Millionen Frauen erfüllten etwa 182.500 diese Marke.
Die Gewerkschaft appelliert an CDU/CSU und SPD, die Reform sozial auszugestalten und auf eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters zu verzichten. „Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, warnt Reißfelder. Für körperlich belastend Tätige gleiche eine weitere Anhebung einer Rentenkürzung durch die Hintertür.

Auswirkungen für Betriebe in der Region

Kritisch bewertet die NGG zudem die geplante Kapitalrente. Die gesetzliche Rente solle verlässlich bleiben und weiterhin an die Lohnentwicklung gekoppelt sein.
Für den Landkreis Tirschenreuth unterstreicht der Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken, Marcel Adelhardt, die gleichen Forderungen. Auch dort stehen nach NGG-Berechnungen viele Beschäftigte vor dem Ruhestand, weshalb die Debatte um die Ausgestaltung der Reform unmittelbare Auswirkungen auf Betriebe in der Region hat.

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