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Energiewendekurs Deutschlands in der Kritik

Weiden. Der Physiker Professor Fritz-Dieter Doenitz kritisiert die deutsche Energiepolitik und fordert ein Umdenken weg von der dezentralen Stromerzeugung. Er plädiert für eine europäische Verbundlösung und weist auf die Probleme der Energiespeicherung, die geringe Effizienz von Biogas und die begrenzten Möglichkeiten der Photovoltaik in Deutschland hin. Doenitz betont die Notwendigkeit des politischen Willens, um die Energiewende effizient zu gestalten.

Energiewendekurs Deutschlands in der Kritik

„Energiewende – neu betrachtet“, lautete die Überschrift des Vortrags. Foto: Siegfried Bühner
Foto: Siegfried Bühner

In einem leidenschaftlichen Aufruf plädiert der Physiker Professor Fritz-Dieter Doenitz für ein Umdenken in der deutschen Energiepolitik. Während eines Vortrags beim örtlichen Freundeskreis Weiden der Evangelischen Akademie Tutzing stellt er die derzeitige Fokussierung auf dezentrale Stromversorgung und erneuerbare Energien in Deutschland infrage. Doenitz betont, dass der wachsende Strombedarf, insbesondere der Industrie, auf lange Sicht nicht allein durch in Deutschland erzeugte erneuerbare Energien gedeckt werden kann.

Energiepolitik neu überdenken

Doenitz weist darauf hin, dass die Annahmen, auf denen die Energiewende in Deutschland basiert, nicht länger haltbar seien und es einer kritischen Überprüfung der zugrundeliegenden Ideologie bedürfe. Die Energiewende – neu betrachtet, wie der Vortrag betitelt ist, verlangt eine Abkehr von der Idee der dezentralen Stromerzeugung. Er bemängelt, dass diese Herangehensweise zu einer politischen Doktrin geworden ist, deren Ursprünge nicht mehr hinterfragt werden.

Risiken und Herausforderungen der aktuellen Strategie

Die gegenwärtige Strategie der Energieversorgung sei vergleichbar mit einem Blindflug. Vor allem fehle es an einer umfassenden Kostenanalyse. Die zusätzlichen Kosten für die Erzeugung, den Transport, die Speicherung, die Netzstabilität und die Kompensation von Umweltschäden würden oft nicht beachtet und auf die Allgemeinheit umgelegt.

Besonders kritisch sieht Doenitz die derzeitigen Techniken zur Langzeitspeicherung von Energie, die insbesondere im Hinblick auf die Wintermonate ungelöst bleiben und häufig mit hohen Verlusten verbunden sind.

Aufruf zu einer europäischen Verbundlösung

Als Lösungsvorschlag präsentiert der Energieexperte die Idee einer europäischen Verbundlösung für Strom, die auf Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ-Leitungen) basiert. Obwohl die EU einen solchen Verbund als Ziel definiert hat, befinden sich in Deutschland erst erste Ansätze in der Umsetzung.

Wichtige Projekte wie Nord-Link nach Norwegen und die geplante Leitung von England nach Marokko werden erwähnt. Doenitz argumentiert, dass die Mittel, die derzeit in dezentrale Energieprojekte fließen, in einem solchen Verbund besser investiert wären. Er hebt hervor, dass der politische Wille für einen solchen Wandel unerlässlich ist.

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Alternative Energiequellen und Technologien

Der Vortragende beleuchtet auch die Potenziale unterschiedlicher Energiequellen. So könnten Wasserkraft und Geothermie verlässliche, planbare Ressourcen sein. Doch gerade die Photovoltaik sei in Deutschland aufgrund der geografischen Lage begrenzt nutzbar.

Der Ausbau von Offshore-Windparks in der Nordsee sei die einzige nennenswerte Ressource, während Windkraft an Land bestenfalls als Notlösung diene. Die Nutzung von Biomasse hingegen sei aufgrund des extrem hohen Flächenbedarfs keine nachhaltige Lösung, und der Einsatz von Flüssiggas wäre ineffizient, da ein Großteil des Energiegehalts verloren ginge.

Politische Versäumnisse und Erfolge im Ausland

Abschließend kritisiert Doenitz das Fehlen politischen Engagements in Deutschland und verweist auf Solarfelder in Spanien mit solarthermischen Kraftwerken und Flüssigsalzspeichern als positive Beispiele. Er betont, dass diese Lösungen auch nachts Strom liefern und in Portugal bereits kostengünstig Strom aus Solarenergie erzeugt werde. Damit stellt er die Ineffizienz und die fehlenden politischen Bemühungen der vergangenen deutschen Regierungen in den Vordergrund.