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PETA fordert Hundeführerschein nach Bissvorfall in Schwandorf

Schwandorf. Ein Hund biss am Samstag gegen 17.45 Uhr einem Paketzusteller ins Bein; der Mann wurde ärztlich behandelt. PETA fordert nach dem Vorfall einen Hundeführerschein in Bayern.

Schwandorf. Ein Hund biss am Samstag gegen 17.45 Uhr einem Paketzusteller ins Bein; der Mann wurde ärztlich behandelt. PETA fordert nach dem Vorfall einen Hundeführerschein in Bayern.
PETA fordert Hundeführerschein nach Bissvorfall in Schwandorf. Foto: PETA Deutschland e.V.

PETA fordert Hundeführerschein nach Bissvorfall in Schwandorf

Beißvorfall in Schwandorf: PETA fordert Hundeführerschein

Nachweis kann schwere Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben.

Laut einem Medienbericht hat ein Hund am Samstag in Schwandorf einen Paketzusteller attackiert. Als der Mann gegen 17.45 Uhr ein Paket zustellen wollte, biss ihm der Vierbeiner ins Bein. Er musste ärztlich behandelt werden. Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Landesregierung in Bayern auf, den sogenannten Hundeführerschein einzuführen.

Wissen schützt vor Beißvorfällen

„Immer wieder werden Paketzusteller Opfer von Hundebissen, weil Tierhaltenden oftmals grundlegendes Wissen über Gefahrensituationen, das Erkennen von Hundeverhalten, Körpersprache und Verantwortung fehlt. Nicht die Hunde sind das Problem, sondern die Unwissenheit der Menschen. Ein Hundeführerschein ist längst überfällig. Er würde Halterinnen und Haltern die Mittel an die Hand geben, um derartige Vorfälle zu vermeiden“, so Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin bei PETA. „Egal, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix‘ ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann für Mensch und Tier gefährlich werden.“

Mehrheit für verpflichtenden Hundeführerschein

Hintergrundinformationen: Deutliche Mehrheit für Hundeführerschein. Nach einer von PETA in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage von August 2023 sprechen sich 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen für einen verpflichtenden Hundeführerschein aus. Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter und Halterinnen bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames, obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern.

Niedersachsen, Bremen, Österreich und Berlin als Beispiele

Niedersachsen und Bremen gehen mit gutem Beispiel voran. Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – seit Juli 2013 ist der allgemeine Hundeführerschein verpflichtend. [1] Zum 1. Juli 2026 wird auch im Land Bremen der Hundeführerschein für Personen, die einen Hund aufnehmen möchten, verpflichtend. [2] Österreich geht noch einen Schritt weiter. Dort wird ab dem 1. Juli 2026 bundesweit ein verpflichtender Hundeführerschein eingeführt. [3] In Berlin sind Halterinnen und Halter seit dem 1. Januar 2017 aufgefordert, sich bei der Aufnahme eines Hundes die notwendige Sachkunde anzueignen. Einige Städte setzen zusätzlich Anreize: In München gibt es nach bestandenem Hundeführerschein ein Jahr Hundesteuerbefreiung, in Mannheim zwei Jahre.

Weniger Impulskäufe, weniger Tierheimtiere

Ein verpflichtender Hundeführerschein hat einen weiteren Vorteil: Er kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen „Impulskauf“ abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

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