Politik und junge Fischwirte im Austausch über Tradition und Moderne
Politik und junge Fischwirte im Austausch über Tradition und Moderne
Der Landkreis Tirschenreuth ist der flächen- und bevölkerungsmäßig kleinste Landkreis der Oberpfalz. Dafür gibt es hier überproportional viele Teiche – und Karpfen. Und ein kleiner Ort im Landkreis zieht Touristen aus aller Welt magisch an.
Am Freitag besuchten Ophelia Nick, Grünen-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, und die Oberpfälzer Bundestagsabgeordnete Tina Winklmann den Landkreis Tirschenreuth. Auch einige Lokal- und Landespolitiker waren dabei, um sich mit den Jungfischern im Fischerdörfchen Kornthan über die Herausforderungen und Potenziale der traditionellen Oberpfälzer Teichwirtschaft auszutauschen.
Wer sind die „Young Fishermen“?
Die „Young Fishermen“ (YFM) haben sich 2020 als Arbeitsgruppe im Verband der Deutschen Binnenfischerei und Aquakultur (VDBA) gegründet. Die jungen Fischwirte und Fischwirtinnen wollen ihre Zukunft in der Fischzucht und Fischerei selbst mitgestalten.
Die YFM beschrieben ihre Ziele wie folgt: „Als Kernziel soll im Bundesgebiet und über Grenzen hinweg der freundschaftliche und kollegiale Kontakt zu anderen Fischer/innen gefördert werden. Wie es das ‘Young’ vermuten lässt, geht es einerseits um Austausch mit engagierten Fischmenschen in der jungen Generation. Hier treffen andere Vorstellungen, Ziele und Wünsche und Zukunftsaussichten aufeinander, als unter Umständen bei den ‘Alten Hasen’.
Nichtsdestoweniger sind wir natürlich auf der Suche nach Zugang zu genau deren Expertise. Warum sollten Angehörige einer so kleinen Branche wie der unseren andauernd alte Fehler wiederholen müssen? Das Netzwerk soll helfen, sein Know-how im fisch- und betriebswirtschaftlichen Bereich ausbauen.
Karpfen-Hochburg
Die Politikerinnen waren auf Einladung der „Young Fishermen“, einer Arbeitsgruppe von jungen Fischern im Dachverband VDBA, in den Landkreis Tirschenreuth gereist. Die Region gilt als „Karpfen-Hochburg“ und produziert jährlich Hunderte Tonnen Fisch. Würde man die insgesamt 4600 Teiche aneinander reihen, wären sie zusammen dreimal so groß wie der Tegernsee oder zweimal so groß wie der Wolfgangsee.
Die „Tirschenreuther Teichpfanne“ hat eine fast tausendjährige Tradition. Die Spezialität des Landkreises ist somit auch klar: Karpfen. Der Großteil der in Deutschland verspeisten Karpfen kommt aus der Tirschenreuther Teichwirtschaft – nämlich 2000 Tonnen.




