Verdi-Senioren Oberpfalz wählen neuen Vorstand und kritisieren Ungleichheit

Verdi-Senioren Oberpfalz wählen neuen Vorstand und kritisieren Ungleichheit
Alle vier Jahre finden auch bei Ver.di Wahlen der Mitgliedervertretungen statt. Das gilt auch für den Vorstand der 4.300 Mitglieder im Ruhestand in der Oberpfalz. Der Vorstand besteht aus acht Mitgliedern, entsprechend dem Anteil von Frauen und Männern. Ein umfangreicher Rechenschaftsbericht lag schriftlich vor. Mündlich gingen dabei Manfred Haberzeth und Gerhard Nothhaft auf Höhen und Tiefen der Aktivitäten ein.
Sie betonten besonders das zunehmende Auseinanderklaffen zwischen Arm und Reich. „Es wäre genug für alle da“, betonte Vorsitzender Manfred Haberzeth zur Eröffnung. Verteilungsfragen würden aber in der Politik vermieden. Hier sei man gemeinsam gefordert, die Schieflage bei der Verteilung von Belastungen zu korrigieren. Einflussmöglichkeiten haben Arbeitnehmer und Seniorinnen und Senioren über Tarifverträge und die Sozialgesetze. Unser Gesellschaftssystem bietet dazu die Möglichkeit.
Engagement gegen soziale Spaltung
Beispiele dafür seien laut Gerhard Nothhaft die Beteiligung an Arbeitskämpfen, die Demonstrationen gegen Sozialabbau oder die Unterstützung der Demokratiebewegungen. Der Versuch zur Spaltung der Gesellschaft werde am Beispiel des „Aufstands der jungen Abgeordneten“ sichtbar. Dabei gehe es weltweit seit Langem um Reichtum und Armut. „Sozialleistungen sind keine Geschenke, sondern erkämpfte Rechte“, betonte Haberzeth. Es handele sich um erworbene Rechtsansprüche, die nicht zur Disposition stünden. Ständige Eingriffe in die Sozialkonten bei Verschonung von Einkommen ohne Beteiligung zur Finanzierung müssten zurückgewiesen werden, weil dadurch die Schieflage zementiert werde.

Die beiden Vorsitzenden Manfred Haberzeth (rechts) und sein Stellvertreter Bruno Lehmeier. Foto: verdi
Einstimmige Wahl des Vorstands
Einstimmig wurden die acht Vorstandsmitglieder von der Mitgliederversammlung gewählt. Vorsitzender bleibt Manfred Haberzeth. Einen Wechsel gab es bei der Stellvertretung. Hier erhielt Bezirksrat Bruno Lehmeier das Vertrauen. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden gewählt: Andrea Luges, Carla Schröder, Waltraud Haberkorn, Waltraud Rothballer, Gerd Nothhaft und Manfred Kick. Auch die stellvertretenden Mitglieder – Marie-Luise Dantl, Marianne Kellner, Karin Neugirg, Margunde Reiß, Gerhard Hansch, Johann Rölz, Werner Walberer und Alfred Meier – durften sich über ein einstimmiges Votum freuen. Weitere Vertretungen für die überörtlichen Gremien auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene erfolgen ebenfalls einstimmig.
Koalitionsbeschlüsse kritisch betrachtet
Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner griff in seinen Ausführungen die bekannten Koalitionsbeschlüsse nochmals auf. Sein Fazit: „Zieht man Bilanz zwischen Be- und Entlastung, ist festzuhalten: Unten zeigt die Auswertung bestenfalls ein Nullsummenspiel zwischen Ent- und Belastung, und oben ist kein nennenswerter Beitrag erkennbar.“ Gerade hier werde der Wert von Tarifverträgen sichtbar: Hier bleiben zum Beispiel die Arbeitsunfähigkeitsbecheinigungen (AU) bei drei Tagen.
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