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Windpark bei Fuchsmühl: RWE schließt elf Vorverträge, BI wehrt sich weiter

Fuchsmühl. Nach der 31. Änderung des Regionalplans "Windenergie" ist klar, dass im Waldgebiet zwischen Fuchsmühl und Pechbrunn wohl das größte Windvorranggebiet der nördlichen Oberpfalz entsteht. Eine Bürgerinitiative will sich damit nicht abfinden und wehrt sich gegen die Pläne.

Windpark bei Fuchsmühl: RWE schließt elf Vorverträge, BI wehrt sich weiter

Im Waldgebiet rund um den Teichelberg könnten zwischen Fuchsmühl und Pechbrunn zahlreiche Windräder aufgestellt werden. Foto: Udo Fürst

Christina Kretschmer befürchtet das Schlimmste. Das Schlimmste ist für die Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) “Wirklich Windkraft im Naturpark?”, dass das Naherholungsgebiet rund um den Teichelberg und Teile des Naturparks Steinwald bald mit einer unvorhersehbaren Zahl an Windenergieanlagen erheblich gestört, wenn nicht gar zerstört werden könnte.

RWE bestätigt Windparkpläne bei Fuchsmühl: Bürgerinitiative will sich nicht damit abfinden

RWE bestätigt Windparkpläne bei Fuchsmühl: Bürgerinitiative will sich nicht damit abfinden

Neustadt/WN/Fuchsmühl. Wo können oder sollen in der nördlichen Oberpfalz Windräder gebaut werden? Um diese Frage ging es bei der Sitzung des Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbands. Begleitet wurde die Veranstaltung vom friedlichen Protest der Fuchsmühler Bürgerinitiative „Wirklich Windkraft im Naturpark?“

Größtes Vorranggebiet der Nordoberpfalz

“TIR 29” ist das größte Vorranggebiet für Windkraftanlagen in der Nordoberpfalz. Es habe über den Landkreis Tirschenreuth hinaus nach Oberfranken Auswirkungen bezüglich Lärm, Infraschall, Schattenschlag, Mikroplastik und Zerstörung des Ökosystems Wald mit seinen zahlreichen geschützten Arten, argumentiert die BI. “Uns geht es nicht darum, pauschal gegen Windkraft zu sein. Wir erkennen die Bedeutung erneuerbarer Energien für den Klimaschutz an. Doch ebenso wichtig ist uns ein verantwortungsvoller Umgang mit Natur, Landschaft und dem Lebensraum der Menschen vor Ort”, heißt es auf der Homepage der BI.

Vor allem die befürchtete große Zahl an Windrädern in dem fast 370 Hektar großen Windvorranggebiet nördlich des staatlich anerkannten Erholungsortes Fuchsmühl stößt den Kritikern sauer auf. “Theoretisch könnten da auch 25 oder 30 Windräder aufgestellt werden”, sagt Kretschmer. “Und das in einem Schwachwindgebiet”, betont Kretschmer. Sicher wisse man von elf Grundstücken in diesem Gebiet, für die der Energieversorger RWE bereits Vorverträge mit den Eigentümern abgeschlossen habe.

Bürgerinitiative trifft sich

Die BI “Wirklich Windkraft im Naturpark?” lädt am Freitag, 12. September, 18 Uhr, ins Hotel Hackelstein zur nächsten Infoveranstaltung ein. Dort wird auch erklärt, wie man Einspruch gegen die Windenergiepläne des Regionalen Planungsverbandes einlegen kann. Der Entwurf ist online einsehbar unter: https://www.regierung.oberpfalz.bayern.de/service/landes_und_regionalplanung/regionalplanung/index.html#onfortschreibungen

Einsprüche sind bis 2. Oktober 2025 möglich. Die BI erklärt auf ihrer Homepage, wie das geht: https://www.bi-windkraftanlagen-naturpark.com/

Bereits am Montag, 8. September, findet eine Kundgebung des “Bündnis haltet inne” beim Gillamoos in Abensberg statt. Treffpunkt ist direkt gegenüber dem Haupteingang der Gillamooswiesn (Münchner Straße 24). Beginn ist um 9 Uhr, Ende gegen 14 Uhr.

Gespräch mit Bürgermeistern?

Noch hofft man bei der BI auch auf den Widerstand der drei betroffenen Kommunen mit den Bürgermeistern Wolfgang Braun (Fuchsmühl), Toni Dutz (Wiesau) und Stephan Schübel (Pechbrunn). “Wir bemühen uns um ein gemeinsames Gespräch mit diesen Politikern. Wir glauben nicht, dass denen nichts an ihrer Heimat und dem Wohl ihr Bürgerinnen und Bürger liegt”, heißt es von BI-Seite. Vor allem Toni Dutz habe seine Bereitschaft für ein Treffen signalisiert.

Mittlerweile ist die BI “Wirklich Windkraft im Naturpark?” dem “Bündnis haltet inne” (https://buendnis-haltet-inne.de) beigetreten. Der Zusammenschluss besteht aus Bürgerinitiativen und Natur- sowie Landschaftsschutzvereinen in Bayern und den angrenzenden Bundesländern. “Gemeinsam setzen wir uns für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und eine verantwortungsvolle Energiewende ein. Unser Ziel ist es, eine Stimme für Natur-, Landschafts- und Artenschutz zu sein und gleichzeitig eine nachhaltige und demokratisch getragene Energiepolitik zu fördern” hat sich das Bündnis auf die Fahnen geschrieben. Mitglied des circa 30 Initiativen zählenden Bündnisses sind auch die Bürgeraktion GegenWind Stiftland aus Neualbenreuth und die Bürgerinitiative “Windkraftfreie Heimat – Rund um Neunburg” Erbendorf.

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