Schulung und Defibrillatoren erhöhen Überlebenschancen in Eslarn
Schulung und Defibrillatoren erhöhen Überlebenschancen in Eslarn
Nicht nur einer, sondern gleich drei zentral verteilte und frei zugängliche Defibrillatoren (AED) stehen in Eslarn zur Verfügung und unterstützen Ersthelfer dabei, im Ernstfall Leben zu retten. Die öffentlich zugänglichen Geräte befinden sich am Hintereingang des Sportzentrums, bei der Sparkasse sowie am Feuerwehrhaus. Durch diese strategisch gewählten Standorte kann wertvolle Zeit bis zum Eintreffen eines Notarztes und der geschulten BRK-Helfer eingespart werden – ein entscheidender Faktor bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Um Berührungsängste abzubauen und Sicherheit im Umgang mit den lebensrettenden Geräten zu vermitteln, wurde auf Einladung der Quartiermanagerin Petra Brenner und der Ersthelferin vor Ort (HvO) Corinna Völkl eine kostenlose Einweisung im TSV-Sportheim angeboten. Als Referent konnte der erfahrene Notfallsanitäter und Dozent im Rettungsdienst, Marco Rappl aus Moosbach, gewonnen werden.
AED-Training in Eslarn: Sicherheit im Notfall
„Ein automatisierter externer Defibrillator ist ein lebensrettendes Gerät, das bei einem Herzstillstand durch klare Sprachanweisungen die Wiederbelebung unterstützt“, erklärte AED-Instruktor Rappl. Ziel seines Vortrags war es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Angst vor dem Einsatz eines Defibrillators zu nehmen und zu verdeutlichen, wie groß die Überlebenschancen durch eine schnelle Laien-Reanimation steigen können. Besonders eindringlich machte der Referent deutlich, wie wichtig rasches Handeln ist: „Setzt der Herzschlag aus, zählt jede Minute. Bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Wiederbelebungsmaßnahmen können erste Hirnschäden durch Sauerstoffmangel auftreten.“
Ein Mensch liegt regungslos am Boden – jemand holt einen Defibrillator. Doch was ist nun zu tun? Zunächst seien grundlegende Maßnahmen erforderlich, betonte Rappl. „Bevor ein AED eingesetzt wird, führen wir einen Notfallcheck durch.“ Dabei werde überprüft, ob die betroffene Person bei Bewusstsein ist und ob eine normale Atmung vorhanden ist.
Herzdruckmassage und Beatmung: Schritt für Schritt
Fällt die Atemkontrolle negativ aus, müsse unverzüglich mit der Herzdruckmassage begonnen werden. „Man positioniert sich mit dem Oberkörper über dem Betroffenen, legt beide Hände mittig auf den Brustkorb und drückt 30-mal schnell und kräftig.“ Geübte Ersthelfer können anschließend zwei Beatmungen durchführen. „Wer sich dabei unsicher fühlt, sollte durchgehend eine Herzdruckmassage machen – das ist vollkommen richtig und effektiv“, so Rappl.
Ebenso wichtig sei das frühzeitige Absetzen des Notrufs. Dadurch werde nicht nur der Rettungsdienst schneller alarmiert, sondern man erhalte auch telefonisch wertvolle Anleitungen zur Ersten Hilfe. „Das gibt Sicherheit und nimmt zusätzlich die Angst, etwas falsch zu machen.“ Der Defibrillator selbst ersetzt zwar keine Herzdruckmassage, erhöht jedoch die Überlebenschancen erheblich. Das Gerät analysiert selbstständig den Herzrhythmus und gibt nur dann einen Stromstoß ab, wenn dieser medizinisch sinnvoll ist.
AED-Anweisungen geben Sicherheit
„Der AED sagt Schritt für Schritt, was zu tun ist – man muss einfach zuhören und den Anweisungen folgen“, erklärte der vorbestellte Organisationsleiter für den Freistaat Bayern. Das Gerät gibt klar vor, wann gedrückt werden soll und wann die Hände für die Schockabgabe vom Patienten zu nehmen sind. Die Wiederbelebungsmaßnahmen werden so lange fortgesetzt, bis der Rettungsdienst eintrifft oder sich Helfer abwechseln können.
Praxisübungen und weitere Schulung
Nach dem theoretischen Teil hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, das Erlernte praktisch umzusetzen. An Übungspuppen konnten sie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen und mit einem Trainingsgerät erste Erfahrungen im Umgang mit einem AED sammeln. Die Resonanz war durchweg positiv. „Die Angst, beim Einsatz eines Defibrillators etwas falsch zu machen, ist unbegründet“, fasste Rappl zusammen. Da an dem Vortrag lediglich eine kleine Gruppe teilnahm, möchte Quartiermanagerin Petra Brenner die Schulung erneut durchführen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich zur Terminabstimmung telefonisch unter 09653/92070 oder per E-Mail an pbrenner@eslarn.de anzumelden.








