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Blue Devils schenken Spiel nach starker Leistung vollkommen unnötig her

Crimmitschau. 55 Minuten die bessere Mannschaft, 2:1 geführt und innerhalb von wenigen Minuten den sicheren Sieg verschenkt: Den Blue Devils ist derzeit nicht zu helfen. Mit 2:5 verloren sie viel zu hoch bei den Eispiraten Crimmitschau, die damit den Pre-Play-off-Platz so gut wie klarmachten.

Blue Devils schenken Spiel nach starker Leistung vollkommen unnötig her

Tragischer Held: Keeper Michael McNiven unterlief in Crimmitschau ein folgenschwerer Fehler. Foto: Christian Kaminsky

DEL 2, 50. Spieltag

Eispiraten Crimmitschau – Blue Devils Weiden 5:2 (0:0, 1:1, 4:1)

Tore: 33. Min. Tommy Muck (5/4, Cedric Schiemenz) 1:0, 37. Min. Wruck 1:1, 50. Min. Noah Samanski (Fabian Ribnitzky) 1:2, 54. Min. Brune 2:2, 57. Min. Kunekath 3:2, 59. Min. Mackin (EN) 4:2, 60. Min. McGauley (EN) 5:2. –Strafminuten: ETC: 6, BD: 4. – Zuschauer: 3603. – Wohl selten war eine Niederlage der Blue Devils unnötiger als die vom Sonntag in Westsachsen. Die Blue Devils waren den Hausherren, die lange mit zittrigen Knien unterwegs waren, deutlich überlegen, wirkten spritziger und entschlossener. Doch wie so oft brachte man wegen krasser individueller Fehler eine Führung nicht über die Zeit. Die ohnehin nur sehr vage Hoffnung auf den zehnten Platz und die Pre-Play-off-Teilnahme ist für Weiden mit 55 Zählern endgültig dahin. Immerhin kann man noch Drittletzter werden, weil auch Bad Nauheim (55 Punkte) verlor. Auch Freiburg ist als Tabellenelfter mit 59 Punkten bei zwei ausstehenden Spielen noch in Schlagdistanz. Verschenkt man aber weiterhin die Punkte derart leichtfertig wie in Crimmitschau wird es ganz, ganz eng für die Truppe von Coach Alan Letang.

Erneut nur ein Miniaufgebot

Die Blue Devils mussten wie fast schon gewohnt mit einem Miniaufgebot (16 Feldspieler) und nur drei Angriffsreihen nach Sachsen reisen, nachdem, Tyler Ward und Zach Tsekos weiter ausfielen. Es war kein Leckerbissen, was die Teams den Zuschauern im ersten Durchgang boten. Aber spielerische Höhepunkte erwartet man auch nicht im Abstiegskampf. Nichts anders war es in den ersten 20 Minuten. Die Blue Devils bewiesen, dass sie den Glauben an die theoretische Pre-Play-off-Teilnahme noch nicht aufgegeben haben. Die Letang-Truppe überzeugte mit engagiertem Forechecking, durch das sie den Hausherren kaum einmal Luft für gefährliche Angriffe ließen. Allerdings konnten sich auch die Devils kaum klare Gelegenheiten erarbeiten. Die Goalies Kevin Reiche und Michael McNiven bekamen kaum etwas auf ihren Kasten. So ging es folgerichtig torlos in die erste Pause.

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Starkes zweites Drittel ohne Ertrag

Im zweiten Drittel wurden die Gäste deutlich stärker, beherrschten Spiel und Gegner. Doch einmal mehr wurden zwei große Weidener Schwächen offenbar. Obwohl man durch einen Überzahltreffer von Tommy Muck hochverdient in Führung ging, konnte man diese nicht lange halten. Allerdings fiel der Ausgleich höchst unglücklich: Goalie Michael McNiven parierte den ersten Schuss von Wruck stark, konnte den Puck aber nicht festhalten und der Crimmitschauer Angreifer stocherte den Abpraller zum glücklichen Ausgleich ins Netz. Zweite Schwäche der Gäste: das Überzahlspiel. Selbst eine 5:3-Überzahl kurz vor Drittelende konnte man nicht nutzen, spielte viel zu einfallslos und spielte sich eine Minute lang keine ernsthafte Chance heraus.

Das dritte Drittel brachte zwar nach wie vor kein spielerisches Glanzlicht, dafür Spannung und packende Szenen. Kurios der 2:1-Führungstreffer der Devils, als die Schiedsrichter einen Neal-Samanski-Hammer von der Blauen Linie unter die Latte erst nach Videostudium anerkannten. In den Minuten danach schien Crimmitschau am Boden, die Gastgeber brachten kaum noch – wie auch die 55 Minuten zuvor – einen vernünftigen Angriff zustande, und die Devils schienen einem sicheren Sieg entgegenzusteuern. Die Wende leitete ausgerechnet der bis dahin starke Goalie McNiven ein, als er einen eher harmlosen Wruck-Schuss prallen ließ und sich Brune mit dem Ausgleich bedankte. Als dann auch noch Constantin Vogt am durch die Luft torkelnden Puck vorbeigriff und sich Kuhnekath mit dem 3:2 bedankte, war es endgültig vorbei mit der Weidener Herrlichkeit.

Sechster Feldspieler bringt nichts

Auch die letzte Option, Goalie McNiven zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu nehmen, brachte nichts, weil „Mr. Zuverlässig“ Tommy Muck die Scheibe leichtfertig an Mackin verlor und dieser den Puck zum 4:2 ins leere Tor schob. Das 5:2 durch ein weiteres Empty-net-Goal war dann nur noch für die Statistik. Am Ende stand eine vollkommen unnötige Niederlage, die aber exakt der derzeitigen Situation eines Tabellenvorletzten entspricht: Wenn du kein Glück hast, kommt auch noch Pech dazu …

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