Weiden lässt den erhofften Heimsieg liegen – Rodlers Führung reicht nicht
Weiden lässt den erhofften Heimsieg liegen – Rodlers Führung reicht nicht
Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Josef Rodler die Gastgeber in Führung, doch nur fünf Minuten später schlugen die Gäste zurück. Das 1:1 vor 554 Zuschauern fühlte sich für die Weidener angesichts des Spielverlaufs wie zwei verlorene Punkte an.
Kapitän Felix Behnke verletzt vom Platz
In dem Duell zweier abstiegsgefährdeter Teams stand für beide einiges auf dem Spiel. Entsprechend umkämpft verlief die Partie. Viel Einsatz, intensive Zweikämpfe und nur wenige spielerische Glanzlichter prägten die Begegnung. Für die Gastgeber kam früh auch noch personelles Pech hinzu: Kapitän Felix Behnke musste bereits in der siebten Minute mit einer Knieverletzung vom Platz. Felix Kühner rückte für ihn in die Partie und übernahm eine schwierige Aufgabe in einer ohnehin angespannten personellen Situation.
„Viel Kampf, viel Krampf“
„Klassisches Kellerduell. Viel Kampf, viel Krampf“, brachte Weidens Trainer Michael Riester die ersten Eindrücke auf den Punkt. Der frühe Verlust des Kapitäns sei in der aktuellen Lage „noch das Tüpfchen auf dem i“ gewesen. Seine Mannschaft habe sich zunächst sammeln müssen, ehe sie nach der Pause besser ins Spiel gefunden habe. Mit Kopfschütteln bewerteten einige Weidener Fans die Auswechslung von Patryk Bytomski und Jahi Sylehmani kurz vor der Pause. Riester wollte hier die Mannschaft aufrütteln und brachte Moritz Hügel und Friedrich Lieder (40.).
Weiden steigert sich nach der Pause
In der ersten Hälfte fehlte es beiden Teams an der nötigen Durchschlagskraft, um die Partie auf ihre Seite zu ziehen. Die Gäste sahen den ersten Durchgang allerdings deutlich positiver. Trainer Michael Göttler sprach von einem guten Bayernliga-Spiel mit hoher Intensität und meinte, dass seine Mannschaft zur Pause bereits klar hätte führen können. Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Weiden verbessert. Die Gastgeber kamen entschlossener aus der Kabine, hielten besser dagegen und fanden zunehmend bessere Wege nach vorn. Es galt, die eigenen Offensivaktionen konsequenter zu Ende zu spielen.
Dass sich dies auszahlte, zeigte sich in der 72. Minute. Josef Rodler ließ die Weidener Anhänger jubeln und brachte die SpVgg SV mit 1:0 in Führung. In einer Partie, in der jede gelungene Aktion und jeder Fehler entscheidend sein konnten, schien der Treffer zum richtigen Zeitpunkt zu kommen. Weiden hatte sich nach einer schwierigen Anfangsphase zurückgekämpft und belohnte sich für die Leistungssteigerung nach der Pause.
Bitterer Ausgleich nach nur fünf Minuten
Doch die Hoffnung auf drei wichtige Punkte hielt nicht lange. In der 77. Minute kam Nördlingen zum Ausgleich. Nico Schmidt nutzte eine unübersichtliche Situation in der Weidener Defensive und stellte auf 1:1. Für Riester war der Gegentreffer besonders ärgerlich. „Aus dem Nichts den Ausgleich aus einem verunglückten Klärungsversuch zu bekommen, ist bitter“, ärgerte sich der Weidener Coach. Seine Mannschaft hatte sich nach dem frühen Ausfall des Kapitäns stabilisiert und den Gegner in der zweiten Hälfte besser in den Griff bekommen.
Samuel Solter hadert mit dem Gegentreffer
Auch Samuel Solter machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Auch mit seiner eigenen Leistung in der ersten Halbzeit war er unzufrieden. „In den Zweikämpfen habe ich mich nicht so durchsetzen können und ich muss da an mir arbeiten“, räumte der Weidener ein. Der späte Rückschlag nach Rodlers Führung schmerzte ihn besonders: „Nach der Führung ist es echt bitter, wenn so ein dummer Treffer fällt.“
Einer, der sich trotz der schwierigen Ausgangslage positiv in Szene setzte, war Felix Kühner. Der eingewechselte Abwehrspieler kam für Kapitän Behnke und zeigte eine starke Leistung. Allerdings ist dieser erneute Ausfall für die Riester-Truppe fast schon dramatisch. „Die vielen Ausfälle sind einfach nicht mehr zu kompensieren“, sagte Kühner. Dennoch sah der junge Kicker in der zweiten Hälfte Ansätze, auf denen sich aufbauen lässt: „Wir waren nach dem Wechsel besser und ich hoffe, dass wir das fortsetzen.“ Seinem verletzten Mitspieler Felix Behnke wünschte er alles Gute.
„Wir kämpfen weiter“
Für die SpVgg SV Weiden bleiben nach dem Unentschieden gemischte Gefühle. Einerseits zeigte die Mannschaft nach dem frühen Rückschlag Moral und steigerte sich im zweiten Durchgang. Andererseits reichte eine Führung nicht, um im direkten Duell mit einem Konkurrenten aus dem Tabellenkeller den ersehnten Sieg einzufahren. Trotz der Enttäuschung fordert Michael Riester, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Die personelle Situation bleibt schwierig, und man muss weiter um jeden Punkt kämpfen. Der Trainer setzt deshalb auf Zusammenhalt und die Bereitschaft, aus den schwierigen Umständen das Beste zu machen. „Wir kämpfen weiter und wollen aus der Not eine Tugend machen.“
Durch das Remis bleibt Weiden im Tabellenkeller hängen. Nach drei Siegen, fünf Unentschieden und sieben Niederlagen steht die SpVgg SV auf Rang 14 und wartet jetzt seit vier Spielen auf einen Dreier. Die nächste Gelegenheit, den Negativlauf zu durchbrechen, bietet sich am kommenden Samstag, wenn die U 23 des FC Ingolstadt in Weiden gastiert.







