Zwischen Spitzensport und Vereinsgemeinschaft: TV Vohenstrauß bleibt in Bewegung

Zwischen Spitzensport und Vereinsgemeinschaft: TV Vohenstrauß bleibt in Bewegung
Gastbeitrag von Gabriele Buchbinder
Wenn bei einer Jahreshauptversammlung noch zusätzliche Tische und Bänke aufgestellt werden müssen, spricht das für sich: Der Turnverein von 1864 e.V. erfreut sich einer starken Gemeinschaft. Zahlreiche Mitglieder waren in die Stadthalle gekommen, um Rückblick zu halten, Weichen für die Zukunft zu stellen und den Menschen zu danken, die den Verein tragen.
Die dritte Vorsitzende Stefanie Beierl-Nickl begrüßte die große Runde und besonders die Ehrenmitglieder und Ehrenvorsitzenden sowie Bürgermeister Uli Münchmeier und zahlreiche Stadt- und Kreisräte. Auch Vertreter der Sportverbände waren gekommen, darunter der Präsident des Bayerischen Triathlonverbandes Gerd Rucker, der Schatzmeister des Bayerischen Karateverbandes Josef Pflaum sowie die Bezirksvorsitzenden Marcel Bieber (Karate) und Bernd Koller (Judo).
Ihr Rückblick stand ganz im Zeichen von Sport, Gemeinschaft und Ehrenamt. „Der TV lebt von der Leidenschaft und dem Engagement seiner Mitglieder“, betonte sie und stellte besonders die Übungsleiter in den Mittelpunkt. Sie seien das „Herzstück des Vereins“. Bis zu viermal wöchentlich stünden manche Trainer in der Halle, bereiteten Trainingskonzepte und Saisonpläne vor, stimmten die Leistungsentwicklung individuell auf ihre Sportler ab und seien während des Jahres zugleich Motivator, Tröster, Antriebsfeder, Organisator und nicht selten auch Taxi. Dazu komme die ständige Weiterbildung – und das alles ehrenamtlich.
Dass dieses Engagement Früchte trägt, zeigen die sportlichen Erfolge. Vohenstraußer Athleten waren 2026 bei Bezirks-, Bayerischen, Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften vertreten. „Der Spitzensport ist beim TV angekommen“, so Beierl-Nickl. Die Sportler repräsentierten dabei auch ihre Heimatstadt.
Bevor Vorsitzender Stephan Gesierich seinen Bericht gab, gedachten die Anwesenden des seit der vergangenen Jahreshauptversammlung verstorbenen langjährigen TV-Chorleiters Alexander Völkl mit einer Schweigeminute. Gesierich bezeichnete das vergangene Vereinsjahr als ein „Jahr der Übergänge“. Mit dem Wechsel in der Geschäftsstelle habe Manuela Völkl zu Jahresbeginn den Staffelstab an Martin Wachter übergeben. Seit dem Ausscheiden des bisherigen Schriftführers im März übernimmt Wachter dieses Amt zudem kommissarisch.
Auch organisatorisch hat sich beim TV einiges verändert. Der engere Vorstand trifft sich inzwischen monatlich zu kurzen Vorbesprechungen, eine neue Vereinssoftware soll Mitgliederverwaltung und Buchhaltung zusammenführen, eine Kostenordnung wurde erarbeitet und in Kraft gesetzt und das Übungsleiter-Handbuch grundlegend überarbeitet. Für die Prävention sexualisierter Gewalt wurden Vertrauenspersonen benannt, an die sich die Mitglieder wenden können. Zudem wurde im Sportzentrum ein Defibrillator installiert.
Doch Vereinsleben findet nicht nur während der Trainingsstunden statt. Gesierich erinnerte an den TV-Aktiv-Tag, den Sportabzeichen-Tag, den Kinderfasching und die Beteiligung am Ferienprogramm. Auch Meisterschaften wurden in Vohenstrauß ausgerichtet. Hinter jeder dieser Veranstaltungen stünden Menschen, die aufbauen, bewirten, aufräumen und am Ende das Licht ausmachen, auch wenn sie dafür nie auf einer Urkunde stehen. Ihnen galt sein besonderer Dank.
Der Mitgliederstand sei stabil und bewege sich weiterhin auf einem Niveau, „um das uns andere Vereine beneiden“, so Gesierich. Gleichzeitig richtet der TV den Blick nach vorne: Ein internationales Karate-Seminar und eine überregionale Volleyball-Meisterschaft sollen ausgerichtet werden.
Für die Finanzen legte Schatzmeisterin Magdalena Simon erstmals offiziell Rechenschaft ab. Die Einnahmen stützen sich im Wesentlichen auf Mitgliedsbeiträge, die Vereinspauschale des Freistaates Bayern, die Sportförderung der Stadt Vohenstrauß sowie Spenden und Unterstützung aus dem Umfeld des Vereins. Die Kassenprüfung durch Gabriele Buchbinder und Josef Pflaum bestätigte eine ordnungsgemäße Kassenführung. Die Schatzmeisterinnen und die Vorstandschaft erhielten daraufhin die Entlastung.
Gleichzeitig machen Preissteigerungen und höhere laufende Kosten auch vor dem TV nicht Halt. Die Beiträge wurden seit über 20 Jahren im Wesentlichen nicht mehr angepasst. Auch am Amateursport ziehen die allgemein gestiegenen Preise nicht vorbei: Energiekosten, Pflege der Sportstätten, Trainingsmaterialien oder die Pflichtbeiträge an den BLSV und die Fachverbände hätten stark angezogen.
Eine Konsequenz daraus ist die Anpassung der Mitgliedsbeiträge zum 1. Januar 2027. Die Mitgliederversammlung stimmte den neuen Jahresbeiträgen zu: Kinder zahlen künftig 34 Euro, Jugendliche 41 Euro, Erwachsene 61 Euro, Familien 130 Euro und Senioren 55 Euro. Umgerechnet auf den Monat bleibt die Erhöhung damit in einem überschaubaren Rahmen, etwa in der Größenordnung einer Tasse Kaffee oder zwei Semmeln.
Auf der Agenda steht auf Wunsch der Mitglieder auch die Überarbeitung der Vereinssatzung. So endete die Jahreshauptversammlung mit einem Blick nach vorne: Der TV Vohenstrauß bleibt in Bewegung, sportlich, organisatorisch und vor allem getragen von Menschen, die sich für ihren Verein engagieren.




