Trauer in Georgenberg um Ex-Bürgermeister Alfred Schriml

Trauer in Georgenberg um Ex-Bürgermeister Alfred Schriml
Mit gesundheitlichen Problemen hatte Alfred Schriml zwar schon seit einiger Zeit zu kämpfen, der Tod kam aber dennoch überraschend. Die traurige Nachricht machte am Montag schnell die Runde und löste Bestürzung aus: Der ehemalige Bürgermeister ist nach einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg gestorben. Er wurde nur 63 Jahre alt. Um ihn trauern vor allem die Schwestern Judith und Agathe mit ihren Angehörigen.
Lebensweg und berufliche Stationen
Alfred Schriml, der nach dem Abitur am Weidener Kepler-Gymnasium eine Ausbildung als EDV-Kaufmann absolvierte und nach Stationen in München als selbstständiger Unternehmer in Sachen Brandschutztechnik erfolgreich war, wird als leidenschaftlicher Förderer im Vereinsleben seiner Heimatgemeinde in guter Erinnerung bleiben.
Feuerwehr Neudorf: Ehrenamt mit Herzblut
Akzente gesetzt hat Schriml vor allem bei der Feuerwehr Neudorf. Sowohl als Aktiver, der alle Leistungsprüfungen absolviert hat, als auch in leitender Position im Verein trägt vieles seine Handschrift. Ob als stellvertretender Vorsitzender oder Vorsitzender: Schriml „brannte“ für seine Feuerwehr und ging für sie „durchs Feuer“.
Beim 100-jährigen Gründungsjubiläum 1986 war er im Festausschuss vertreten, und auch beim 125-jährigen Jubiläum war sein Rat gefragt. Wie gerne hätte der längst zum Ehrenvorsitzenden Ernannte auch „140 Jahre Feuerwehr Neudorf“ vom 29. bis 31. Mai dieses Jahres mitgefeiert.
Vereinsleben in der Gemeinde
Nachhaltige Spuren hinterlassen hat Schriml auch bei der DJK Neukirchen St. Christoph. Den Traditionsverein führte er ebenfalls mehrere Jahre als Vorsitzender. Unter seiner Regie gingen unter anderem Instandsetzungen am Sportheim über die Bühne.
Stets auf ihn zählen konnten auch der FC-Bayern-Fanclub Neudorf – ihn hat er als Gründungsmitglied mit ins Leben gerufen – sowie der Oberpfälzer Waldverein, die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Brünst, die Schützengesellschaft „Grenzland“ Waldheim, die Fördergemeinschaft Dorfkapelle St. Georg, der VdK-Ortsverband Brünst und der Schützenverein 1884 Pfrentsch.
Einstieg in die Kommunalpolitik
Auch in der Kommunalpolitik war Schriml mit großer Leidenschaft am Werk. Der Initiator für die Gründung der Freien Wähler Georgenberg stellte sich 1996 als sogenannter Quereinsteiger dem Wählervotum und wurde Bürgermeister.
Die erste „Großbaustelle“ war der bereits unter seinem Vorgänger Albert Kick eingeleitete Bau der Kläranlage in Neuenhammer. Als vehementer Verfechter kostengünstiger Lösungen setzte er schließlich eine Kompaktkläranlage durch.
Sanierungen und Infrastrukturprojekte
Mit seinem Namen verbunden bleiben auch die aufwendigen Sanierungen der Marienkapelle in Hinterbrünst und der Filialkirche Sankt Josef in Waldkirch. Eigentümerin der beiden Gotteshäuser ist die Gemeinde Georgenberg. Auch bei diesen Projekten war es Schrimls Bestreben, dass die Kosten im Rahmen bleiben.
Das galt auch für den noch in seiner Amtszeit begonnenen Bau des Wasser-Hochbehälters mit Entsäuerungsanlage auf der Planer Höhe. Und mittels Eigenleistungen durch den gemeindlichen Bauhof konnten die restlichen Anwesen von Dimpfl und Oberrehberg an die zentrale Wasserversorgungseinrichtung angeschlossen werden.
Ortsentwicklung und Partnerschaften
Auf den Weg gebracht hat er außerdem die Ausweisung des Baugebiets „Sandfeld“ und die Dorferneuerung fortgesetzt. Ein von ihm vorgeschlagener Ideenwettbewerb war die Grundlage für die Errichtung des Gemeindebrunnens vor dem Rathaus.
Die kommunale Partnerschaft zwischen der Gemeinde Georgenberg und dem Markt Wirsberg im Landkreis Kulmbach geht ebenfalls mit auf seine Initiative zurück. Sie wurde 1998 offiziell besiegelt.
Wahlen und spätere Jahre
Bei der Kommunalwahl 2002 zog Schriml nach einer intensiven Wahlauseinandersetzung den Kürzeren und musste sich Johann Maurer geschlagen geben. 2008 versuchte er es ein weiteres Mal, aber erneut ohne Erfolg. Dennoch blieb er bis 2014 im Gemeinderat vertreten.
„Unser Verhältnis war einige Zeit nicht gerade das beste“, erzählt Maurer. „Wir waren halt politisch unterschiedlicher Ansicht. Es hat sich aber nach und nach gebessert, und wir waren freundschaftlich verbunden.“ Maurer wird auf Schrimls Wunsch auch eine Rede bei der Trauerfeier halten.
Trauerfeier und Beisetzung
Die Aussegnung für den gläubigen Katholiken ist am Donnerstag, 30. April, um 17 Uhr. Das Requiem beginnt am Samstag, 2. Mai, um 10 Uhr in der Pfarrkirche in Neukirchen zu St. Christoph. Danach ist die Beerdigung.




